Radio über Satellit

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Unterschätzte Programmvielfalt

Über unsere TV-Satelliten werden nicht nur Fernseh-, sondern auch Radioprogramme übertragen. Ungeachtet dessen, dass es Radio über Satellit schon seit deutlich über 20 Jahren gibt, fristet es nach wie vor ein Schattendasein.

Dabei hat Radio über Satellit viel zu bieten. Wie etwa die größte Programmvielfalt auf drahtlosem Wege und die beste Tonqualität. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Satellitenradio entdecken und am besten nutzen. In der Regel sind neue Sat-Receiver bereits vorprogrammiert, womit zumindest die wichtigsten TV- und Radioprogramme schon in der ab Werk eingespeicherten Senderliste enthalten sind. Um auf aktuellem Stand zu sein, empfiehlt sich zumindest gelegentlich ein automatischer Sendersuchlauf, der über die Menüoberfläche zu starten ist. Dabei sucht der Receiver gleichzeitig nach Fernseh- und Radiokanälen, die er in die dafür vorgesehenen Listen einträgt. Im Normalbetrieb ist die TV-Liste aktiv.
 
Um zur Radioliste zu gelangen, ist auf der Fernbedienung die Taste „TV/Radio“ zu drücken. Sie kann beispielsweise mit „TV/R“, „TV/RAD“ oder mit Symbolen wie einem Bildschirm und einer Note beschriftet sein. Indem Sie auf diese drücken, wechseln Sie zwischen beiden Senderlisten. Die Handhabung in der Radioliste unterscheidet sich nicht von der des Fernsehbetriebs. Einziger Unterschied: Radio zeigt keine Bilder. Auch hier gibt es die Infobox, die über den gerade eingestellten Kanal und die gerade laufende Sendung informiert. Hintergründe gibt es auch hier über die Info-Taste und über den EPGButton können Sie die Programmvorschau aufrufen. Vergleichbares gibt es übrigens seit einiger Zeit gar nicht mehr in gedruckter Form.

Sonderformen der Übertragung

 
In der Regel werden digitale Radioprogramme in der eigenen Senderliste abgelegt. Vereinzelt nutzen Stationen aber ein Unterträgerverfahren, bei dem bei einem Radioprogramm zusätzliche Stereotonspuren aufgeschaltet werden, die erst über die Fernsteuerung auszuwählen sind. Auf Astra 19,2 Grad Ost senden Radios 2 und Radios 3 nach diesem Verfahren.
 
Sie erscheinen in der Kanalliste genauso wie jeder andere Sender. Tatsächlich verbergen sich hinter ihnen 18 beziehungsweise 12 Stationen. Sie gelangen zu diesen, indem Sie die Audio-Taste der Fernbedienung betätigen und die Stationen mit den Kanalwahltasten und anschließendem Drücken von „OK“ auswählen. Leider lassen sich diese Programme nicht separat abspeichern. Üblicherweise werden die hier verborgenen Radiossender auch nicht mit ihrem Namen eingeblendet.

Hinter dem TV-Programm versteckt

 
Eine weitere Variante, Radioprogramme zu übertragen, findet sich auf exotischen Satellitenpositionen. Auf ihnen werden einzelne Radiosender auf zusätzlichen Tonunterträgern von Fernsehprogrammen ausgestrahlt. Damit erscheinen diese Stationen überhaupt nicht in der Senderliste. Zu ihnen gelangt man, während man das TV-Programm sieht und die Audio-Taste betätigt. Werden hier mehrere Audiospuren angeboten, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich dahinter eine Radiostation verbirgt.
 
Wählen Sie sie mit den Pfeiltasten und „OK“ aus. Leider können auch diese Radiokanäle nicht gesondert in der Senderliste abgespeichert werden. In einer zweiten Variante teilen sich ein Radio- und TV-Programm einen gemeinsamen Stereotonunterträger. Dabei kommt das Radio beispielsweise auf dem linken, der TV-Ton auf dem rechten Audiokanal zur Ausstrahlung oder umgekehrt. Auf diese Weise wird beide Male in Mono gesendet. Auch hier wählen Sie die gewünschte Audiospur über die Audio-Taste der Fernsteuerung aus.

Welche und wie viele Sender?

 
Das Radioangebot über Satellit ist international und reichhaltig. Damit ist der Satellitenempfänger gleichzeitig das ideale Radio für die Hi-Fi-Anlage und der beste Weltempfänger, den Sie sich vorstellen können. Welche und wie viele Radios Sie empfangen können, variiert je nach dem, welchen Satelliten Sie gerade anpeilen.
 
Auf Astra 19,2 Grad Ost waren beispielsweise im März 113 deutschsprachige und 66 ausländische Stationen aufgeschaltet. Für Deutschland besonders spannend: Beinahe alle Radios der ARD sind neben zahlreichen Privaten mit dabei. Auf anderen Satelliten finden wir unter anderem die Inlandsprogramme vieler europäischer Länder. Das tolle daran: Sie alle kommen mit tollem Stereosound oder zumindest der Qualität, mit der sie auch in ihrer Heimat ausgestrahlt werden.

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