DVB-T2-Umstellung sorgt für Störungen

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Bild: © JuergenL - Fotolia.com
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Was für Antennenzuschauer ein Segen war, hat sich für zahlreiche öffentliche Veranstaltungen in Hamburg als Fluch erwiesen: Die Umstellung auf DVB-T2 HD sorgte für Störungen, die bis zum Abschluss in ganz Deutschland für Probleme sorgen könnten.

Mit der Umstellung auf DVB-T2 HD ist es seit 29. März auch Antennenzuschauern möglich, das TV-Programm hochauflösend zu verfolgen. Bisher ist dies bereits in zahlreichen Ballungsräumen geschehen, endgültig abgeschlossen sein soll dieser erst Mitte 2019. Dies könnte jedoch für zahlreiche öffentliche Veranstaltungen zu einem Problem werden, denn die Umstellung sorgt auf zahlreichen Frequenzen für Funkstörungen, wie die Initiative „SOS – Save Our Spectrum“ am Mittwoch mitteilte.

So sei es bereits am 29. März in Hamburg bei mehreren Veranstaltungen zu Ausfälen etwa von Funkmikrofonen und Headsets gekommen, die den Ablauf der Events erschwert habe. „Im Hamburger Stadtgebiet waren jeweils Frequenzen im gebührenpflichtigen B-Band, dem Bereich zwischen 626 und 648 MHz betroffen“, erläutert Niels Kleenworth, Geschäftsführer der Arentis Veranstaltungstechnik GmbH, dem vor allem schockiert, das die Bundesnetzagentur von diesem Problem nichts gewusst habe. „Nach kurzen Nachforschungen konnte man mir immerhin mitteilen, dass sie auf einen neuen DVB-T2-Sender zurückzuführen sind. Von einer Bundesbehörde, die als Herr über das Frequenzspektrum Gebühren für Frequenzzuteilungen verlangt, erwarte ich etwas anderes.“
 
Für das Jahr 2019 sieht Helmut G. Bauer sogar noch größere Probleme auf Veranstalter zukommen. „Durch die Räumung des 700 MHz-Bandes wird das Frequenzspektrum für drahtlose Produktionsmittel bis 2019 immer knapper werden. Momentan kann man häufig noch auf andere Kanäle ausweichen, wenn die bisherigen Frequenzen gestört sind. Schon bald gibt es aber vielerorts keine Garantie mehr, noch freie Frequenzen zu finden.“
 
Durch die „Digitale Dividende 2“, die einen erheblichen Teil des für das digitale Antennenfernsehen und drahtlose Produktmittel wichtige UHF-Funkspektrum an den Mobilfunk versteigert hat, wird es für letztgenannte immer schwieriger, eine Lücke zu finden. [buhl]

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13 Kommentare im Forum

  1. Wieso dürfen die betroffenen Funkmikrofone überhaupt noch auf diesen Frequenzen senden? Damals wurde doch auch die Nutzung von CT1+ Schnurlostelefonen komplett verboten, weil die Frequenzen anderweitig vergeben wurden.
  2. Müssen seit 2015 in diesem Frequenzbereich die Funkmikrofone nicht bei der BnetzA angemeldet werden?
  3. [USER=11683]@Koelli[/USER]: solche Veranstaltungstechnik darf den UHF Bereich ganz offiziell nutzen. Die müssen das zwar anmelden, und aufwändig Pläne erstellen, was bei Großveranstaltungen echt kompliziert ist - da gibt es extra Frequenzmanager dafür, aber nutzen dürfen sie es. Bestimmte Gebiete wie Ruhrpott oder eben Hamburg sind ein Horror für die, weil DVB-T2 dort soviel belegt und natürlich Vorrang hat. Hier waren sie wohl einfach schlecht vorbereitet auf die Umstellung.
  4. Jo genau Band I, dann dürfen die Sänger wieder nen Antennendraht am Mikro von nem halben Meter mit rumtragen...
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