ARD und ZDF bestätigen Kündigung des Kabelvertrages

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Bild: © soupstock - Fotolia.com
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Die öffentlich-rechtlichen Digitalprogramme sind voraussichtlich nur noch bis Ende März über die von Kabel Deutschland versorgten Kabelnetze zu empfangen.

Die Verhandlungen von ARD und ZDF mit der Kabel Deutschland GmbH (KDG) zur Verbreitung der digitalen öffentlich-rechtlichen Angebote in den KDG-Kabelnetzen sind gescheitert. ARD und ZDF bestätigten nun am Sonntag einen Bericht von DIGITAL FERNSEHEN vom Freitag. An diesem Tag kündigten ARD und ZDF einen bestehenden Vertrag aus dem Jahre 2003 zur digitalen Kabelweitersendung. Die öffentlich-rechtlichen Anbieter gestatten der KDG jedoch, die digitalen Bouquets zunächst bis 31. März weiter zu verbreiten.
 
„Wir müssen auf einer angemessenen Darstellung und Entwicklung unserer Digitalangebote in den Kabelnetzen der KDG bestehen. Dies schließt auch die auf der Multimedia Home Platform (MHP) basierenden multimedialen und interaktiven Zusatzangebote ein. Die ARD steht hinter dem Ziel der Digitalisierung der Verbreitungswege und stellt dies gemeinsam mit dem ZDF nicht zuletzt beim digitalen terrestrischen Fernsehen (DVB-T) unter Beweis. Wir brauchen aber faire Bedingungen – auch im Kabel“, so der ARD-Vorsitzende Jobst Plog.

ZDF-Intendant Prof. Markus Schächter bedauert das Scheitern der Verhandlungen: „Wir brauchen klare Verabredungen im Interesse der Fernsehzuschauer. Es kann nicht sein, dass die Kabelnetzbetreiber den Zuschauern vorschreiben, welche Programme sie in welcher Zusammenstellung sehen können.“ Schächter appellierte deshalb an die KDG, die Gespräche wieder aufzunehmen.
 
Insbesondere die seitens der KDG geplante Vergabe von Gütesiegeln ausschließlich an Pay-TV-taugliche Endgeräte bedeutet aus Sicht von ARD und ZDF eine Behinderung des entstehenden Marktes für digitale Kabelempfangsgeräte. Strittig blieb daneben die Entwicklung von MHP in den Kabelnetzen. Des Weiteren wurde keine Verständigung zu einer diskriminierungsfreien Abbildung der öffentlich-rechtlichen Free-TV-Angebote in der elektronischen Programmübersicht der KDG erreicht. Dieser so genannte Navigator dient der Orientierung der Zuschauer über das Gesamtangebot im Kabel.
 
Plog: „Die Kunden müssen selbst entscheiden können, welche Angebote sie nutzen wollen. Und sie müssen ihre Gerätewahl an dieser Entscheidung ausrichten können.“ Dies gelte für Free-TV und Pay-TV ebenso wie für sonstige Angebote und Dienste wie z.B. die multimedialen und interaktiven Zusatzangebote, die ARD und ZDF auf Basis von MHP anbieten. [sh]

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  • Empfang_Kabel_Artikelbild: © soupstock - Fotolia.com

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