Polen startet seine DVB-T-Ausstrahlung im September

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Bild: © JuergenL - Fotolia.com
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Warschau – Der Polnische Rundfunk- und Fernsehrat veröffentlicht das Übergangsszenario für DVB-T.

Schon bald soll demnach eine Ausschreibung für den Betreiber des ersten Multiplexes in Abstimmung mit dem Amt für elektronische Kommunikation (vergleichbar mit deutschen Bundesnetzagentur) veröffentlicht werden. Der Start der DVB-T-Sender erfolgt in drei die Abschaltung der analogen Sender in sieben Stufen. Der offizielle DVB-T-Start erfolgt im September 2009. Der Parallelbetrieb wird bis 31. Juli 2013 dauern.
 
Im ersten Multiplex werden nur die sieben Sender Platz finden, die bereits jetzt ihr Programm terrestrisch ausstrahlen (TVP1, TVP2, TVP Info, Polsat, TVN, TV 4, TV Puls). Das Land wurde in 44 Gebiete geteilt, die einen Termin für den Beginn der digitalen und das Ende der analogen Ausstrahlung erhielten.
 
Eine Ausschreibung für einen zweiten Multiplex soll in einem Monat erfolgen. Der Sendernetz-Betreiber des zweiten Multiplexes wird einen Einfluss auf die Senderzusammensetzung haben.
 
Drei Sender wird der Polnische Rundfunk- und Fernsehrat im Rahmen einer Ausschreibung bestimmen, ein Platz wird für einen Lokalsender freigehalten, die weiteren drei Sender wird der MUX-Betreiber selber festlegen können.
 
Der dritte Multiplex erreicht nur 20 Prozent des Landes und geht an das öffentliche Fernsehen TVP. Durch die Abschaltung analoger Sender wird TVP die Reichweite seines Multiplexes erhöhen können. In Gebieten mit einem eigenen Multiplex wird TVP den ersten Multiplex verlassen und mit allen seinen Programmen in den dritten Multiplex wechseln können.
 
Die ersten drei Multiplexe werden nur unverschlüsselte Sender ausstrahlen, die Ausstrahlung von Programmen in HD-Qualität ist nicht ausgeschlossen, wird für eher abwegig gehalten.
 
Eigentlich sollte der DVB-T-Start im ersten Quartal 2009 stattfinden, wurde aber auf September 2009 verschoben. Wer Wunder erwartet wird enttäuscht, denn in Wirklichkeit wird im September die Ausstrahlung legalisiert, die bereits seit Monaten stattfindet. In der erste Etappe werden die Sender Poznan, Warszawa/Raszyn, Zielona Góra und Zagan starten. Alle diese Sender sind bereits auf Sendung.
 
Die zweite Etappe erfolgt im März 2010 und sieht den Start weiterer 24 Sender vor.
 
Im Juli 2011 beginnt die dritte Etappe, die für die letzten 16 Gebiete den Übergang in das digitale Zeitalter der Fernsehausstrahlung bedeutet. Keine Abschaltung der analogen Sender wird es während der Fußballeuropameisterschaft 2012 geben, erst danach, im September/Oktober 2012 geht es wieder los. Die letzen Sender werden im Mai/Juni und Juli 2013 vom Netz gehen.
 
Die Ausstrahlung wird ausschließlich in dem Kompressionsverfahren MPEG-4 und in SD-Qualität erfolgen, Radioprogramme und Zusatzdienste werden nicht erwähnt. Heute strahlt Polskie Radio in Testgebieten seine Hörfunk-Programme über DVB-T aus.
 
Die Zusammensetzung der aktiven Multiplexe wird sich ändern. Die im Rahmen des Testes ausgestrahlten TVP-Spartensender werden schon bald Platz machen für Privatsender, die eingeladen wurden ihre Programme in den Multiplexen zu platzieren.
 
Das neuere Kompressionsverfahren MPEG-4, das in Polen zum Einsatz kommt, bringt für die Endkunden einen entscheidenden Nachteil: den Preis. Während in Deutschland eine MPEG-2-Set-Top-Boxen schon ab 35 Euro zuhaben ist, müssen Polen dreimal soviel auf die Theke legen. Schon bald soll es MPEG-4-Set-Top-Boxen für 60 Euro geben. Das wird vor allem den polnischen Staat freuen, der hilfsbedürftigen Menschen die Set-Top-Boxen mit 60 bis 100 Euro subventionieren will. [mg]

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