ARD und ZDF kündigen digitale Kabeleinspeisung

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Bild: © soupstock - Fotolia.com
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Am Freitag haben ARD und ZDF nach Informationen des Medienmagazins DIGITAL FERNSEHEN den Digitalvertrag mit dem größten deutschen Kabelnetzbetreiber, Kabel Deutschland (KDG), gekündigt.

Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten wollen mit der Kündigung beim künftigen Kabelmonopolisten eine offene Programm- und Empfangsgeräteplattform durchsetzen. Die ARD wolle sicherstellen, dass das künftige Digitalangebot der KDG auf allen Kabelboxen empfangbar ist. Dies sehe die ARD derzeit nicht erfüllt. Gleichfalls kritisierten ARD-Kreise den von der KDG gewählten Textseiten-Standard Micro-HTML, der zwar ein richtiger Schritt in Richtung interaktives MHP sei, bei dem es aber nicht bleiben dürfe. ARD-Kreise bestätigten gegenüber DIGITAL FERNSEHEN, dass der Kabel Deutschland GmbH das Digitalsignal zunächst noch zur Verfügung stehen wird.

Seit 1997 werden die TV- und Radioprogramme der beiden öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten auch digital in die Kabelnetze eingespeist. Kabelhaushalte mit einem Digitalreceiver können dadurch bis jetzt bundesweit auch alle dritten ARD-Programme sowie Zusatzsender wie Eins Muxx, Eins Festival, Eins Extra, ZDF Theaterkanal, ZDF Infokanal oder ZDF Dokukanal empfangen.
 
Kabel Deutschland will künftig für den Empfang der digitalen Kabelprogramme nur lizenzierte Receiver zulassen. Die Digitalboxen sollen dann zusätzlich zur Premiere-Zertifizierung bestimmte, vom Netzbetreiber festgelegte Kriterien erfüllen. ARD und ZDF bemängeln vor allem, dass die KDG alle Programme grundverschlüsseln und keine MHP-Receiver lizenzieren wollen. [sh]

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  • Empfang_Kabel_Artikelbild: © soupstock - Fotolia.com

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