FRK-Chef Labonte poltert gegen Deutschen Kabelverband

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Bild: © soupstock - Fotolia.com
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„Die großen Drei wollen ein wettbewerbsschädliches Netz- und Programmangebotsoligopol mit dem führenden DSL-Anbieter Deutsche Telekom schaffen“, wirft Heinz-Peter Labonte, Vorstandssprecher des Fachverband Rundfunkempfangs- und Kabelanlagen (FRK) dem Deutschen Kabelverband vor.

Grund für die harten Anschuldigungen Labontes, der mit dem FRK die kleinen Kabelnetzbetreiber vertritt, waren Aussagen des Präsidenten des Deutschen Kabelverbands Rüttger Keienburg, der wiederum die Interessen der drei großen Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland, Kabel BW und Unity Media (Ish und Iesy) vertritt.

Wie DF zuletzt Ende März berichtete, fordert Keienburg beharrlich eine „infrastrukturneutrale Regulierung“ für den deutschen Kabelmarkt. Einfach ausgedrückt: Die großen Kabelunternehmen stört die Unterteilung des deutschen Kabelmarkts in verschiedene Netzebenen, die dann von unterschiedlichen Unternehmen geführt werden.
 
Damit würde, so Keienburg, ein positives Klima für weitere Investitionen geschaffen und somit der Infrastrukturwettbewerb gefördert. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für Kabelnetzbetreiber seien in Zeiten von Triple-Play, also dem Angebot von Telefon, Internet und Fernsehen aus einer Hand, nicht mehr zutreffend.

Dies sieht Labonte ganz anders: Aus seiner Sicht funktioniert die Netzebenenunterteilung sehr gut, was man an dem Erfolg der unabhängigen kleinen und mittleren Kabelunternehmen sehen könne, die mir ihren rund 16 Millionen Kunden fast drei Viertel aller Kabelhaushalte und damit zusammengerechnet weit mehr Kabelhaushalte als die Kabelverband-Mitglieder Kabel Deutschland, Kabel BW und Unity Media betreuten. Diese unabhängigen Netzbetreiber böten vielfältige Telefonie- und Internetdienste an.
 
Vielmehr streben die drei großen Kabelunternehmen, so Labonte, nur ein Netzmonopol an, weil sie unfähig wären, marktgerechte Angebote zu entwickeln. „Wer den Wettbewerb ausschalten will, zeigt, dass sein eigenes Angebot nicht wettbewerbsfähig ist“, greift der FRK-Chef die Kabelkonkurrenz hart an.
 [lf]

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20 Kommentare im Forum

  1. AW: FRK-Chef Labonte poltert gegen Deutschen Kabelverband Liebes Digital Fernsehen, mit der Überschrift habt Ihr für meinen Geschmack deutlich daneben gegriffen. Ein Oligopol mit Telekom sehe ich zwar noch nicht, aber ansonsten fällt es schon auf, daß Ihr die Ausdünstungen der Promotion-Abteilungen der großen Kabel-Netzbetreiber unkommentiert passieren läßt, während Ihr den Robin Hood der Kabelbranche lächerlich zu machen versucht. Denn leider ist es so, daß der Mann in vielen Aspekten Recht hat und ein noch stärkeres Monopol im hiesigen Kabelbereich ohne jede Regulierung die freie Bahn für den 100sten Quizz- oder Einkaufskanal bedeutet, während qualitativ gute, aber deshalb auch teuer produzierte rausfliegen, weil sie nicht die Monopoleinspeisepreise zahlen wollen oder können.
  2. AW: FRK-Chef Labonte poltert gegen Deutschen Kabelverband Was erwartest Du? Die DF ist doch alles andere als unabhängig, neutral und unvoreingenommen! Du weisst doch selber ganz genau, wie marketingtechnisch sie im Bezug von A$TRA, KDG, Unity & Co. rüberkommt! Ich habe ehrlich gesagt, so traurig es ist, nichts anderes erwartet, als das, was in dem Artikel steht!
  3. AW: FRK-Chef Labonte poltert gegen Deutschen Kabelverband Soo pauschal und plakativ würde ich das nicht sagen, man kann bei den einzelnen Autoren/Redakteuren schon differenzieren. An dem verlinkten Artikel stört mich hauptsächlich die Überschrift. Und Teil der Marketingmaschine ist auch zu pauschal: das sind zum einen halt gute Werbekunden von df, denen man dann redaktionell noch in den allerwertesten kriecht. Und der Herr L. andererseits hat eine Columne bei der einem Receiverhersteller nahestehenden Konkurrenz-Zeitschrift... Während man bei anderer Zeitschrift genau weiß, woran man da marketingmäßig ist, hoffe ich für DF noch, daß sie sich zumindest in Teilen noch auf den Anspruch der Unabhängigkeit besinnen.
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