DF vor 100 Ausgaben: DVB-T-Einführung und VDR-Eigenbau

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Bild: © JuergenL - Fotolia.com
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Einmal im Monat blicken wir zurück auf das was zu Beginn des 21 Jahrhunderts passierte. Die DIGITAL FERNSEHEN-Redaktion blättert dazu in älteren Ausgaben. Heute ist die Ausgabe 06/2004 dran, welche im Mai 2004 erschien.

Einführung von DVB-T
 
Das Jahr 2004 stand im Zeichen der DVB-T-Einführung in weiten Teilen Deutschlands. Mit Ausnahme von Berlin war das digitale terrestrische Übertragungsverfahren bis Mai 2004 in Deutschland noch ungenutzt. Dies änderte sich nur wenige Tage nach der Branchenmesse Anga in den Ballungsräumen Hannover, Bremen und Köln. Zwischen 16 und 24 Programmen gingen in den Gebieten digital via Antenne auf Sendung.
 
Die Besonderheit: Die Privatsender verzichteten auf eine Simulcastabstrahlung und tauschten die analogen Signale direkt gegen Digitalpakete aus, wodurch Nutzer ohne Set-Top-Box das Nachsehen hatten. Natürlich ahnte 2004 noch keiner welche Entwicklung DVB-T in der Bundesrepublik einmal nehmen würde. Mittlerweile steht fest, dass der Standard einzig in den Ballungsräumen eine kleine Anhängerschaft gefunden hat und deutlich hinter dem Satelliten- und Kabelempfang zurücksteht.
 
Auch der Nachfolgestandard DVB-T2 hat es bisher noch nicht nach Deutschland geschafft, mittlerweile ist von einer Einführung erst gegen Ende diese Jahrzehnts die Rede. Da vorher wohl auch kein HDTV-Programm eine terrestrische Ausstrahlung starten wird, hinkt DVB-T auch die nächsten Jahre wohl dem Technikfortschritt hinterher.

Eigener Videorekorder
 
Das Thema Digitalaufnahme war 2004 eines der Beherrschendsten. Da die meisten Geräte nicht das erfüllten was die Nutzer sich vorstellten, boomte der Bau eigener VDR-Geräte. Mit Hilfe von PC-Hardware sowie der Linux-Software konnten findige Hobbytüftler so ihre eigene Aufnahmemaschine kreieren. Wie es geht zeigte die Redaktion der DIGITAL FERNSEHEN in einem spannenden Workshop. Auch heute sind derartige „Wohnzimmer-PCs“ noch immer bei den Freaks beliebt. In der aktuellen Ausgabe der ebenfalls im Auerbach Verlag erscheinenden DIGITAL TESTED, zeigt die Redaktion auf, was mit den Geräten geht, wie die Ausstattung sein sollte und welche Dinge zu beachten sind.

Fernsehen über DSL-Tarifen
 
Was heute schon normal ist, steckte 2004 noch in den Kinderschuhen. Fujitsu Siemens und T-Online führten „Vision on TV“ ein. Mit der so genannten Activy Box kamen Nutzer von Breitbandanschlüssen erstmals in den Genuss von IPTV.
 
Im Gegensatz zu den heute von Entertain oder Vodafone TV bekannten Angeboten handelte es sich dabei zum damaligen Zeitpunkt ausschließlich um Abrufangebote. Spielfilme konnten vom Nutzer übers Netz angefordert und am heimischen Fernseher gesehen werden. Die TV-Sender empfing die Box aus Kapazitätsgründen weiterhin auf dem klassischen Weg über das TV-Kabel.
 
Nur acht Jahre später hat sich IPTV zu einem wichtigen Verbreitungsweg etabliert bei dem 3D und HDTV-Kanäle ebenso wie SDTV Sender verbreitet werden. Abrufdienste wie Videoload sind natürlich weiterhin Bestandteil der Angebote. Ein leistungsfähiger Internetzugang muss allerdings auch heute dafür zur Verfügung stehen.
 
 
In der Rubrik „DIGITAL FERNSEHEN vor 100 Ausgaben“ werfen wir an jedem ersten Donnerstag im Monat einen Blick in die früheren Tage der führenden Fachzeitschrift zum Thema Digital-TV. Ab sofort finden Leser die aktuelle Ausgabe 10/2012 druckfrisch am Kiosk. Das Heft ist natürlich auch in unserem Online-Shop sowie im Abonnement erhältlich.DIGITAL FERNSEHEN vor 100 Ausgaben
[Ricardo Petzold]

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1 Kommentare im Forum

  1. AW: DF vor 100 Ausgaben: DVB-T-Einführung und VDR-Eigenbau Richtig dick kam es mit der nächsten Stufe im November 2004, als die Privatsender landesweit ihre analogen Signale abgeschaltet haben, also auch in den Regionen, die noch nicht digitalisiert wurden.
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