Europas Kabelkonzerne befürworten Deregulierungspläne

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Bild: © soupstock - Fotolia.com
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Brüssel – Rückenwind für einen Teil der vorgestellten Reformpläne des europäischen Telekommunikationssektors erhält die EU-Kommissarin Viviane Reding von den europäischen Kabelnetzbetreibern.

Die in der Lobby-Organisation „Cable Europe“ organisierten Kabelnetzbetreiber begrüßen vor allem den vorgeschlagenen Regulierungsabbau. So sollen die überwachten Marktbereiche um mehr als die Hälfte, also von 18 auf sieben Bereiche, gekürzt werden.

Darunter auch der für die Kabelnetzbetreiber relevante „Markt 18“ der „Rundfunk-Übertragungsdienste zur Bereitstellung von Sendeinhalten für Endnutzer“. Diese Entscheidung würde laut Cable-Europe-Angaben die schnell wachsende Konkurrenz unter den existierenden TV-Verbreitungsplattformen unterstreichen.
 
Der President von Cable Europe und gleichzeitige Kabel-Deutschland-Manager Manuel Cubero meint, dass die Regulierung ihren Zweck sehr erfolgreich erfüllt habe und den Kabelmarkt für neue Unternehmen geöffnet hat. „Um sich weiter entwickeln zu können, muss der Kabelmarkt auch weiterhin im Bereich der auf Infrastruktur basierenden Konkurrenz im Blickpunkt der europäischen und nationalen Regulierer bleiben.“

Kritisch stehen die Kabelnetzbetreiber jedoch dem Vorschlag gegenüber, dass die nationalen Regierungsbehörden zukünftig die großen Telekommunikations-Unternehmen deutlich stärker unter Druck setzen können. Streitpunkt ist hier die Doppelrolle der ehemaligen staatlichen Monopolunternehmen wie der Telekom oder Kabel Deutschland, die gleichzeitig die Dienstleistungen anbieten und die Infrastruktur betreiben. Kommt Reding mit ihrem Vorschlag durch, droht der Telekom die Auslagerung ihrer Infrastruktur, wenn der Telekom-Riese die Konkurrenz weiterhin beim Netzzugang schikaniert.
 
Die Kabelnetzbetreiber verweisen dabei auf die noch nicht untersuchten Folgen einer solchen Maßgabe und geben zu bedenken, dass ein solcher Schritt die Investitionsbereitschaft in neue Netze deutlich beeinflussen würde. Und auch von einer Dachregulierungsbehörde auf EU-Ebene halten die Kabelnetzbetreiber nicht viel. So sei es ein Widerspruch, dass eine neue Regulierungsbehörde entsteht, obwohl man eigentlich deregulieren wolle. Aus Sicht der Cable Europe sollte man deswegen an der bisherigen Marschroute festhalten. [lf]

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