Ende der Grundverschlüsselung kein Digitalisierungsmotor

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Bild: © soupstock - Fotolia.com
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Die Digitalisierungsquote der deutschen Fernsehhaushalte steigt. Allerdings nicht annähernd in dem Ausmaß, wie es sich die Landesmedienanstalten wünschen würden. Nach Aufhebung der Grundverschlüsselung 2013 stieg die Digitalisierungsquote im Kabel kaum stärker als vorher.

Die Digitalisierung im Kabel steigt, hat aber noch einen weiten Weg vor sich. Die Ergebnisse des heute veröffentlichten Digitalisierungsberichtes der Landesmedienanstalten belegen, dass die Quote zwar steigt, aber längst nicht so, wie es zu erwarten und möglich wäre. Die Digitalisierungsquote im Kabelfernsehen stieg im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent auf 62,9 Prozent. Das liegt knapp unter dem Anstieg des Vorjahres (7,7 Prozent).

Letztes Jahr wurde die Grundverschlüsselung der digital verbreiteten privaten Fernsehprogramme aufgehoben. Bis dahin brauchte der Zuschauer neben einem DVB-C-Tuner eine zusätzliche Smartcard für die Entschlüsselung. Danach war lediglich der DVB-C-Tuner vonnöten. In der Aufhebung sahen die Landesmedienanstalten einen Meilenstein auf dem Weg zur vollständigen Digitalisierung. Wie bereits erwähnt, brachte sie aber bisher genau genommen gar nichts.
 
Das verwundert erst einmal deshalb, weil 48 Prozent der analogen TV-Haushalte sogar bereits HD-fähige Endgeräte im Wohnzimmer stehen haben. In den allermeisten Fällen würde ein einfacher Programmsuchlauf für digitales Fernsehen genügen. Die meisten Nutzer sind darüber schlicht nicht informiert und vielen fehlt das technologische Verständnis und auch das Interesse.
 
Fast die Hälfte der Haushalte mit analogem Kabelfernsehen sind Haushalte von Rentnern und Pensionären. Diese beschäftigen sich in der Regel nicht mit der Technik, solange alles funktioniert. Darüber hinaus scheint ein Umstieg von analog auf digital überraschenderweise auch am Einkommen zu liegen. Vier Fünftel der Haushalte mit einem Nettoeinkommen unter 2000 Euro pro Monat planen keinen Wechsel.
 
Die Landesmedienanstalten weisen zwar in ihrem Digitalisierungsbericht darauf hin, das umfassende Information der langfristig einzige Weg sein wird, die Leute vom Umstieg zu überzeugen. Allerdings ist eher anzunehmen, dass die Wachstumsraten nicht großartig steigen werden, wenn es nicht zu einem harten Schnitt kommt. Gerade ältere und weniger TV-affine Menschen werden nicht umsteigen, nur weil es möglich ist, unabhängig von den etwaigen Vorteilen. Sie werden erst umsteigen, wenn sie analog buchstäblich nur noch in die Röhre schauen. [chp]

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30 Kommentare im Forum

  1. AW: Ende der Grundverschlüsselung kein Digitalisierungsmotor Das verwundert erst einmal deshalb, weil 48 Prozent der analogen TV-Haushalte sogar bereits HD-fähige Endgeräte im Wohnzimmer stehen haben. In den allermeisten Fällen würde ein einfacher Programmsuchlauf für digitales Fernsehen genügen. Die meisten Nutzer sind darüber schlicht nicht informiert und vielen fehlt das technologische Verständnis und auch das Interesse Dann sollen die sich auch nicht beschweren, wenn in 10 Jahren (So lange dauert es wohl in DE) endlich das analoge Signal weg ist. Ich freue mich jetzt schon, auf das Analog-Aus in der Schweiz.
  2. AW: Ende der Grundverschlüsselung kein Digitalisierungsmotor Nun ja...bekanntermaßen gibt es bei den meisten Suchläufen von Receivern und TV Geräten die Option "nur freie Sender (finden)". Da wurden die SD Privaten dann garnicht erst in die Programmliste aufgenommen. Daher werden viele den Wegfall der Grundverschlüsselung garnicht bemerkt haben.
  3. AW: Ende der Grundverschlüsselung kein Digitalisierungsmotor Es fehlt eben weiterhin die Werbung und Information seitens der Kabelanbieter. Die haben weiterhin kein Interesse an einer schnelleren Digitalisierung. Ich krieg alle 3 Wochen massig Werbebriefe von KDG fürs Internet, null Info zur TV Digitalisierung.
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