Videospielen am Fernseher

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Verzögerungsfrei zocken im Spielemodus

Spielt man ein PC- oder Videospiel am Flachbildfernseher, kommt es zu Eingabeverzögerungen. Abhilfe schafft der Spielemodus. Doch warum kommt es überhaupt zu dieser Latenz?

Wie entstehen die Verzögerungen?

Gerade Spiele, wo schnelle Reaktionszeiten nötig sind, werden unspielbar, wenn die Figur auf dem Bildschirm nicht sofort auf den Controllerbefehl reagiert. An diesen Eingabeverzögerungen, auch Input-Lags genannt, ist aber nicht die Konsole oder der PC schuld. Ursache sind die modernen Fernsehgeräte mit ihren Funktionen zur Bildverbesserung. Sie laden das Eingangsbild in einen Zwischenspeicher, wo es analysiert und berechnet wird – das benötigt natürlich Zeit.
 
Die größten Verzögerungen entstehen bei der Zwischenbildberechnung, aber auch Kantenglättung, Schärferegulierung, Kontrastverstärkung und Rauschunterdrückung sind dafür mitverantwortlich. Plasma-Geräte verzichten zwar aufgrund ihres impulshaften Bildaufbaus auf eine klassische Zwischenbildberechnung und glänzen selbst bei schnellen Bildabfolgen mit einer hohen Schärfe. Aufgrund der häufigen Zündung der Plasmazellen kommt es aber auch hier zu spürbaren Verzögerungen bei der Eingabe. Letztlich kann man nur auf einem Röhrenfernseher wirklich verzögerungsfrei spielen.

Was macht der Spielemodus?

Bei einigen Fernsehern lässt sich der Spielemodus erst anwählen, wenn ein HDMI-Signal anliegt. Ist er aktiviert, werden alle Bildverbesserungen ausgeschaltet und der Fernseher wird quasi zum reinen Wiedergabemonitor. Die Menüpunkte zur Bildoptimierung sind dann ausgegraut und nicht mehr anwählbar, aber Farbe, Helligkeit und Kontrast können weiterhin verändert werden. Die Eingabeverzögerung reduziert sich somit auf einen Minimumwert, welcher aber immer noch über der Reaktionszeit des Displays liegt (bei LCD-Bildschirmen 16 Millisekunden), die durch die physischen Eigenschaften des Panels entsteht.
 
Bei LCD-Fernsehern müssen Sie mit deaktivierter Zwischenbildberechnung jedoch mit deutlichen Nachzieheffekten leben. Ausnahme: Sony und Panasonic bieten mit niedrigen Stufen der Zwischenbildberechnung einen guten Kompromiss zwischen Schärfedarstellung und Eingabeverzögerung. Da Spielkonsolen Bilder mit 60 Hertz ausgeben, erfreuen sich Videospieler an einer schärferen Darstellung, als es etwa bei Filmen mit 24 Bildern die Sekunde der Fall ist.

So entstehen die Messwerte

Die Angaben zu den Eingabeverzögerungen in den TV-Tests beziehen sich auf einen Vergleich mit einem Röhrenfernseher, der technisch bedingt kein Input-Lag aufweist. Da die Elektronen aus der Kathodenstrahlröhre mit sehr hoher Geschwindigkeit auf die Frontscheibe treffen, wird das Bild ungemein flink aufgebaut. Im Referenztest wurde ein Notebook mit einer Stoppuhr-Anwendung an einen Röhrenfernseher angeschlossen. Postwendend wurden die Bildschirme abfotografiert und im Ergebnis wird die Stoppuhr mit unterschiedlichem Fortschritt angezeigt.
 
In der Auswertung wurde anschließend die Verzögerung des Notebook- Bildschirms ermittelt. Ab diesem Zeitpunkt war es nun möglich, das Notebook gegen ein aktuelles TV-Gerät antreten zu lassen ohne, dass im Testlabor immer ein riesiger Röhrenfernseher stehen muss. In diesem Aufbau wird dann die Darstellungsverzögerung des Flachbildfernsehers im Normalbetrieb getestet und der Maximalwert ermittelt. Danach wird der Spielemodus aktiviert und die geringste Verzögerung kommt zum Vorschein. Die Reaktionszeit vom signalgebenden Notebook addiert sich jeweils hinzu.

So finden Sie den Spielemodus in den Fernseher-Menüs

(Sören Hilbrecht, Dennis Schirrmacher)

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