Fürs Heimkino gemacht

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XXL-TVs im Duell gegeneinander

Unterschiedliche Lichtbedingungen verlangen nach abweichenden Testkriterien, so sind für Filmfans eine präzise Ausleuchtungsgenauigkeit, satte Schwarzwerte und neutrale Farben das Salz in der Heimkinosuppe. Wir haben die besten XXL-TVs 2011 in einem Duell gegeneinander antreten lassen und berichten vom HDTV-Shoot-out der US-Internetseite Valueelectronics.com.

Vor allem LED-LCDs, die die Hinterleuchtung lediglich im Rahmen des Bildschirms verbaut haben (Edge-LED), können im Heimkino kaum punkten, denn Ausleuchtungsdefizite und Kontrastschwächen stechen im dunklen Raum deutlich stärker hervor als im hellen Wohnzimmer. Das Hauptaugenmerk von Heimkinofans liegt demnach auf Direct-LED-LCDs, bei denen die vollflächig installierten Leuchtdioden in Zonen gedimmt und deren Intensität dem Bildinhalt angepasst werden können.
 
Natürlich punkten auch Plasmas im heimischen Filmspielhaus, da jeder Bildpunkt selbstleuchtend ist – beste Voraussetzungen für bemerkenswerte Kontraste und eine hohe Farbtreue. Mit dem 58PFL9956H von Philips, dem KDL-55HX925 von Sony, dem 55ZL1 von Toshiba und dem 55LEX8 von LG schickten wir vier Direct-LED-LCDs ins Rennen, die sich gegen den Plasma TX-P65VT30E von Panasonic und die Edge-LED-LCDs UE60D8090 und LC-60LE830E von Samsung bzw. Sharp durchsetzen mussten.

LED-LCD schlägt Plasma

 
Der sogenannte HDTV-Shoot-out hat seine Wurzeln in den USA und fand 2011 zum siebten Mal statt. Die TV-Modelle der gegeneinander antretenden Hersteller werden dabei nach ISF-Vorgaben von mehreren Experten kalibriert, um einen objektiven Vergleich zu gewährleisten.
 
Große Überraschung: Dieses Jahr gewann mit dem Sharp Elite 60X5 erstmals ein LED-LCD, bislang konnten sich ausschließlich Plasma-TVs von Panasonic und Pioneer durchsetzen. Sharps Premiumfernseher entstammt einer Kooperation mit Pioneer, wird aus Kostengründen jedoch leider nicht in Deutschland erscheinen.
 
Die Tester lobten neben der guten Bildverarbeitung die exzellente Bewegtbildschärfe und das konkurruenzlos feinfühlige Local Dimming. Perfekte Schwarzwerte, optimale Durchzeichnung und fehlende LED-Artefakte führten zur Topwertung. Gerügt wurde Sharps High-End-TV aber ebenfalls: Aufseiten der Farbwiedergabe bildete der Fernseher das Schlusslicht des Tests.
 
Panasonics Plasmafernseher errang den zweiten Platz, hier sorgte ein Colordecoding-Fehler (Tests in HD+TV 5/2011 und 4/2011) selbst beim anwesenden THX-Vertreter für Erklärungsnot. Dennoch bot Panasonics Plasma die beste Bildschärfe und überzeugte die Anwesenden durch makellose Blickwinkeleigenschaften.
 
Samsungs günstiges Plasmamodell erzielte bei der Farbdarstellung Bestnoten, Sonys LED-LCD konnte sich aufgrund gedrosselter Local-Dimming- und Motionflow-Voreinstellung nicht absetzen. Die Schlusslichter bildeten Samsungs aktueller Edge-LED-LCD der Serie 8000 und ein Plasmamodell von LG, das gerade beim Bildkontrast enttäuschte.

Wie wichtig ist THX?

 
Das vermeintliche Gütesiegel soll unverfälschte Bilder garantieren, damit Sie Filme wie vom Regisseur beabsichtigt genießen können. Unsere Tests sprechen dagegen eine andere Sprache: Meist erstrahlt die Darstellung nach Anwahl der Voreinstellung nicht optimal (z. B. Aufhellung durch zu flache Gammakurve) und nur selten unterscheidet sich die Bildqualität von gleichwertigen Filmvoreinstellungen. Auch echte Farbdecoding-Fehler sind durch das THX-Logo nicht ausgeschlossen. Jon Cielo, System Engineer bei THX, blieb trotz Nachfrage der Anwesenden des US-HDTV-Shoot-outs die Antwort schuldig, weshalb das Logo auch an TV-Modelle vergeben wird, die in Detailfragen nicht die Spezifikationen erfüllen.

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