DVB-T: Letzte Gartensaison mit Antennenfernsehen für alle

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Bild: © JuergenL - Fotolia.com
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Genießen Sie noch einmal den Sommer draußen mit DVB-T Empfang. Denn damit ist in diesem Jahr in Deutschland für viele Zuschauer Schluss. Schon 2016 wird auf DVB-T2 umgestellt und dann gibt es keinen mobilen Empfang mehr.

Es ist kein verspäteter April-Scherz. In verschiedenen Regionen Deutschlands, in denen ab 2016 auf DVB-T2 umgestellt wird, wird es wohl die letzte Gartensaison sein, in der die privaten TV-Programme mobil auf tragbaren DVB-T Geräten zu nutzen sind. Grund ist, dass nach der geplanten Umstellung auf DVB-T2 die heutigen Empfangsgeräte nicht mehr nutzbar sind. Zudem werden, ähnlich wie es heute schon in Österreich bei Simply TV der Fall ist, wohl auch in Deutschland keine tragbaren Endgeräte zur Verfügung stehen, die eine entsprechenden Decodiertechnik für die Privatsender an Bord haben.

Mit welchen Regionen im nächsten Jahr begonnen wird und welche Region gegebenenfalls noch Schonfrist haben wird, ist leider noch immer nicht bekannt. Experten mutmaßen, dass es in Berlin-Brandenburg und auch in den Ballungsräumen Nordrhein-Westfalens in jedem Falle schon die Umstellung auf DVB-T2 geben wird. Der Rest Deutschlands bleibt weiter ungewiss.
 
Ab 2016 soll dann Region für Region umgestellt werden. Begonnen werden soll den Planungen zufolge immer mit den Ballungsräumen. Dabei ist es nicht nur die Empfangsbox im Wohnzimmer, die mit dem neuen Standard nicht mehr genutzt werden kann. Auch der PC oder der Laptop mit DVB-T Stick, der externe Empfänger für Smartphone und Tablet, der Mini-TV im Auto oder der mobile Fernseher für Garten und Park – jeder Bildschirm wird nach einer kleinen Übergangszeit, in der beide Standards parallel laufen sollen, dann schwarz bleiben.
 
Hintergrund ist, dass deutsche TV-Sender, allen voran die großen Senderketten, über DVB-T auch ihre HDTV-Inhalte vermarkten wollen. Da man ähnlich wie bei der Satellitenausstrahlung und im Kabelnetz den Contentschutz in den Häusern RTL und ProSiebenSat.1 über die Interessen der Zuschauer stellt, hat man sich für eine verschlüsselte Ausstrahlung auch im terrestrischen Bereich entschieden.
 
Der Kunde, der weiterhin Free-TV nutzen möchte, kann somit künftig nur noch die öffentlich rechtlichen Programme über Antenne sehen, kommt aber dennoch nicht um die Anschaffung neuer Technik herum. Auch ARD und ZDF werden den effizienteren Übertragungsstandard für sich nutzen, um auch HD-Inhalte anbieten zu können.
 
Zollen Sie Ihrem mobilen Empfangsgerät in diesem Sommer also noch mal Dankbarkeit, denn für viele Nutzer wird es der letzte Sommer mit DVB-T in Deutschland sein. [th]

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  • Empfang_DVB-T_Artikelbild: © JuergenL - Fotolia.com

162 Kommentare im Forum

  1. Deshalb ja auch... ... so ein Tempo. DVB-T2 wird einfach auf Druck der Privaten so schnell eingeführt. Die wollen abkasiseren. Auch im Kabel werden sie bei nächster Möglichkeit das SD-Signal verschlüsseln. Analog wird auch im Kabel irgendwann weg sein. Auf Sat könnten sie sogar komplett auf SD-Signal verzichten, was sie vermutlich ebenfalls machen werden. Dann sind die privaten nur noch Pay-TV. Was auch nicht schlecht wäre, denn dann sollen die, die den Trashkram sehen wollen, auch bezahlen.
  2. AW: DVB-T: Letzte Gartensaison mit Antennenfernsehen für alle Das sich das aber nur auf ein paar Private Sender bezieht, wird in obiger Meldung geflissentlich unterschlagen. Immerhin ist deren Content so unglaublich wertvoll, das man ihn vor dem bösen Zuschauer schützen muss.
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