Loewe – Qualität und Innovation aus Deutschland

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Auf der Suche nach Erfolg, Ruhm und seinen Wurzel

Im Mai 2006 verließ der letzte Röhrenfernseher die Fertigungswerke von Loewe in Kronach. Nun sind es die flachen LCD-Fernseher, mit denen das Unternehmen um neue Kundschaft buhlt. Doch fernab der künstlerischen Ader der neuen Individual-Baureihe führen uns die Anfänge Loewes zurück in eine Zeit, in der Radios die größte technische Errungenschaft der Unterhaltungselektronik darstellten.

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Auf Sendung

Im Mai 2006 verließ der letzte Röhrenfernseher die Fertigungswerke von Loewe in Kronach. Nun sind es die flachen LCD-Fernseher, mit denen das Unternehmen um neue Kundschaft buhlt. Doch fernab der künstlerischen Ader der neuen Individual-Baureihe führen uns die Anfänge Loewes zurück in eine Zeit, in der Radios die größte technische Errungenschaft der Unterhaltungselektronik darstellten.
 
Siegmund Loewe, der zweite Sohn des Arztes Ludwig Loewe war ein begabter Schüler und dennoch verwehrten ihm seine schlechten Noten in Astronomie das angedachte Studium. Siegmund war sich seiner Fähigkeiten in den Naturwissenschaften aber durchaus bewusst und so folgten der Besuch einer Fachschule und Vorlesungen am Kaiserin-Augusta-Gymnasium. 1905 standen ihm sogar die Tore von Telefunken offen, an deren Arbeitszeiten er sich aber nicht gewöhnen konnte. Früh aufstehen war für Siegmund eine Qual, doch konnte er bis spät in die Nacht hinein sein Tagwerk verrichten. Diesem Eifer standen jedoch die gesetzlichen Zeiten im Wege, sodass ein frühzeitiger Ausstieg aus der Arbeitswelt unvermeidlich war. Ein eigenes Forschungslabor in Berlin Kreuzberg, Gitschiner Straße 108 nahe des Reichspatentamts war nun Siegmunds Wohnung und Arbeitsplatz zugleich. Als er 1920 von der Firma Huth gar den Auftrag erhielt, die Entwicklung der Funktechnik in Amerika zu studieren, war der Grundstein seiner späteren Firma gelegt.
 
Während seines Aufenthalts nach Kriegsende traf Siegmund Loewe den amerikanischen Funkpionier Lee de Forest und zeigte sich von der amerikanischen Funkamateurbewegung mehr als beeindruckt. Mit all den Heerscharen von neuen Informationen, schrieb Siegmund seine Vision auf ein Papier, das in Deutschland für Stirnrunzeln sorgte: „Lassen Sie mich das Projekt so entwickeln, wie ich es mir gelöst denke: es besteht in jeder Stadt der Welt eine Organisation, welche vermietete (oder verkaufte) kleine Apparate instand hält, welche auf den ersten Blick Phonographen zu sein scheinen. Denn sie haben Schalltrichter und geben nach dem Einlegen eines Schalters Musik von sich und wechseln ihr Programm unaufhörlich.
 
Nach einfachem Drücken eines Knopfes an dem Apparat verschwindet die Musik, dafür hört man politische Nachrichten aus aller Welt. Ein anderer Knopf gibt die letzten Börsenkurse, ein weiterer Vorlesungen aus den besten Büchern, Märchen für Kinder, Anzeigen, Reklame alles was überhaupt zu hören ist, gibt der Apparat auf Druck des entsprechenden Knopfes. (…) Das ganze Vergnügen braucht nicht mehr als ein Cent pro Tag zu kosten. Abnutzung und Betriebskosten sind minimal.“ Was Siegmund Loewe hier anpries, ist eine technologische Neuerung, die so unvorstellbar war, dass die Verantwortlichen an ein Hirngespinst glaubten – Siegmund Loewe erschuf das Radio.
 

Zurück in der Wirklichkeit

Nachdem seine euphorischen Worte jedoch auf Vorbehalte stießen und Siegmund Loewe nach Berlin zurückbeordert wurde, löste er seine vertraglichen Verbindungen zu Huth und versuchte seine Visionen selbst zu verwirklichen. Zwar konnte der 1923 eingeführte Rundfunk nicht mit seinen Ideen standhalten, aber sein Brief drückt deutlich seine Geschäftsidee aus, die nun auf fruchtbaren Boden stieß. Das größte Problem bestand jedoch in einer fehlenden Liberalisierung des Rundfunks. So hatte während des Ersten Weltkriegs das Kriegsministerium die Kontrolle inne, danach die Soldatenräte und letztendlich die Reichspost. Somit konnten deutsche Unternehmen ihre Produkte nur exportieren und dies vorrangig in die USA.
 
Doch die Überschwemmung des Marktes führte zu einer Absatzstockung und ein starker Binnenmarkt war nun mehr denn je erwünscht. Nach den Expansionen in den Jahren 1923 und 1924 entwickelten sich die Geschäfte günstig. Im April 1924 beschäftigte Loewe bereits 600 Personen. 1925 folgte nach den fetten Jahren jedoch die Krise. Eine Patentverletzungsklage durch Telefunken legte die Röhrenfertigung still. Ein verlustreiches Jahr ließ sich so nicht abwenden.
 
„Der Grund für die außerordentliche Schwierigkeit, in der wir uns befinden, ist neben der unerträglichen allgemeinen Situation darin zu erblicken, dass wir technisch bei der Serien- Fabrikation unserer Apparate noch nicht zu dem Erfolge gelangt sind, der für mich unbedingt Voraussetzung dafür ist, dass die Apparate herausgehen dürfen. (…) Infolgedessen arbeite ich nunmehr meistens nicht nur die halben, sondern die ganzen Nächte und kann kaum noch auf meinen Beinen stehen. Es hilft aber alles nicht. Wir müssen durch diese Sache hindurch.“, so notiert Loewe damals.

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