DVB-T auf dem Weg zum flächendeckenden Ausbau

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Bild: © JuergenL - Fotolia.com
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Heute hält das digitale Antennenfernsehen (DVB-T) auch an der Westküste Schleswig-Holsteins Einzug: Die Senderstandorte Heide/Welmbüttel, Eiderstedt/Garding, Helgoland und Westerland schalten dann von der Analogübertragung auf die digitale Ausstrahlung um.

Damit ist der Übergang zur Digitaltechnik im nördlichsten Teil Deutschlands abgeschlossen. Die Bewohner des nordwestlichen Küstenstreifens mit seinen beliebten Ferieninseln profitieren ab sofort von allen Vorzügen des modernen Übertragungsverfahrens.

DVB-T eignet sich nicht nur für den stationären, sondern auch für den mobilen Empfang mit handlichen portablen Geräten. Derzeit bietet der Handel rund 50 verschiedene Modelle an, oft auch in Kombinationen mit tragbaren DVD-Playern. Die leichten, kompakten Fernsehgeräte sind bereits ab etwa 150 Euro zu haben. Besonders beliebt sind auch winzige Empfänger, die Notebook-Computer zu Fernsehgeräten und sogar zu digitalen Videorecordern aufrüsten. In der Bauform von USB-Sticks beispielsweise sind sie nicht größer als Einweg-Feuerzeuge, Kostenpunkt: ab etwa 80 Euro.
 
DVB-T bringt Fernsehprogramme sogar ins Auto – störungsfrei und in klarer Bildqualität. Etwa 35 Fahrzeugempfänger stehen heute zur Auswahl, Tendenz rasch steigend. DVB-T steht für wesentlich höhere Programmvielfalt als das analoge Antennenfernsehen. Im Westen Schleswig-Holsteins zum Beispiel startet die digitale Übertragung mit zehn Programmen aus dem Angebot von ARD und ZDF, in anderen Regionen Deutschlands kann man bereits 24 DVB-T-Programme empfangen. Stationärer DVB-T-Empfang funktioniert im Kerngebiet der Versorgung ohne Dachantenne: Winzige Stabantennen oder kompakte, so genannte aktive Zimmerantennen mit eingebauten Verstärkern sorgen für perfekten „Indoor“-Empfang – glasklar und ganz ohne Schnee, Schatten oder andere lästige Störungen auf der Mattscheibe.

Auch im Süden Deutschlands geht der Ausbau der DVB-T-Sendernetze weiter zügig voran. Am 6. Dezember 2006 startet DVB-T in weiten Teilen der Oberpfalz und Niederbayerns: Im Versorgungsbereich der Sender Hoher Bogen, Hohe Linie, Brotjacklriegel und Pfarrkirchen wird das bisherige analoge Fernsehen über Antenne auf digitale terrestrische Versorgung umgestellt. Mit DVB-T lassen sich künftig auch im östlichen Teil Bayerns zehn digitale TV-Programme und Datendienste frei über Antenne empfangen.
 
Bis zum Ende dieses Jahres können dann schon 70 Prozent aller Bundesbürger DVB-T empfangen. 5 Millionen DVB-T-Empfänger wurden seit Beginn der Umstellung auf die Digitaltechnik im Jahr 2002 bereits in Deutschland verkauft, 3,5 Millionen in Form von Settop-Boxen für stationäre Fernsehgeräte. Immer mehr aber auch mit im TV-Gerät oder DVD-Recorder integrierter Empfangstechnik.

Im nächsten Jahr geht der Ausbau der DVB-T-Netze weiter. So sollen 2007 die Lüneburger Heide, Münster, weitere Teile von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, Aachen, der Westharz und das Saarland zu den Regionen mit digitalem Antennenfernsehen hinzukommen. Damit steht schon heute fest: Die Vorgabe der Bundesregierung aus dem Jahr 1998, bis zum Jahr 2010 den Flächenausbau des digitalen terrestrischen Fernsehens beendet zu haben, wird schon sehr viel früher erreicht als ursprünglich erwartet. [fp]

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  • Empfang_DVB-T_Artikelbild: © JuergenL - Fotolia.com

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