Klangoptimierer: HDSX Sound Optimizer im Test

Belebender Klangschlichter

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HDSX-Sound-Optimizer-Vorderansicht
© Auerbach Verlag
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Obwohl sich innerhalb der TV-Sendelandschaft das Problem einer schwankenden Lautstärke zwischen unterschiedlichen Programminhalten gebessert hat, ist sie nicht komplett vom Tisch. Gerade Spartensender machen oft ihr eigenes Ding. Hinzu kommt, dass die Thematik gerade im Streaming-Zeitalter ebenfalls fortbesteht. Wir nehmen den Klangoptimierer HDSX Sound Optimizer unter die Lupe.

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Dieser Test erschien zuerst in der Digital Fernsehen 05+06/2021

Wer bei nächtlicher Stille eine kinoreife Serie entspannt verfolgen möchte, ohne den Schlaf der Kinder zu stören, steht meist vor einer undankbaren Herausforderung. Gerade in Serien wie „Stranger Things“ kommen selbst moderne Auto-Lautstärke-Korrekturen von Fernsehern an ihre Grenzen und die Finger bewegen sich auf den Lautstärketasten der Fernbedienung hin und her. Mit dem unscheinbaren HDSX Sound Optimizer soll sich das nun ändern.

So nimmt man den HDSX Sound Optimizer in Betrieb

Die kompakte Audiobox HDSX lässt sich neben dem TV platzieren oder mittels selbstklebenden Klettbändern an der Rückseite des Fernsehers befestigen. Eine Micro-USB-Verbindung mit einem USB-Port des Fernsehers reicht aus, um den Digitalprozessor im Inneren anzutreiben. Um den HDSX Sound Optimizer nutzen zu können, müssen Sie ein Stereo-PCM-Signal über Toslink (optische Digitalverbindung) zuspielen. UHD-Blu-ray-Player eignen sich hierbei ebenso wie Fernseher. Achten Sie darauf, als Ausgabeformat Stereo-PCM zu verwenden, denn zu Mehrkanal­signalen ist die HDSX-Box nicht kompatibel und es können Störgeräusche entstehen.

Der Verzicht auf eine HDMI-Schnittstelle bedeutet, dass PS5 und Xbox Series X nicht komfortabel mit der HDSX-Box verbunden werden können, da bei den Next-Gen-Konsolen der optische Tonausgang wegrationalisiert wurde. Im Idealfall schließen Sie HDMI-Quellen am Fernseher an und leiten Tonsignale über den Toslink-Ausgang des Fernsehers an eine Soundbar oder an aktiv angetriebene Stereo-Lautsprecher weiter, während der HDSX Sound Optimizer mittels Eingang und Ausgang dazwischengeschaltet wird. Alternativ können Sie einen 3,5-Millimeter-Klinkensteckeranschluss zur analogen Audioausgabe nutzen, was Kopfhörernutzern entgegenkommt. Der analoge Tonausgang eröffnet eine weitere Möglichkeit: Sie können das Audiosignal über ein Adapterkabel zum Stereo-Audio-Cinch-Eingang des TVs zurückführen und somit die HDSX-Box über die TV-Lautsprecher nutzen. TV-Hersteller wie Panasonic ermöglichen es, die Audiowiedergabe im HDMI-Modus auf den analogen Stereoeingang umzuschalten.

HDSX-Sound-Optimizer-TV-verbindung
© HDSX

So ist die Tonqualität mit dem HDSX Sound Optimizer

Die Umschreibung „Dynamikkomprimierung“ trifft es nur bedingt, denn der Klangeindruck ist mittels HDSX-Box weder dumpf noch offensichtlich komprimiert. Stattdessen wird der Grundpegel leiser Audiosignale deutlich angehoben, während laute Klangpassagen dynamisch genug bleiben. Die Tonalität ändert sich durch die Zwischenschaltung der HDSX-Box deutlich: Der Fokus liegt auf Sprachverständlichkeit und „Durchhörbarkeit“. Durch dden HDSX Sound Optimizer ist es möglich, stark schwankende Lautstärkepegel anzugleichen, ohne die generelle Lebendigkeit der Aufnahme im Keim zu ersticken. Nach unserer Erfahrung sollten abweichende Klangeinstellungen aufseiten des Fernsehers oder einer Soundbar vermieden werden, insbesondere sollten Sie nicht weitere Lautstärkekorrekturen in Kombination einschalten. Von der Stereo-PCM-Einschränkung sollten Sie sich nicht abschrecken lassen:

Kleine Box- große Wirkung. Trotz weniger Anschlüsse sorgt Audiobox HDSX für angenehme Lautstärke
Kleine Box- große Wirkung. Trotz weniger Anschlüsse sorgt Audiobox HDSX für angenehme Lautstärke

Häufig wird Surround-Klang gerade mit TV-Lautsprechern nur vorgetäuscht und es kommen klassische Stereo-Laut­sprechersysteme zum Einsatz. Die Nachbearbeitung durch den HDSX Sound Optimizer kann sogar dienlich sein, wenn Sie die Stereo-­Signale im Nachgang über Surround-Konvertierungen räumlicher wiedergeben möchten. Ein gutes Beispiel ist hierbei die natürliche Wiedergabe von Regen, der in einem Film raumfüllend niederprasseln soll. Und auch Kritiker einer Kinoabmischung, wie am Beispiel des jüngsten Christopher-Nolan-Films „Tenet“, werden die veränderte Klangbalance durch die HDSX-Box zu schätzen wissen. Einzig, wenn Sie über ein vollwertiges hochwertiges Surround-­System verfügen, können wir den Einsatz der HDSX-Box nicht empfehlen, denn die Raumklangeffekte werden in diesem Fall durch die Stereokonvertierung zu stark in Mitleidenschaft gezogen. Dennoch lohnt das Ausprobieren: Können Sie mit Fernseher und Soundbar oder aktiven Stereo-Lautsprechern eine entsprechende Signalkette aufbauen, werden Sie am Ende vielleicht genauso überrascht sein, wie wir.

Bildquelle:

  • HDSX-Sound-Optimizer-TV-verbindung: © HDSX
  • HDSX-Sound-Optimizer-Anschluesse: © Auerbach Verlag
  • HDSX-Sound-Optimizer-Vorderansicht: © Auerbach Verlag
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3 Kommentare im Forum

  1. Uff ... die Vorstellung ist es gruselig. Gibt es wirklich Menschen die Geld für einen dynamik Kompressor ausgeben, der die Klangeigenschaften verändert, per digitalen Toslink gespeist wird um dann ein analoges Stereosignal auszugeben, in der Hoffnung sie hätten zufällig einen der ganz wenigen Fernseher die ein Stereo-In Tonsignal zum laufenden Ton hinzuschalten können (kann Panasonic das wirklich?) und das ganz dann auch noch Lippensynchron? Jetzt mal ohne Scheiß, wer ist die Zielgruppe für dieses Gerät und kann die das dann wirklich nutzen und anschließen?
  2. Einen zuschaltbaren Kompressor hat schon mein 11 Jahre alter Samsung TV und mein AV-Receiver ebenfalls. Ist bei mir natürlich, wie auch die meisten "Bildverbesserver", deaktiviert.
  3. Mein AV Receiver bietet auch eine dreistufige Dynamikkompression, den Sinn erkennt man aber erst wenn man Blurays hört. Alles was gestreamt kommt unterliegt schon einer gewissen Dynamikkompression, und im TV erst recht. Wenn man die volle Dynamik moderner Tonformate einer Bluray nutzt, und das Surroundsystem entsprechend angepasst ist, dann ist ein geflüstertes Gespräch nun einmal so laut wie ein geflüstertes Gespräch, und ein entgleisender Zug so laut wie ein entgleisender Zug, und ein Schuss so laut wie ein Schuss. (abzüglich einer Obergrenze die eine Verletzung der Ohren verhindert natürlich Wenn jemandem im Film ein Trommelfell platzt weil ein Schuss neben dem Kopdf ausgelöst wurde, dann platzen dem Zuschauer des Films natürlich nicht die Trommelfelle. Eine Obergrenze für die Dynamik echter Geräusche ist also absolut sinnvoll) Wer Nachbarn hat, wird verstehen, dass diese nicht erfreut sind, wenn sie aus der Nachbarwohnung ständig Schusswechsel, Autounfälle oder Kriegsgetöse hören. Daher ist eine Dynamikkompression unerlässlich, ich habe die auf der geringsten Stufe aktiviert. Leises wird etwas lauter, und allzu lautes wird etwas gedämpft. Es bleibt aber noch ein deutlich hörbarer Unterschied. Auf der höchsten Stufe der Dynamikkompression klingt fast alles gleich laut, das geht gar nicht. Die mittlere Stufe würde ich vielleicht nach Mitternacht verwenden, da schaue ich aber normalerweise keine besonderen Filme. Aber wie gesagt, das gilt nur für Blurays und die hochwertigen Tonspuren. Gestreamt oder aus dem Fernsehen kommen die Töne schon stark vorkomprimiert. Das gilt zumindest für den aktuellen Fire TV 4K max Stick von Amazon im DD+ Modus, und dort für Amazon Prime, Netflix und Apple TV. Die ÖR Mediatheken spielen qualitativ ohnehin in einer anderen Liga, da kann man ja schon froh sein wenn man ein Stereo Signal bekommt.
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