Doppeltuner

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Panasonic

Nach Metz und Loewe bieten nun auch die Massenmarkthersteller Panasonic und Samsung integrierte Doppeltuner für alle Empfangswege, sodass während einer Programmaufzeichnung der Sender gewechselt, zwei Programme parallel dargestellt oder gleichzeitig im Netzwerk die Aufzeichnungen gestreamt werden können. Wir vergleichen die beiden Kontrahenten auf ihre Praxistauglichkeit.

Während heutzutage kaum noch ein Digitalreceiver ohne nützliche Aufnahmefunktion auf eine interne oder extern über USB oder eSATA angeschlossene Festplatte über den Ladentisch geht, haben sich die Fernsehgerätehersteller lange schwer damit getan. Inzwischen aber gehört USB mit zur Standardausstattung und TVs bieten auch ohne externen Receiver die Möglichkeit, Time-Shift zu nutzen oder Aufnahmen auf externen Datenträgern zu speichern.
 
Doch einen Haken hat die Sache: Wird eine Aufnahme gestartet, so ist das Umschalten auf einen anderen Kanal meist nicht mehr möglich, zumindest wenn der Empfang nur über einen Weg, also beispielsweise Satellit oder Kabel erfolgt. Auch die Hersteller von Digitalreceivern hatten dieses Problem vor der Einführung von Twin-, Tripple- oder gar Quad-Tunern. Inzwischen haben die ers ten TV-Gerätehersteller nachgezogen und insbesondere Panasonic und Samsung statten dieses Jahr eine große Anzahl an LED-LCDs und Plasma-TVs mit dem Empfangsbonus aus. Doch hat sich nicht nur die Ausstattung, sondern auch das vielfach bemängelte Handling verbessert?

Panasonics All-in-one-Lösung

Grundvoraussetzung zur Nutzung der integrierten Digitaltuner ist eine entsprechende Erstkonfiguration. Schwierig zu durchschauen: Wird der Fernseher anfangs nur mit der Vorgabe „Analogempfänger“ installiert, sucht der Anwender später erfolglos den Digitaltuner. Eine neue Empfangsart (z.B. digital Satellit) erscheint nicht wie vermutet im Empfangsmenü, sondern im analogen Tuner-Menü – dort muss die neue Empfangsart zunächst hinzugefügt werden. Dann aber klappt alles reibungslos und die Bedienung des integrierten Satellitenempfängers wird von Panasonic sehr komfortabel gelöst. Jeder, der schon einmal einen Digitalreceiver bedient hat, wird sich auch hier heimisch fühlen. Sämtliche Menüpunkte sind klar strukturiert und zum Glück nicht verschachtelt. So klappt beispielsweise die Umstellung auf DiSEqC-Empfang oder Unicable ohne jegliche Komplikationen.
 
Nicht vorgesehen ist der Betrieb an einer Drehanlage, denn DiSEqC 1.2 haben die Japaner dem Gerät nicht spendiert. Etwas schade fanden wir, dass beide Tuner ausschließlich mit dem gleichen Satellitensignal belegt werden können. Es ist demnach nicht möglich, zwei verschiedene Satellitenschüsseln mit DiSEqC-Schaltern zu betreiben und so statt der maximal möglichen vier Positionen insgesamt acht Direktstrahler zu empfangen. Positiv überrascht waren wir hingegen vom Komplettscan: Ohne das sonst notwendige Pflegen einer Transponderliste werden die eingestellten Satellitenpositionen gescannt und die Kanalliste befindet sich nach dem Suchlauf auf dem tagesaktuellen Stand. Würde hingegen mit einer hinterlegten Transponderliste gearbeitet, könnte diese schnell überholt sein und müsste entsprechend manuell gepflegt werden.

Aber auch ein manueller Suchlauf ist möglich und erfrischend einfach:Nach dem Aufrufen des entsprechenden Menüpunktes können die Daten(Frequenz, Symbolrate, Polarisation) direkt eingegeben werden und derSuchlauf beginnt. Nach dem erfolgten Scan stehen die Programme meistsortiert in der Kanalliste zur Verfügung, eine praktischeBlockverschiebung, um die eigenen Lieblingssender an Ort und Stelle zuplatzieren, haben wir hierbei aber in der übergeordneten Liste vermisst.Allerdings gibt es mehrere bereits vorprogrammierte Kategorien wiebeispielsweise „HD“ oder auch „Free Radio“ sowie „Pay-Radio“ und Siekönnen insgesamt vier weitere individuell benennbare Favoritenhinzugefügen. Beim Befüllen dieser Favoriten mit Sendern ist dann aucheine Blockauswahl mehrerer Sender möglich, sodass deren Verschiebungbinnen weniger Minuten erledigt ist.
 
Aufnahmefunktion
 
Panasonic hat an die Nutzer gedacht und neben zwei USB-2.0-Schnittstellen auch einen modernen USB-3.0-Anschluss integriert. Das lohnt sich selbst für ältere Festplatten, denn manch stromhungrige 2,5-Zoll-Datenträger, die an USB 2.0 ohne externe Versorgung ihren Dienst verweigern, können hier am abwärtskompatiblen Port problemlos betrieben werden. Die großen Vorteile des Twin-Tuners spielt das Gerät natürlich in Verbindung mit der Aufnahmefunktion aus. So ist es möglich, ein Programm zu schauen und unabhängig davon eine Sendung von einem anderen Kanal auf die Festplatte zu bannen. Das steigert den TV-Genuss natürlich deutlich.
 
Doch entsprechende Fernseher von Panasonic können natürlich noch mehr: Zwei Aufnahmen gleichzeitig durchzuführen ist ebenfalls problemlos möglich, dann aber mit einem kleinen Manko: Nach Start der zweiten Aufnahme ist der Zuschauer an diesen betreffenden Kanal gebunden, sodass weder der Wechsel auf den zuerst aufgenommenen Sender, noch auf ein Programm innerhalb des Transponders möglich ist. Die einzige Möglichkeit den Sender zu wechseln besteht darin, eine Aufnahme zu beenden.

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