ANGA-COM-Geschäftsführer: „Netze und Inhalte wachsen zusammen“

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Bild: © soupstock - Fotolia.com
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Aus der ANGA Cable wird in diesem Jahr die ANGA COM. Längst ist die Kongressmesse über die klassische Kabel- und satellitentechnologie hinaus gewachsen, ohne jedoch den Anschluss an diese zu verlieren. DIGITAL FERNSEHEN sprach mit Dr. Peter Charissé, Geschäftsführer der ANGA COM, über die Vernetzung von Branchen, Technologien und Inhalten.

Herr Dr. Charissé, aus der ANGA Cable wird in diesem Jahr die ANGA COM. Warum hat man sich für eine Umbenennung entschieden? Was steckt hinter dem neuen Namen?
 
Peter Charissé: Das neue „COM“ steht für „Communication“. Kommunikation verstehen wir als Oberbegriff von Breitband und Medien. Diese beiden gleichstarken Standbeine sollen künftig noch besser erkennbar sein. Inhaltlich handelt es sich eigentlich um nicht viel mehr als eine Anpassung des Namens an die faktische Entwicklung unserer Kongressmesse: Unsere Aussteller präsentieren in Köln schon seit Jahren viel mehr als nur klassische Kabel- und Satellitentechnologie. Die Produktpalette hat sich beständig erweitert. Themen wie Glasfaserausbau, IPTV, Video on Demand, Softwarelösungen und Consumer Electronics sind inzwischen fester Bestandteil.
 
Welche Themen werden die diesjährige ANGA COM bestimmen?
 
Charissé: Neben unseren traditionellen Top-Themen Next Generation Networks und Content Delivery stehen die Stichworte Smart TV, Multiscreen, TV Everywhere und Connected Home ganz oben auf der Agenda. Unser Fernsehgipfel adressiert unter dem Titel „Netze und Inhalte: Wer zahlt an wen?“ die Verteilung der Wertschöpfung zwischen Netzbetreibern und TV-Sendern – also ein denkbar aktuelles Thema. Der Breitbandgipfel macht seinem Namen dieses Jahr mehr Ehre denn je: Erstmals sind neben führenden Kabelnetzbetreibern mit der Deutschen Telekom und Vodafone gleich beide großen Telcos vertreten. Ein Top-Thema bei den TV-bezogenen Strategiepanels ist der Bereich Navigation und EPGs – sowohl in technischer als auch in regulatorischer Hinsicht.

Welche Neuheiten wird es in diesem Jahr geben? Gibt es besondere Messeschwer- bzw. höhepunkte?
 
Charissé: Hier ist an erster Stelle unser neuer Thementag Connected Home zu nennen, den wir am Donnerstag in Zusammenarbeit mit dem Bitkom-Verband gestalten. Aktiv mit dabei sind Branchenschwergewichte wie Microsoft, Google, Samsung, Alcatel Lucent, Cisco und Hewlett Packard.
 
Sie können bereits mehr als 400 verbindliche Ausstelleranmeldungen für die diesjährige ANGA COM verzeichnen. Wie erklären Sie sich die große Nachfrage?
 
Charissé: Breitbandnetze und Inhalte wachsen auch im Markt immer mehr zusammen. Viele Unternehmen, die sich früher auf Telefonie und Internet konzentrierten, bieten heute fast selbstverständlich auch Fernsehen und andere audiovisuelle Dienste an. Für die Ausrüster und auch die Inhalteanbieter wird es umgekehrt immer wichtiger, alle Kategorien von Netz- und Plattformbetreibern zu erreichen. Genau diese Schnittstelle zwischen Netzen und Inhalten bilden wir authentisch ab, weil wir – ursprünglich mit Kabelfernsehen und Satellitenempfangsanlagen – schon immer beide Branchen adressiert haben. Wir profitieren von der vielbesagten Konvergenz, weil wir sie glaubhaft vertreten. Hinzu kommt die Kombination aus einem gesunden Heimatmarkt mit 40 Millionen Haushalten und einem hohen Anteil internationaler Besucher – in 2012 erstmals 50 Prozent.
 
Können wir beim diesjährigen Branchentreff auch neue Aussteller begrüßen? Falls ja, welche sind das?
 
Charissé: Nach dem aktuellen Buchungsstand werden ca. 50 Unternehmen neu dabei sein. Samsung ist dieses Jahr sogar gleich mit zwei Ständen vertreten.
 
Im Jahr 2012 – noch unter dem Namen ANGA Cable – waren etwa 50 Prozent der Aussteller aus dem Ausland. Wie hat sich der Anteil ausländischer Aussteller im Vergleich zum letzten Jahr entwickelt?
 
Charissé: Es zeichnet sich ein ähnliches Verhältnis ab wie in 2012, also erneut eine perfekte Mischung aus In- und Ausland – und zwar vom lokalen Mittelstand bis zum Global Player. Wir legen bekanntlich besonderen Wert darauf, dass auch kleinere Unternehmen nicht von übergroßen Ständen internationaler Anbieter zu sehr verdeckt werden. Auch diese Leitlinie zählt sicher zu den Gründen unserer erfreulichen Entwicklung in den letzten Jahren.
 
Herr Dr. Charissé, welche Bilanz ziehen Sie für das Gewerbe im Bereich Breitband, Kabel und Satellit, wenn Sie auf das letzte Jahr zurückblicken?
 
Charissé: Ich habe die Branche insgesamt als sehr dynamisch wahrgenommen. Kabel-, Glasfaser- und Mobilfunkbetreiber haben sich mit Innovationen und Investitionen gegenseitig angespornt. Ein Musterbeispiel von funktionierendem Wettbewerb.
 
Welche besonderen Herausforderungen und Chancen sehen Sie für die Branche in den kommenden Monaten?
 
Charissé: Bei den Breitbandthemen wird sicher die Versorgung ländlicher Regionen eine Herausforderung für die gesamte Branche bleiben. Bei den Medienthemen erwarte ich, dass neben der Frage der Auffindbarkeit von Inhalten auch die Diskussion um eine angemessene Beteiligung der Inhalteanbieter an den Infrastrukturkosten der Netzbetreiber weitergeht.
 
Vielen Dank für das Gespräch.[red]

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