DVB-T2: Modell wie in Österreich für Deutschland denkbar?

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Bild: © JuergenL - Fotolia.com
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Wird DVB-T2 in Deutschland kommen und wie könnte ein entsprechendes Angebot aussehen? Über diese Fragen diskutierten im Rahmen eines IFA-Panels Vertreter der Branche. Dabei könnte vor allem das österreichische Modell mit SimpliTV ein mögliches Vorbild für Deutschland sein.

Neben dem Thema Ultra HD wurde auch die Zukunft des terrestrischen Fernsehens im Umfeld der IFA heftig diskutiert. So sprachen Vertreter von Sendern, Sendernetzbetreibern und Bundesnetzagentur am Dienstag im Rahmen des Panels „Terrestrik Reloaded“ vor allem über die Möglichkeiten einer Einführung von DVB-T2 als Nachfolgestandard des derzeit genutzten DVB-T. Neben der wichtigen Frage nach der Verfügbarkeit des 700-MHz-Frequenzbandes, welches für einen Umstieg mit vorübergehendem Simulcast-Betrieb notwendig wäre, stand dabei auch die mögliche Ausgestaltung eines DVB-T2-Angebots im Fokus der Diskussion.

Michael Müller, Senior Vice President Distribution bei ProSiebenSat.1, machte dabei einmal mehr klar, dass auch sein Haus bereit sei, sich am Umstieg auf DVB-T2 zu beteiligen und Programme darüber in HDTV auszustrahlen. Wie in der Vergangenheit verwies er dabei jedoch auf die Notwendigkeit, ein Geschäftsmodell zu entwickeln, dass die Refinanzierung der Übertragungskosten für die Programmanbieter ermöglichen werde. Mit anderen Worten heißt dies nichts anderes, als dass ProSiebenSat.1 auch über einen möglichen terrestrischen Standard DVB-T2 seine HD-Programme höchstwahrscheinlich nur verschlüsselt ausstrahlen wird und die Entschlüsselung nur gegen ein Entgelt vom Kunden erfolgen soll.
 
Ein ähnliches Modell funktioniert seit einigen Monaten bereits in Österreich unter dem Namen SimpliTV. Darüber sind neben einigen Sendern, die weiterhin in DVB-T ausgestrahlt werden, auch zahlreiche Sender in DVB-T2 zu empfangen. Ein Teil davon – nämlich ORF Eins HD, ORF 2 HD sowie Servus TV HD – ist nach einer Registrierung kostenlos verfügbar. Für die restlichen Kanäle Sat.1 HD, ProSieben HD, Das Erste HD, ZDF HD, RTL HD, Vox HD, RTL 2, Super RTL, Kabel Eins, Sixx, Arte, Eurosport, Phoenix, BR, N-TV, ZDFneo, CNN, Deluxe Music, Nickelodeon, Sport1, Kika, Playboy TV, DMAX, RTL Nitro, BR Alpha, Comedy Central und 4 ist ein kostenpflichtiges Abo notwendig, dass monatlich mit 10 Euro zu Buche schlägt. Wegen der unterschiedlichen Empfangsart bei einem ähnlichen Abo-Modell wurde SimpliTV in der Vergangenheit bereits als kabelloses Kabelfernsehen bezeichnet.
 
In Österreich allerdings funktioniert der gleichzeitige Betrieb von DVB-T und DVB-T2 derzeit auch deshalb, weil eine Digitale Dividende II zur Umwidmung des 700-MHz-Frequenzbandes auf die Mobilfunkanbieter nicht geplant ist. Dies unterstrich auch Andreas Kunigk von der österreichischen Regulierungsbehörde RTR im Rahmen des IFA-Panels. Eine weitere Digitale Dividende sei demnach vor allem deshalb ausgeschlossen worden, damit eine Weiterentwicklung der terrestrischen Infrastruktur möglich bleibt. [ps]

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31 Kommentare im Forum

  1. AW: DVB-T2: Modell wie in Österreich für Deutschland denkbar? Wenn man den Richtigen fragt, bekommt man auch die passende Antwort. Eine Verschlüsselung ÖR Sender ist aber undenkbar.
  2. AW: DVB-T2: Modell wie in Österreich für Deutschland denkbar? Völlig sinnfrei. In Deutschland ist das terrestrische Fernsehen ja gerade als "Überallfernsehen" ausgelegt. Mit dieser Grundidee ist ein verschlüsseltes Bezahlmodell, womöglich noch mit proprietären Zwangsboxen, nicht vereinbar. Für die Übertragung von Pay-TV stehen in Deutschland Kabel, Satellit und IPTV zusammen flächendeckend zur Verfügung. Pay-TV braucht DVB-T/T2 nicht als Übertragungsweg. Das braucht man also gar nicht erst zu versuchen. Dann verzichtet man besser gleich auf die Terrestrik.
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