ANGA-Geschäftsführer übt Kritik an Kabelstudie

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Bild: © soupstock - Fotolia.com
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Anga-Geschäftsführer Dr. Peter Charissé kritisierte die kürzlich vom Deutschen Kabelverband veröffentlichte Studie über die Zersplitterung der deutschen Kabelnetze, die zum fehlenden Wettbewerb bei der Breitbandversorgung führen soll.

Die Studie der WIK-Consult im Auftrag des Deutschen Kabelverbands führt den Rückstand Deutschlands bei Breitband-Internetzugängen auf den kaum ausgeprägten Wettbewerb zwischen DSL- und Kabelnetzbetreibern zurück. Dieser sei durch die Aufteilung des deutschen Kabels auf Betreiber von Hausverteilnetzen („Netzebene 4“) und überregionalen Zuführungsnetzen („Netzebene 3“) entstanden, wodurch den großen Kabelunternehmen der Netzebene 3 heute vielfach der direkte Zugang zum Kunden fehle und Investitionen in Breitband-Internetangebote somit oft ungenutzt vor der Haustür des Verbrauchers enden.

Nach Ansicht von Charissé verfolgt die Studie das Ziel, eine wettbewerbspolitische Begründung für die Zusammenführung der sogenannten Netzebenen 3 und 4 im deutschen Kabelmarkt zu liefern. Dies müsse zum jetzigen Zeitpunkt überraschen, da die vor einigen Monaten erfolgte Zusammenführung der NE 3-Betreiber Ish, Iesy und Kabel BW mit den jeweiligen Netzebene 4-Gesellschaften der Tele Columbus-Gruppe bereits gezeigt habe, dass eine Konsolidierung der Netzebenen kartellrechtlich durchaus möglich ist. Das Anliegen der Studie sei insofern überholt, so der Anga-Geschäftsführer.
 
Weiter kritisierte er, die Studie erwecke den falschen Eindruck, dass die Internetpenetration in den Gebieten, in denen eine Gesellschaft des NE-4-Betreibers Tele Columbus das Internetprodukt der KDG in Niedersachsen vermarktet, deutlich unter den Penetrationsraten der Gebiete, in denen die KDG im Direktvertrieb vermarktet. Richtig sei aber, dass in den Anlagen, in denen die Tele Columbus-Tochter KMG Hannover Internetzugang anbietet, die Akzeptanzrate teilweise bei über 20 Prozent liegt, obwohl die volle Vermarktung erst im Herbst 2006 begonnen hat, erklärt der Anga-Geschäftsführer. Und dies obwohl in Hannover DSL praktisch flächendeckend verfügbar sei. Die Frage der Verfügbarkeit von DSL habe naturgemäß erheblichen Einfluss auf die Akzeptanzraten. Dies werde leider auch in anderen Vergleichszahlen der Studie (z.B. zwischen dem Ballungsraum Berlin und dem Flächenland Rheinland-Pfalz) nicht hinreichend gewichtet. Ein wesentlicher Teil der Studie werde dadurch entwertet, erklärte Charissé. [sch]

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