XXL-Fernseher oder Projektor?

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Pro und Contra

Blockbuster machen erst mit riesigen Bildschirmdiagonalen richtig Spaß. Glücklicherweise geht der Trend in genau diese Richtung und 60-Zoll-TVs (1,5 Meter) sind schon für unter 800 Euro zu haben. Bei noch größeren Fernsehern nimmt der Preis aber rasant zu und oft sind Filmliebhaber an dieser Stelle mit einem Projektor besser beraten. HD+TV zeigt, was im Wohnzimmer für bzw. gegen einen XXL-Fernseher oder Projektor spricht.

Jedes Heimkino fängt mal klein an und am Anfang steht immer die Installation der Komponenten. Der Aufbauprozess gestaltet sich vor allem bei kinotauglichen Bildgrößen von über 60 Zoll als anspruchsvoll und ist im Grunde nicht alleine zu stemmen. So bringt ein XXL-Flachbildfernseher im Schnitt über 30 Kilogramm auf die Waage und gibt sich aufgrund der Ausmaße extrem unhandlich. Demnach kann sich der Transport aus dem Elektronikmarkt schon als erstes Hindernis erweisen.
 
Steht der Fernseher aber erstmal im Wohnzimmer, brauchen Sie im Grunde nur den Stecker in die Steckdose zu stecken, und der Filmspaß kann unmittelbar beginnen. Insgesamt hält sich der Installationsaufwand demnach in Grenzen und der Flachbildfernseher bildet aufgrund seiner schieren Größe unweigerlich den Mittelpunkt des Wohnzimmers. Das ist beim Schauen eines Blockbusters natürlich auch absolut wünschenswert, im ausgeschalteten Zustand trägt die dominante schwarze Bildfl äche aber nicht unbedingt zum Charme der Wohnlandschaft bei.

Installationsaufwand Heimkinoprojektor

Wesentlich flexibler sind Filmliebhaber an dieser Stelle mit einem Projektor und einer Rollo-Leinwand, die nur bei Bedarf ausgefahren wird; auf Wunsch sogar automatisch. Dieser Aufbau zieht natürlich einen hohen Installationsaufwand nach sich und ist mit viel Zeit und hohen Kosten verbunden. Zudem fällt die Verkabelung mit dem Blu-ray-Player sehr aufwendig aus, da der Projektor in der Regel mehrere Meter vom Zuspieler entfernt steht.
Demnach kommen Sie um das Verlegen eines langen HDMI-Kabels nicht herum, oder Sie setzen auf eine kabellose Variante. Der Transport des Projektors stellt indes kein Problem dar, denn Heimkino optimierte Geräte schlagen im Schnitt mit rund 10 Kilogramm zu Buche und lassen sich auch von einer Person problemlos an den Aufstellort tragen.
Soll die Installation hingegen an der Decke Ihres Wohnzimmer erfolgen, kommen Sie um die Hilfe eines Freundes nicht herum. Ein großer Vorteil dieses Aufbaus: Wenn der Projektor über eine Lens-Shift-Funktion zur Verschiebung des Bildes verfügt, können Sie das Gerät so hoch aufhängen, dass kein Zuschauer im Lichtweg steht, und die Projektion soweit nach unten verschieben, dass das Bild perfekt abgebildet auf der Leinwand landet. Obacht: Auch ein Schattenwurf eines neben der Leinwand installierten Lautsprechers kann den Sehgenuss mindern. Ein Flachbildfernseher hat natürlich nicht mit diesen Problemen zu kämpfen, da dieser selbst leuchtet, allerdings müssen Sie hier häufig mit spiegelnden Kontrastfilterscheiben rechnen.

HD-Bilder kabellos übertragen

Vor allem bei der Installation eines Projektors kommen Sie um ein extrem langes HDMI-Kabel nicht herum. Dem Kabel-Standard zufolge sollten Strippen bis 15 Meter eine fehlerfreie Bild- und Tonübertragung garantieren.
 
Im eigenen Heimkinoaufbau kann bei einer möglichst unauffälligen Verlegung eine derartige Strecke aber schnell überschritten werden.
 
In diesem Fall drängt sich eine kabellose Übertragung nahezu auf und passende Sender und Empfänger übermitteln HD-Bilder nebst Ton beispielsweise über das Wireless Home Digital Interface (WHDI) bis zu 30 Meter.

Servicefall: Projektoren im Vergleich zu Fernsehern

Bei einem Projektor kann das Leuchtmittel problemlos ausgetauscht werden; gängige Laufzeiten pendeln sich hier bei rund 3000 Stunden ein. Bei einem Flachbildfernseher ist es hingegen nicht möglich, etwa die LEDs auszutauschen. Dies sollte in einem Lebenszyklus aber auch kaum nötig sein, denn die Hersteller versprechen hier Laufzeiten von bis zu 60000 Stunden – da machen die verbauten Transistoren häufig schneller schlapp.
 
Bei der Energieeffizienz zieht ein Heimkinoprojektor im Vergleich mit einem Edge-LED-LCD den Kürzeren, denn selbst ein XXL-Flachbildfernseher überschreitet mit seinem Durchschnittsverbrauch nicht die 200-Watt-Marke. Ein Projektor kommt im Mittel auf rund 250 Watt; verbraucht so aber immer noch weniger als ein 65-Zoll-Plasmafernseher, der bei vergleichbarer Bildhelligkeit eine Leistungsaufnahme von über 400 Watt an den Tag legen kann.

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