Philips OLED937 im Test: Ein Highlight – auch für Gamer

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Im Test: Mit einem leistungsstarken OLED.EX-Panel und dem verbesserten vierseitigen Ambilight Aurora greift Philips mit dem OLED937 einmal mehr nach den Sternen – neben der von uns getesteten 65-Zoll-Variante diesmal sogar in 77 Zoll.

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Bild vom TV-Gerät Philips OLED937 vor weißem Hintergrund. Der Bildschirm zeigt leuchtende Korallen vor einem neon-violetten Hintergrund. im Standfuß ist ein Soundsystem von Bowers&Wilkins verbaut.
Der Philips OLED937 mit dem integrierten Soundsystem von Bowers&Wilkins
  • Preis: ca. 3 460 Euro
  • Bildgröße: 65 Zoll (auch erhältlich in 77 Zoll)
  • Maße: 144,3 × 93 × 4,7 cm
  • Gewicht: 40 kg
  • Bauweise: OLED
  • Auflösung: 3 840 × 2 160 Bildpunkte
  • Stromverbrauch: ca. 60 – 450 Watt

Testurteil: sehr gut
Preis/Leistung: gut
* Highlight
* Gaming-Tipp

Im Karton verbirgt sich neben dem OLED-Display das exklusive Lautsprechersystem von Bowers&Wilkins, das zugleich als Standfußelement dient. Zwei unterschiedliche Standfußverbindungen für eine Tisch- oder Wandmontage des Displays liegen ebenfalls bei. B&W setzt 2022 auf eine 5.1.2-Lautsprecheranordnung, sodass Klänge nicht nur nach vorn und nach oben, sondern auch zu beiden Seiten abgestrahlt werden. Das neue Lautsprechersystem fällt dadurch etwas breiter aus. Erst nach dem Einschalten zu erkennen: Das verbesserte ­Ambilight Aurora, das die Philips-­typischen Lichteffekte nun noch genauer gemäß dem Bildinhalt abgleicht. Möglich macht dies eine feinere Ansteuerung der an der Gehäuserückseite angebrachten LEDs, sodass sich einzelne Lichtfarben noch präziser abbilden lassen und die Wandbeleuchtung noch effektvoller erscheint. Und auch das OLED-Display bekommt eine Leistungssteigerung spendiert, denn Philips setzt auf die aktuelle OLED.EX-Panelgeneration, die eine bessere Effizienz sowie Leistung verspricht und einen noch schmaleren Bildrahmen ermöglicht. Selbst die Fernbedienung ist dank Tastenbeleuchtung ein echter Blickfang.

HDR jetzt mit KI-Kontrast

Im OLED937 kommt eine Dual-Chip-Lösung zum Einsatz, die gerade mit HDR10-Inhalten eine optimierte Darstellungsqualität ermöglicht. Philips unterstützt aktuelle HDR-Formate wie Dolby Vision und HDR10+ und bietet Gamern einen HGiG-Abgleich über die jeweilige Spielkonsole. Mit Standard-HDR10-Quellen sorgt die neue adaptive KI-Kontrastanpassung für Aufsehen. Einmal aktiviert werden Detailverluste in sehr hellen Bildszenen verhindert, ohne das Gesamtbild zu stark abzudunkeln. Extrem dunkle oder kontrastarm erstellte HDR-Inhalte werden hingegen in Helligkeit und Bilddynamik optimiert. Zugleich sorgt eine Raumlichtanpassung für eine höhere Grundaufhellung bei Tageslichteinfall, damit Details in dunklen HDR-Bildbereichen leichter differenziert werden können. Im Film „Dune: Part I“ zeigt sich beim Aufbruch des Hauses Atreides vom Planeten Caladan die Stärke der KI-Kontrastoptimierung: In den diesigen Außenszenen wird der Kontrast und die Spitzenhelligkeit deutlich erhöht, ohne das Gesamtbild zu künstlich erscheinen zu lassen, während in den kontrastreichen Innenaufnahmen der Bildunterschied geringer ausfällt. Wollen Sie die neue HDR10-Kontrastoptimierung austesten, sollten Sie die Tonemapping-Einstellung auf „Verbessert“ umschalten und die HDR-Perfect-Kontraststeigerung auf Stufe „Mittel“ anwenden. Die Grenze setzt das Ausgangsmaterial: Je stärker die Bildkomprimierung des Signals, desto deutlicher wird man Banding-Artefakte infolge der Kontrastspreizung wahrnehmen können. Probleme können durch statische Overlay-Elemente entstehen, dann dadurch kann die Kontrastnachbearbeitung fehlgeleitet werden. Sollten störende Banding-Artefakte auftreten, gelingt es über das Standard-HDR-Tonemapping, eine korrekte HDR-Wiedergabe sicherzustellen. Mit Dolby-Vision-Quellen ist zwar keine weitere Nachbearbeitung möglich, doch die Darstellungsqualität fällt tadellos aus. 

OLED noch effizienter

Das OLED.EX-Panel ermöglicht eine hohe Spitzenhelligkeit von fast 1000 Nits bei neutralen Farben und die Flächenhelligkeit fällt noch etwas höher als beim Vorjahresmodell aus. Zeitlich begrenzte Nachleuchteffekte sind mit dem OLED937 hingegen minimiert, was einmal mehr die Vorteile der neuen Panelgeneration widerspiegelt. Nur in einem Punkt hätten wir uns noch mehr Abstimmungsmöglichkeiten gewünscht, denn der OLED937 betont durch das OLED.EX-Panel Weißlichtdetails besonders stark. Die einstellbare Lichtverstärkung beeinflusst lediglich die Gesamtleuchtstärke und somit auch die Farbbrillanz. Von solchen Ausnahmen abgesehen bietet Philips mit dem OLED937 ein echtes Universalwerkzeug, um unterschiedliche Bildinhalte auf das gewünschte Kontrastniveau anzuheben. 

Philips OLED937: Auch für Gaming geeignet

Die Dual-Chip-Lösung im OLED937 ist nur in einem Punkt von Nachteil, denn 4K-120-Hz-­Signale einer PS5 oder Xbox Series X quittiert der Fernseher mit einer reduzierten Auflösung, sodass effektiv 3 840 × 1 080 Pixel des Eingangssignals dargestellt werden. Da beide Gaming-Konsolen im 120-Hz-Modus oftmals gleichermaßen die Auflösung reduzieren, um eine höhere Bildfrequenz zu erreichen, ist dieser Nachteil in der Praxis kaum der Rede wert. Versüßt wird die Gaming-Wiedergabe durch die Unterstützung von VRR, Freesync und G-Sync und einer neuen ­Dashboard-Einblendung, die über das Eingangssignal und die wichtigsten Einstellungen informiert. Die Bildvoreinstellung sollte im Spielmodus gründlich nachgeregelt werden, um zu kühle und überschärfte Bilder zu vermeiden. Ein weiterer Tipp ist die Installation der aktuellsten TV-Software über USB (Datei als „autorun“ abspeichern), denn dadurch ließen sich im Test Abstimmungsprobleme im VRR-Modus minimieren. Statt der Ambilight-Voreinstellung „Spiel“, die eine strikte Trennung der rückseitigen LED-Felder vornimmt und Flackereffekte begünstigt, bevorzugten wir die Ambilight-Einstellungen „Standard“ und „Natürlich“. 

Einstellungen überprüfen

In den Werkseinstellungen ist ein aggressiver OLED-Panelschutz aktiv, weshalb der Fernseher binnen kurzer Zeit Bildinhalte mit wenig Bewegung sehr stark abdunkelt. Kontrollieren Sie deshalb nicht nur die Eye-Care-, sondern auch die OLED-Bildschirmeinstellung („Lokaler Bildschutz“), um neben dem Lichtsensorabgleich das Dimmingverhalten von statischen Bildinhalten zu beeinflussen. In einem besonderen Fall zeigt sich der automatische Dimming-Effekt dennoch: Videoquellen (auch im Dolby-­Vision-Format) können nach einigen Minuten abgedunkelt erscheinen, wenn die dargestellten Sequenzen keine Kontrastwechsel aufweisen. In solchen Momenten hilft lediglich ein Bildwechsel oder die Einblendung von leuchtstarken Menüs. Wer sehr nah am Display sitzt und einheitliche dunkle Flächen abbildet, kann zudem Dithering-Effekte wahrnehmen. Seine Stärken spielt der OLED937 bei Film-, Serien- und Gaming-Inhalten mit schnellen Bildbewegungen aus, denn neben einer nativen 120-Hz-Signalzuspielung lassen sich auch geringere Bildfrequenzen über die Zwischenbildberechnung aufwerten. Während der „Standard“-Modus einen Soap-Opera-Effekt provoziert und Artefakte sichtbar sind, arbeitet der „Film“-Modus der Bewegungsglättung deutlich dezenter und minimiert dennoch zielsicher irritierende Judder-Effekte. Filmbildpuristen freuen sich über die Einstellung „Pures Kino“. 

Räumlicher Klang

Das Lautsprechersystem von Bowers&Wilkins vermittelt ein Raumklanggefühl, das über die Möglichkeiten konventioneller TV-Lautsprecher hinausgeht. Im Test profitierte die Tonwiedergabe von den zahlreichen manuellen Einstellungsmöglichkeiten, da eine automatische Audioeinmessung nicht unterstützt wird. Neben effektvollen Voreinstellungen wie „Unterhaltung“ können Sie im Benutzermodus den Virtual­Surround-Effekt hinzuschalten, sodass auch Stereoinhalte vom größeren Klangvolumen profitieren. Neben dem Center-Kanal lassen sich die Höhenlautsprecher und die seitlich abstrahlenden Kanäle in der Lautstärke einzeln beeinflussen. Lediglich die Tonbalance der unterschiedlich verbauten Lautsprecher wirkt nicht immer homogen. Verbinden Sie den OLED937 mit einer Soundbar oder einem Heimkinosystem über HDMI-eARC, wird das aktuelle Lautstärkeniveau leider nicht über den Fernseher angezeigt. Eine eARC-Tonweiterleitung des OLED-Displays ist ohne Anschluss des Bowers&Wilkins-Lautsprechersystems möglich, doch das Abklemmen des Lautsprechers wird von Philips nicht empfohlen.

Entdecke die Möglichkeiten

Mit einer aktuellen Android-Software, Single-Tunern für den TV-Empfang und einer HD+ Freischaltung über eine praktische App ist der OLED937 ein moderner Alleinunterhalter. Trotz aller KI-Einstellungen profitiert der OLED937 von manuellen Korrekturen, nicht zuletzt, weil Philips in Sachen Nachbearbeitung kaum Limits setzt und der OLED937 nicht nur zahm, sondern mit Nachdruck zu Werke gehen kann. Der Philips OLED937 macht in vielerlei Hinsicht das Außergewöhnliche möglich. 

Text: Christian Trozinski; Redaktion: Richard W. Schaber

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