Loewe Orchestra 3D 5.1 IS Surroundsystem

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Kein Raum zu kompliziert

Um optimalen Raumklang zu erreichen, müsste oftmals das Wohnzimmer an die Lautsprecher angepasst werden. Loewe zeigt mit dem 3D Orchestra, dass es auch andersherum möglich ist. Demnach spielt der Aufstellungsort der Lautsprecher kaum noch eine Rolle und durch einen geschickten Ansatz sind Sie stets von Surroundklang umgeben.

Die Redaktion der DIGITAL TESTED hatte die einzigartige Gelegenheit, Loewes außergewöhnliches Lautsprechersystem Orchestra 3D in Augenschein zu nehmen. Neben der bereits von Loewe-Flachbildfernsehern bekannten frei konfigurierbaren Optik (Inlays an der Oberseite können nahezu jede Farbe annehmen), sticht Loewes Lautsprecherset durch die Raumintegration aus der Masse der Komplettsets heraus, denn erstmals müssen Sie weder den Raum nach den Lautsprechern ausrichten, noch Lautsprecherkabel verlegen.
 
Das Orchestra 3D 5.1 IS ist ein Surround-Set, dass zunächst nur in Verbindung mit Loewe-Fernsehern ab dem Chassis SL 220 nutzbar ist. Der Hintergrund ist dabei das Kürzel IS: integriertes System. Die Ansteuerung des Sets wird komplett vom TV übernommen und der TV-Lautsprecher dient gleichzeitig als Center-Kanal. Trotz der Bezeichnung 5.1 finden sich daher nur vier Orchestra-Lautsprecher im Karton. Eine kleine „Blackbox“, unterzubringen in der Verkleidung des TV-Gerätes, beinhaltet den Signalprozessor des Systems und den Funksender – alle Lautsprecher werden kabellos mit Signalen versorgt. Die Übertragung erfolgt dabei mit 5,8 Gigahertz verlustfrei, also nicht datenreduziert, Wände blockieren das Signal allerdings. Die Decoder für Dolby Digital und DTS befinden sich ebenfalls im Fernseher, die Daten werden dann dekodiert zum Signalprozessor übertragen.

Bei den Lautsprechern handelt es sich um ein besonderes akustisches Prinzip: Statt einer gerichteten Abstrahlung zum zentralen Hörplatz soll hier das Prinzip der Punktschallquelle verwirklicht werden. Das heißt, dass der Schall sich gleichmäßig kugelförmig in alle Richtungen ausbreitet. Dazu arbeiten im Inneren zwei nach oben und unten abstrahlende Breitbandlautsprecher (Anbindung zum Subwoofer bei circa 200 Hertz), deren Schall durch speziell geformte Kegel nach allen Richtungen umgelenkt wird. Durch die Drahtlosverbindung benötigt jeder Lautsprecher eine eigene Stromzufuhr, die integrierten Endstufen warten mit einer Dauerleistung von 40 Watt (W) auf. Infolge der starken Schallfeldstreuung profitiert das System von reflektierenden Wänden.
 
Statt eines Sweetspots entsteht ein Sweetspace: Ganz gleich, wo Sie sich innerhalb der Lautsprecheraufstellung aufhalten, der Klangeindruck ist immer vergleichbar mit der mittleren Sitzposition. Umgekehrt verzeihen Ihnen die Lautsprecher eine asymmetrische Aufstellung. Beim Subwoofer handelt es sich um ein kompaktes Bassreflexsystem mit 100 Watt Leistung, dieser wird ebenfalls drahtlos angesprochen. Wichtig: Der rückseitige Lautstärkeregler ist für den Einsatz mittels AV-Receiver gedacht und bleibt bei der Benutzung im Orchestra-System funktionslos. Der Pegel des Subwoofers wird hier durch die Einmessung bestimmt, Höhen und Bässe können später per Equalizer variiert werden.

Der Einmessvorgang wird von einem triangularen Mikrofon übernommen, welches an Hörplatzposition aufgestellt wird. Durch die drei räumlich voneinander entfernten Mikrofone können präzise Intensitäts- und Laufzeitmessungen dazu beitragen, die Positionen der Lautsprecher exakt zu bestimmen. Das Mikrofon wird mit der „Blackbox“ als Gehirn des Systems verbunden und der Einmessvorgang kann beginnen. Alle erdenklichen Kombinationen zwischen 1.0 und 7.4 sind umsetzbar, auch ungerade Aufstellungen stellen kein Problem dar.
 
Aus den vorhandenen Lautsprechern und den herrschenden Bedingungen errechnet der DSP die bestmögliche Raumklangwiedergabe, dazu erstellt das System virtuelle Kanäle an der Position, wo sich optimalerweise die Lautsprecher befinden sollten. Sogar mit einem Übergewicht von Lautsprechern auf einer Seite konnte das System den Raumklang aufrechterhalten. Je mehr Lautsprecher dabei zur Verfügung stehen, desto exakter können die Klangfelder positioniert werden.

Loewes Orchestra 3D ist derzeit familien- und nachbarfreundlich ausgerichtet, denn der Bassbereich wird sehr dezent ausgekleidet. Der integrierte Equalizer bietet eine rudimentäre Anpassungsmöglichkeit, die jedoch mit einem zukünftigen Softwareupdate noch um weitere Funktionen ergänzt werden soll. Ansonsten bietet das System eine beeindruckende Räumlichkeit und prinzipbedingt ein Abstrahlverhalten, bei dem an keiner Sitzposition mit klanglichen Einbußen gerechnet werden muss. Das Durchwandern des Sweetspots, der nun eigentlich ein Sweetspace ist, zeigt ein angenehm konstantes Klangbild.
 
Es sollte jedoch ein Mindestabstand von einem halben Meter eingehalten werden, denn aufgrund der Arbeitsweise mittels Reflexionen muss dem Höhenbereich vermehrt Energie zugeführt werden. Ein zu geringer Abstand würde daher zu einer unangenehmen Überbetonung dieses Bereiches führen, generell erschien uns der Sprachbereich noch etwas überspitzt. Als Vorabfazit lässt sich sagen: Loewe hat eindeutig sein Ziel erreicht, Heimkinoeinsteigern ein Set zu liefern, das sich hervorragend in den bestehenden Wohnraum integrieren lässt. Bislang ist der Einsatz zwar nur mit entsprechenden Loewe-TVs möglich, beeindruckend ist die neue Klangerfahrung aber allemal.

(Martin Heller, Christian Troszinski)

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