Kopfstelle: Televes K20 im Test

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Televes K20 Kopfstelle
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Nie war die Umsetzung von Satelliten-Transpondern ins Kabelnetz so einfach wie heute. Televes beweist, dass dies mittlerweile auch mit sehr kompakten Geräten möglich ist. Seit Oktober ist die neue K20-Serie des renommierten Herstellers erhältlich, die wir einmal genauer betrachten.

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Dieser Test erschien zuerst in der DIGITAL FERNSEHEN 09/2021

Die Übertragungswege Satellit und Kabel haben auch im wachsenden Streamingzeitalter noch immer eine große Bedeutung. Ob ein Wohnblock per Kabel oder Sat versorgt wird, liegt nicht selten an der Infrastruktur der Leitungen im Haus. In der Vergangenheit bedeutete dies für Vermieter in der Regel, dass sie den TV-Service an die ortüblichen Kabelnetzanbieter abgeben müssen. Dies hat zur Folge, dass zum einen bei Problemen beim TV-Empfang der Vermieter nur vermittelnd einspringen kann, zum anderen aber auch keine Einnahmen mit dem Service erzeugt werden können. Jedoch war es bisher so, dass Kabelkopfstellen doch eher größere Räume und einen hohen technischen Aufwand erforderten. Das dies in der modernen Zeit des 21. Jahrtausends nicht mehr der Fall sein muss beweist einmal mehr der spanische Hersteller Televes.

Televes K20 Kopfstelle
An der Unterseite des Umsetzers stehen zwei Netzwerkanschlüsse, eine USB-Schnittstelle sowie die Ausgänge der K20 bereit

Welche Anschlüsse hat die Kopfstelle?

Kompaktheit heißt das Stichwort beim ersten Blick auf den erstmals auf der virtuellen Anga 2021 vorgestellten Umsetzer. Anschlussseitig stehen an der Oberseite vier Sat-ZF-Eingänge bereit. Zwei weitere ZF-Anschlüsse dienen zum Durchschliff einer Ebene. An der Unterseite befinden sich ein Messausgang sowie der DVB-C-Ausgang, mit dem das Kabelnetz versorgt wird. Auch ein Eingang steht bereit, um das Gerät mit weiteren Kopfstellen oder sogar einen kompletten Fremdkabelnetz zu kombinieren. Zwei Netzwerkanschlüsse dienen zur Konfiguration der Knopfzelle sowie zur Vernetzung mit weiteren Televes Kopfstellen.

Des Weiteren ist ein USB-Anschluss für Servicezwecke vorhanden. Versorgt wird die K20 über ein integriertes Netzteil. Die K20-Serie besteht aus drei Geräten. Neben dem im Test befindlichen 16er-Modell, bei dem 16 Sat-Transponder nach DVB-C umgesetzt werden können, ist auch ein 8-Transponder-Modell sowie eines für 12 Transponder erhältlich. Welches Modell eingesetzt wird, kommt natürlich darauf an was der Kunde will.

Televes K20 Kopfstelle
Vier ZF-Eingänge sowie ein Durchschleifeingang sind an der Oberseite des Televes-Gerätes zu finden

Die Kopfstelle richtig installieren

Bevor die Kopfstelle Signale umsetzen kann, muss sie natürlich an das vorhandene Infrastruktursystem angeschlossen werden. Hierbei lässt Televes dem Nutzer größte mögliche Vielfalt, denn die vier Sat-ZF-Eingänge sind mit Versorgungsspannung aber auch DiSEqC-Befehlssetzen konfigurierbar. So ist es möglich, die K20 klassisch mit einem Quattro LNB und einer auf 19,2 Grad Ost ausgerichteten Antenne im deutschsprachigen Gebiet zu versorgen, gleichermaßen können aber auch bereits von einem Multischalter aufbereitete Signale genutzt werden. Letzteres ist beispielsweise dann sinnvoll, wenn ein Vermieter seinen Bewohnern eine möglichst breite TV-Zugangsmöglichkeit bieten möchte und Sat- und Kabelempfang gleichermaßen bereitstellt.

Televes K20 Kopfstelle
Weitere Einstellungsmöglichkeiten lassen beispielsweise die direkte IP-Vergabe für die Kopfstelle zu

Die Konfiguration geschieht über das Webinterface. Um diese nutzen zu können wird die Station mit dem Hauskabelnetz verbunden. Dabei können beide Netzwerkanschlüsse zum Einsatz kommen, allerdings empfiehlt es sich den ersten zu nutzen, da dieser DHCP beherrscht und eine aufwendige Netzwerkkonfiguration somit erspart bleibt. Letztendlich wird das Kabelnetz, sprich der Ausgang, noch angeschlossen und anschließend die Station durch Einstecken des Netzsteckers in Betrieb genommen. Hierbei muss betont werden, dass die beiden Lüfter an der Rückseite geräuschintensiver sind, gleichzeitig sind sie aber nötig, um die empfindlichen technischen Komponenten zu kühlen. Da eine Kopfstelle in der Regel in einem Hauswirtschaftsraum montiert ist, sollte die Geräuschentwicklung aber nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Televes K20 Kopfstelle
Die Konfigurationsdatei kann bequem gesichert werden, sie ist praktisch um ähnliche Umsetzer noch schneller einzustellen

Was bietet das Webinterface?

Der Vorteil der Webinterface-Konfiguration der Kopfstelle ist schnell gefunden. Zum einen muss keine zusätzliche Software auf dem PC installiert werden, zum anderen kann von jedem Ort im Haus und bei entsprechender Konfiguration auch außerhalb des Gebäudes die Wartung, Fehlersuche oder Neukonfiguration erfolgen. Dazu wird im Browser die vom Router zugewiesene IP-Adresse eingetragen und mittels in der Anleitung benannten Passworts das Webinterface geöffnet. Das Webinterface ist in den Sprachen Englisch, Deutsch und Spanisch verfügbar. Die Auswahl der Sprache erfolgt durch Klick auf die Landesflagge oben rechts.

Televes K20 Kopfstelle
Das Webinterface wird durch Eingabe der Kopfstellen IP und Zugangsdaten erreicht. Auf der Startseite bekommt der Nutzer einen Überblick, wo es Probleme gibt

Auf der ersten Seite des Webinterface bekommt der Installateur oder Haustechniker zudem sofort einen Überblick, ob die Station ordnungsgemäß arbeitet. Die Empfangswerte, aber auch der Füllstand der Kanäle, wird hier angezeigt. Darüber hinaus auch die Betriebstemperatur der Anlage und die Firmwareversion.

Wie funktioniert die Eingangkonfiguration der Televes T20?

Televes liefert die K20 vorkonfiguriert aus. Vor allem in neuen Kabelnetzen hält sich die Konfigurationsarbeit somit im Rahmen, denn alle wichtigen Transponder – etwa all jene der öffentlich-rechtlichen Anbieter inklusive der HD-Programme, aber auch die Privatsender in SD – sind programmiert. In diesen Fällen muss vor allem die Eingangskonfiguration vorgenommen werden. Wie eingangs erwähnt, können die vier Eingänge den individuellen Bedürfnissen der Sat-Hausanlage angepasst werden. Für jeden Eingang können die Empfangsebene sowie ein DiSEqC-Signal bestimmt werden. Somit ist es auch möglich, verschiedene Satellitensysteme an der K20 zu nutzen.

Televes K20 Kopfstelle
Die Eingänge sowie die zu empfangenden Pakete werden im Unterpunkt Eingang konfiguriert. Wichtig ist, dass der Nutzer die Zwischenfrequenzberechnung beherrscht

Im Punkt Eingang werden aber auch die zu empfangenden Transponder eingestellt. Hier ist etwas mehr Fachwissen gefragt, da die K20 nicht einfach die Frequenz, Symbolrate und Empfangsebene des Satelliten wissen will, sondern die Frequenz als LOF eingetragen werden muss. Somit ist eine Umrechnung vonnöten. Natürlich lassen sich die 16 zur Verfügung stehenden Kanäle auch separat abschalten, beispielsweise, wenn ein Transponder über Satellit gestört oder nicht mehr belegt ist, kann dieser kurzzeitig mittels Mausklick außer Betrieb genommen werden und stört somit nicht beim Kanalsuchlauf am Receiver. Sobald die Transponder geloggt – sprich empfangen – werden, wird die Nummer des Transponders grün hinterlegt, über das „Listensysmbol“ am Ende der Zeile kann anschließend die Transponderbelegung eingesehen werden.

So klappt die Ausgangskanalkonfiguration

Natürlich kann auch der Ausgangskanal vollkommen individuell eingestellt werden. Die 16 Kanäle lassen sich in einem Frequenzbereich von 88 MHz bis 862 MHz einplanen. Jeder ist dabei eigenständig konfigurierbar, somit ist es erlaubt, neben der Frequenz auch die Symbolrate, der QAM Modus und die Dämpfung individuell zu konfigurieren. Hinzu kommt die allgemeine Konfiguration der Kopfstelle. Dabei kann eine allgemeine Dämpfung, der Netzwerk-Name, die Netzwerk-ID, Die NIT-Version, der LCN-Modus und der EPG eingestellt werden.

Televes K20 Kopfstelle
Im Unterpunkt Ausgänge ist die An- und Abwahl einzelner Sender in einem Paket möglich, so können ungeliebte Sender außen vor bleiben

Je Ausgangskanal ist es zudem möglich, einzelne vom Satellitentransponder empfangene Programme individuell auszuschalten. Dies ist in vielen Fällen sogar nötig, denn gerade wenn ein Ausländerpaket vom Hotbird-Satelliten eingespeist werden soll, ist es in der Regel so, dass nicht alle Sender im Kabelpaket Platz finden. Grund dafür sind die doch recht breitbandigen Transponder, die mehr Datenrate bieten als der Kabelkanal. Dieser würde überlaufen, was am roten Symbol in der Ausgangskanalliste des entsprechenden Transponders sichtbar wird. Um dies zu verhindern, sollten nicht benötigte Sender einfach abgewählt werden.

Televes K20 Kopfstelle
Die Ausgangskanalübersicht zeigt auf, welche Frequenzen genutzt werden und lässt zudem diverse Grundeinstellungen zu

Dazu wird am Ende des Ausgangskanals auf das Stift-Symbol geklickt. Nun wird eine Liste angezeigt mit den Sendern. Wird der Punkt „Filter aktivieren“ gewählt, kann jedes enthaltene Programm durch Klick auf den Haken ein- oder abgewählt werden. Zudem ist in diesem Menü auch die individuelle Vergabe von LCN-Plätzen möglich. Auch wenn die K20 selbst keine Pay-TV-Entschlüsselungsmöglichkeit bietet, können verschlüsselte Angebote 1:1 durchgeleitet werden. Mit der entsprechenden Decodierhardware am TV-Platz sind diese dann nutzbar.

Televes K20 Kopfstelle

Weitere Konfigurationen

robleme, die gerade, wenn es um die Fülle auf den einzelnen Übertragungskanälen geht auch Tageszeitabhänig sein können, noch besser betrachtet werden. Auch der Export einer Konfiguration ist möglich. Das ist gleich mehrfach sinnvoll, zum einen können Hausverwaltungen somit die Konfigurationsarbeit an ähnlichen Anlagen sparen, zum zweiten hat man ein Backup, wenn doch einmal ein Problem auftreten sollte.

Kann die Televes-Kopfstelle überzeugen?

Die Televes K20 Kopfstelle überzeugt. In unserem Test arbeitet das Gerät zuverlässig. Keinerlei Ausfälle fallen auf. Die individuelle Konfigurationsmöglichkeit ist beachtlich. Der versierte Nutzer kann sein Hauskabelnetz somit optimal gestalten. Dank der Bedienung via Webinterface hat er zudem maximale Flexibilität, von wo aus dies geschieht. Wer also auf die zentrale Entschlüsselung von Pay-TV-Inhalten verzichten kann, wird mit der kompakten Kopfstelle besten bedient.

Dieser Test erschien zuerst in der DIGITAL FERNSEHEN 09/2021

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