Notbremse? RTL beantragt Verlängerung der DVB-T-Verbreitung

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Bild: © JuergenL - Fotolia.com
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Die Mediengruppe RTL scheint bei ihrem geplanten DVB-T-Ausstieg offenbar die Notbremse zu ziehen. Wie das Unternehmen ankündigte, habe man formell bereits die Verlängerung der Frequenzzuweisung über 2014 hinaus beantragt. Ursprünglich sollte Ende des kommenden Jahres Schluss sein. Mit seinen Ausstiegsplänen stand RTL jedoch allein da.

Macht RTL die Rolle Rückwärts beim DVB-T-Ausstieg? Nachdem die Mediengruppe RTL im Januar 2013 ihren Ausstieg aus dem digitalen terrestrischen Fernsehen in Deutschland angekündigt und diesen Schritt in den vergangenen Monaten auch stets verteidigt hatte, ruderte Tobias Schmid, der Bereichsleiter für Medienpolitik bei RTL, in einem Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ nun plötzlich zurück und kündigte an, den Ausstieg unter bestimmten Vorraussetzungen noch einmal zu überdenken (DF berichtete).

Nun möchte man bei RTL offenbar ganz schnell Nägel mit Köpfen machen. Denn wie die Mediengruppe am Dienstag angekündigt hat, habe man eine Verlängerung der Zuweisung der DVB-T-Frequenzen über das Jahr 2014 hinaus bereits formal und fristgerecht beantragt. Als Anlass dient dabei die medienpolitische Agenda der neuen Bundesregierung, in welcher sich Union und SPD für eine Sicherung der DVB-T-Frequenzen aussprechen. So schnell wie die Ankündigung jedoch kam, dürfte dies allerdings bestenfalls der letzte Anstoß gewesen sein, der die Mediengruppe letztlich zu einem Umdenken bei ihrer DVB-T-Politik bewegt hat.
 
Bereits wenige Monate nach dem angekündigten Ausstieg von RTL hatte sich angedeutet, dass andere TV-Veranstalter nicht mitziehen würden. Auch nachdem bereits Ende Juli die DVB-T-Verbreitung von RTL im Großraum München eingestellt wurde, blieben die Frequenzen nicht lange ungenutzt, sondern wurden von der Konkurrenz neu belegt. Zudem hatten sich ARD und ZDF zuletzt klar dafür ausgesprochen, die terrestrische Programmverbreitung weiterzuführen und in den kommenden Jahren den Umstieg auf den Nachfolgestandard DVB-T2 zu forcieren.
 
Dem Sonderweg, den RTL hier also gehen wollte, schien keiner folgen zu wollen. Man hatte hoch gepokert, stand letztlich jedoch allein da. Nun zieht man in Köln offenbar die Notbremse und vollzieht zumindest in einem ersten Schritt den Rückzug vom Rückzug. Sollte RTL nun ernst machen und sich tatsächlich an der Weiterentwicklung des terrestrischen Rundfunks beteiligen, wären die Gewinner auf jeden Fall die Zuschauer. [ps]

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93 Kommentare im Forum

  1. AW: Notbremse? RTL beantragt Verlängerung der DVB-T-Verbreitung Hi-hi-hi. Also doch eine Nummer zu groß -selbst für RTL.
  2. AW: Notbremse? RTL beantragt Verlängerung der DVB-T-Verbreitung Ähh. ...'Frankfurter Allgemeine'... Meint RTL nicht etwas die DVB-T Frequenzen im RheinMain Gebiet. Ich habe hier schon allen DVB-T Zuseher gesagt, ab 2015 nix mehr mit 'Wer wird Millionär'. War das nun falsch? Wer weiss mehr?
  3. AW: Notbremse? RTL beantragt Verlängerung der DVB-T-Verbreitung Also ich würde mich freuen wenn RTL in NRW Über dvbt bleibt.
  4. AW: Notbremse? RTL beantragt Verlängerung der DVB-T-Verbreitung Ich auch. Würde mir jeden Monat 15 Euro für einen alternativen Empfangsweg ersparen.
  5. AW: Notbremse? RTL beantragt Verlängerung der DVB-T-Verbreitung Übrigens wegen Frequenzunsicherheit hat RTL noch nie was erwähnt. Hier der Grund des Ausstieges Trotz RTL-Ausstieg: Auch LPR Hessen hält an DVB-T fest - DIGITALFERNSEHEN.de Aber selbst das bezweifle ich, das zwei drei DVB-T Sender im RheinMain Gebiet wirklich teurer sind als z.B. der Strom für 10Tausende Kabelverstärker des entsp. Kabelanbieters im gleichen Gebiet.
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