LG OLED77C9PLA – Riesiger OLED mit 77 Zoll im Test

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Preis: 4 999 Euro • Bildgröße: 77 Zoll (auch erhältlich in 55 und 65 Zoll) • Maße: 172 × 105 × 5,6 cm • Gewicht: 36,5 kg • Bauweise: OLED • Auflösung: 3 840 × 2 160 Bildpunkte • Stromverbrauch: ca. 60 – 540 Watt • Festplattenaufnahme: ja, USB (Aufnahme und Umschalten, Time-Shift) • 3D: nein • HDR10: ja • HLG: ja • Dolby Vision: ja • HDR10+: nein • Dolby Atmos: ja (intern und eARC-Weiterleitung, auch DTS-Formate) • Airplay-Streaming • Google Assistant • Amazon Alexa • WiSA-kompatibel • G-Sync-PC-Gaming
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LGs OLED-TV-Modelle der C9-Serie sind schon ein Jahr lang auf dem Markt, doch von Altersmüdigkeit fehlt jede Spur. Die 77-Zoll-Variante stellt dabei die größtmögliche Variante dar.

In unserer HDTV-Ausgabe 4/2019 haben wir LGs 2019er-OLED-TV-Generation nicht nur ausführlich getestet, sondern Ihnen auch die Qualitätsvorteile der OLED-Technologie nähergebracht. Im Test der 77-Zoll-Variante verzichten wir deshalb auf ausufernde Testlaboranalysen, sondern widmen uns den wichtigsten Funktionen. Im Gegensatz zu den meisten 4K-TVs, die Sie aktuell im Markt finden, stemmt sich LG mit den 2019er-OLED-TVs gegen den Alterstrend: Der 77C9 ist besser denn je und muss auch 2020 keine Konkurrenz fürchten.

Die Fernbedienung erlaubt eine Mauszeigersteuerung über Handbewegungen. Das Scrollrad erleichtert das Navigieren im Internetbrowser und das Mikrofon dient zur Sprachsteuerung und automatischen Klangoptimierung über Testtöne. Neben Videos von Youtube, Netflix, Amazon und Google streamen Sie auch Apple-TV-Inhalte

Immer mehr Möglichkeiten

Die Grundbausteine des 77C9 sind bekannt: TV-Fans können über die Twin-Tuner bis zu 4K-HDR-Qualität beim Programmempfang erreichen und angeschlossene USB-Datenträger ermöglichen die Programmaufzeichnung und Time-Shift, wobei Sie während einer Aufnahme den Sender wechseln können. Die Bild-in-Bild-Wiedergabe lässt Sie TV-Inhalte und HDMI-Quellen nebeneinander darstellen, und angeschlossene Quellen werden vom TV meist automatisch erkannt und eingerichtet, um die CEC-Steuerung über die TV-Fernbedienung zu ermöglichen. Noch beeindruckender sind die Möglichkeiten beim Internetstreaming: Integrierte Apps wie Youtube, Netflix, Amazon oder der neu hinzugekommene Apple-TV-Zugang ermöglichen eine 4K-HDR-Wiedergabe inklusive 3D-Audio-Unterstützung wie Dolby Atmos. Sollte es im Falle von Apple TV noch nicht mit 3D-Rundumklang klappen, verspricht LG ein passendes Softwareupdate. Ebenfalls in den Startlöchern steht die App für Disney+­­­, sodass Film- und Serienfans mit dem C9 keine externen Quellen benötigen. Um ein vollwertiges Heimkino-Klangerlebnis ohne AV-Receiver zu realisieren, können Sie auf hierzulande kaum bekannte WiSA-Komponenten zurückgreifen. Das optional erhältliche Modul zur drahtlosen WiSA-Ansteuerung wird über USB mit dem Fernseher verbunden und sämtliche aktiv betriebenen Heimkino-Lautsprecher können drahtlos genutzt werden, solange diese den WiSA-Standard ebenfalls unterstützen. Konventionelle Heimkinosysteme profitieren dagegen vom eARC-HDMI-Anschluss des Fernsehers, der es erlaubt, 3D-Audiosignale in bester Qualität über einen AV-Receiver oder eine Soundbar wiederzugeben.

Metallblenden • Rahmenbreite: ca. 0,2 cm (ca. 1 cm bis Bild) • Displaydicke: ca. 0,8 cm (ca. 5,6 cm mit Gehäuse) • Displayhöhe Unterkante (TV auf Standfuß): ca. 6 cm • Standfußfläche: ca. 106 × 25,5 cm • Display drehbar: nein • Statusanzeige: LED an Unterseite • Lichtsensor: ja

Für PC- und Konsolenspieler deckt LG ebenfalls die wichtigsten Funktionen ab, um Spielbarkeit und Bildqualität auf ein exzellentes Niveau zu steigern. So können Sie nicht nur 60-Hz-, sondern auch 120-Hz-Signale über HDMI zuspielen. Während der C9-OLED-TV dabei 4K-Auflösungen in HDR-Qualität unterstützt (HDMI-2.1-Standard), sind aktuelle Konsolen (zum Beispiel Xbox One X) und PC-Grafikkarten durch HDMI-2.0-Einschränkungen noch auf 1 440p-120-Hz-HDR-Qualität limitiert. Spielen Sie mit 120-Hz-Signalen zu, erreicht das OLED-Display die geringste Eingabeverzögerung von knapp 7 Millisekunden (circa 13 ms mit 60-Hz-Signalen) und die Bewegtbildschärfe fällt exzellent aus. Mit echten 120 Bildern pro Sekunde lassen sich die Vorteile der Pixelreaktionszeit des OLED-Panels gekonnt ausspielen und der Qualitätsvorteil ist im Vergleich zu einer 60-Hz-Zuspielung enorm. Durch die riesige Bildfläche und superflüssige, detailscharfe Bildwiedergabe mit Hochleistungs-PCs entsteht ein hypnotischer Bildeffekt, der alle bisherigen Gaming-Erfahrungen mit PS4 und Xbox One in den Schatten stellt. Dank der Unterstützung einer variablen Bildfrequenzanpassung nach HDMI-VRR-Standard (Xbox One) oder nach G-Sync-Vorgabe (PC mit Nvidia-Grafikkarte) kommt es auch bei schwankender Bildanzahl pro Sekunde nicht zu störenden Bildfehlern. Gerade mit High-End-PC-Hardware und einer Nvidia RTX2080 Ti demonstrierte der 77C9 die beste Bildqualität und Spielbarkeit, die sich aktuell mit einem Fernseher umsetzen lässt und selbst eine Vielzahl sündhaft teurer LCD-Profimonitore geraten im Vergleich ins Hintertreffen. Tipp: Sollte die Einrichtung der Quelle gerade im PC-Modus (Aktivierung über das Anschlussschema) nicht wie gewünscht klappen, sollten Sie die HDMI-Ultra-HD-Einstellung in den Bildeinstellungen überprüfen.

HDMI: 4 × (4K 120 Hz HDR) • 120 Hz: ja (max. UHD-Auflösung) • 1 440p: ja • CEC: ja • ARC: 1 × eARC (HDMI 2) • VRR: ja • ALLM: ja • USB: 3 × • Kopfhörer: ja • Netzwerk: ja (oder WLAN) • Video analog: nein • Audio: digital optisch • CI: 1 × • Tuner: DVB-S/-C/-T (Twin-Tuner, Unicable)

Der Weg zum Optimum

Dass LG von den kritischen Tests der letzten Jahre gelernt hat, zeigen die Verbesserungen im Detail: Selbst im PC-Modus können Sie mit dem C9 den Bildabgleich exakt optimieren oder im Spielmodus eine natürliche Bildwiedergabe erzielen. Dadurch vermeiden Sie nicht nur Detailverluste oder eine übertriebene nachgeschärfte Wiedergabe mit künstlicher Kontrastverstärkung, sondern können auch die im Auslieferungszustand meist zu gelbliche oder bläuliche Farbtemperatur des Fernsehers manuell abgleichen. Trotz der geringen Eingabeverzögerung stehen Helfer wie die dynamische HDR-Anpassung für HDR10-Signale (auch HLG-Signale) zur Verfügung, um eine zu dunkle HDR-Wiedergabe oder einen unnötigen Detailverlust zu vermeiden. Wollen Sie die HDR-Wiedergabe stattdessen über die Gaming-Quelle optimal abstimmen, können Sie den neuen HGiG-Modus nutzen, hierbei wird das HDR-Tone-Mapping des TVs umgangen, was ohne Anpassung der Quelle aber zu starken Detailverlusten führt. Stehen keine HDR-Quellen zur Verfügung, können Sie die Weißlichthelligkeit schrittweise erhöhen, indem Sie die Option „größte Helligkeit“ bemühen: Satte Farben erscheinen damit nicht brillanter, doch schwächer gesättigte Details gewinnen an Leuchtstärke. Apropos Leuchtstärke: An die Helligkeitsrekorde mancher OLED-TV-Modelle kommt der 77C9 zwar nicht heran, doch je großflächiger die Wiedergabe ausfällt, desto stärker gleichen sich die unterschiedlichen OLED-TV-Modelle an. Die Zwischenbildberechnung liefert in der Voreinstellung „Klar“ ein akzeptableres Ergebnis als mit älteren LG-OLED-TVs, wenngleich Aussetzer und Artefakte weiterhin genügend Spielraum zur Optimierung bieten. Die Wiedergabe von dunkelsten Bildbereichen ist ebenfalls präziser, sodass Blockartefakte und sichtbare Abstufungseffekte im Vergleich zu den 2017er- und 2018er-OLED-TV-Generationen gemindert wurden (für die 2018er-OLED-TVs veröffentlichte LG sogar weitere Softwareupdates zur Optimierung). Qualitativ schlechtere Streaming-Inhalte profitieren vom Glättungsfilter des C9, der nicht mehr länger an die MPEG-Artefaktreduzierung gekoppelt ist, was es ermöglicht, die Glättungsfunktion einzuschalten, ohne das Gesamtbild zu stark weichzuzeichnen. Auch wenn man auf dem ersten Blick keine großen Leistungsunterschiede beim OLED-Panel im Vergleich zu älteren TV-Modellen erkennen wird und Nachleuchteffekte mit dem C9 immer noch auftreten, so ist gerade der Direktvergleich mit einem C7-Modell ein Augenöffner: Der C9 bietet die bessere Ausleuchtung, die präzisere Wiedergabe in dunklen Bildbereichen, die besseren Bildabstimmungsmöglichkeiten und die effektiveren Filter, um schlechtere Quellen akzeptabel zu gestalten. Wem es also bereits nach zwei Jahren TV-Nutzung wieder in den Fingern kribbelt, sich neuere Modelle anzuschauen, der wird vom C9 ganz sicher nicht enttäuscht werden.

Viele Anschlüsse (nach hinten) nicht für Wandmontage ausgelegt • Kunststoffblenden und Kabelkanäle nur für Standfuß (nicht für Anschlussbereich) • Länge Stromkabel nur ca. 1,8 m • Wandhalterung Maße: 40 × 20 cm • Mini-Joystick für Grundbedienung an Rückseite

2020 noch aktuell?

Trotz enormer Möglichkeiten und Vorteile, die der 77C9 bietet, stellt sich natürlich die Frage, welches Verbesserungspotenzial der CX-Nachfolger 2020 ermöglichen wird. Neben dem leicht verbesserten Bildprozessor des CX-OLED-TVs, der eine noch genauere HDR-Bildnachbearbeitung und -anpassung ermöglichen soll, will LG die Schwarzbildeinblendung Clear Motion optimieren: Der C9 ermöglicht hier nur dunkle Bilder mit 60-Hz-Flimmereffekt, während der CX-Nachfolger die Bewegtbildschärfe nahezu flimmerfrei optimieren soll. Gespannt sind wir, ob LG die automatische Bildabdunklung des C9 mit dem Nachfolgemodell ausmerzen kann, denn spielen Sie düstere Inhalte ohne Kontrastwechsel über mehrere Minuten ab, erscheint das Bild des C9 zunehmend flauer. Erst ein Kontrastwechsel oder die Einblendung von On-Screen-Elementen verhilft der Wiedergabe zur ursprünglichen Brillanz. Groß werden die Bildqualitätsunterschiede in Summe aber wohl nicht ausfallen, sodass der 77C9 gerade zu aktuellen Marktpreisen der wohl größte Konkurrent des zukünftigen CX-Modells sein wird. Ob knapp 5 000 Euro für einen 77-Zoll-OLED-TV angemessen sind, ist eine Frage der Betrachtungsweise: Für den Betrag des 77C9 können Sie gleich zwei 65C9-Modelle inklusive einer Gaming-Konsole erwerben. Umgekehrt ist der 77C9 mittlerweile knapp 3 000 Euro günstiger als zur Markteinführung und trotz moderner HDMI-2.1-Technik günstiger als andere 77-Zoll-OLED-Fernseher mit schlechterer Ausstattung. Da 2020 viele LED-LCDs mit 4K-Auflösung gegenüber den Vorjahresmodellen in Sachen Bildqualität abgespeckt werden und High-End-Komponenten meist für die neuen 8K-LCD-Modelle reserviert werden, ist der 77C9 auch technologieübergreifend führend, wenn es darum geht, beste 4K-Bildqualität in die Wohnzimmer zu bringen. Wie man es dreht und wendet: Wer einen 4K-Fernseher mit den Quellen der Gegenwart und Zukunft nutzen möchte, kommt an LGs 77C9 selbst im Jahr 2020 nicht vorbei.

Einstellungen für ein natürliches Bild

  • Bildmodus: Kino, Technicolor, ISF oder Spiel
  • AI Bild: Je nach Wunsch
  • OLED-Licht: Je nach Wunsch
  • Kontrast: 100
  • Helligkeit: 50
  • Schärfe: 20
  • Farbtiefe: 50
  • Farbton: 0
  • Dyn. Kontrast: Aus oder Niedrig
  • Dynamic Tone Mapping: Ein (nur HDR-Quelle)
  • Super Resolution: Mittel
  • Farbumfang: Automatisch oder Erweitert (SDR)
  • Farbfilter: Aus
  • Gamma: 2.2 oder 2.4
  • Farbtemperatur: Warm 2 oder Warm 1
  • Größte Helligkeit: Je nach Wunsch
  • Rauschunterdr.: Aus
  • MPEG-Rauschunterdr.: Aus
  • Glatte Abstufung: Niedrig
  • Schwarzwert: Niedrig
  • Echtes Kino: Ein (24p-Inhalte, Trumotion Aus)
  • Trumotion: Klar oder Aus (Clear Motion: Aus)
  • AI-Helligkeit: Je nach Wunsch (nur HDR-Quelle)
  • Bildformat: 16:9 oder Original, Just Scan: Ein

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12 Kommentare im Forum

  1. Doch, wer heute noch einen LG OLED77C9PLA irgendwo anschauen will, um ihn eventuell zu kaufen, wird arg enttäuscht werden. Den TV gibt es praktisch heute gar nicht mehr neu zu kaufen. Der Werbebeitrag ist wohl wegen Corona jetzt erst viel zu spät als „ News“ geschrieben worden.
  2. Die es jetzt noch gibt sind wahrscheinlich Aussteller aus dem Laden. Sie sind lange im grellen Ladenbildmodus gelaufen und der kleine Algo kam kaum dazu, zu arbeiten...
  3. Ist ja nicht nur der 77er auch der 55er ist gar nicht mehr zu kriegen,woolte ihn schon als ersatz holen für meinen putten tv
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