FRK fordert Kartellamtsuntersuchung des Kabelgebiet-Verkaufs

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Bild: © soupstock - Fotolia.com
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Lauchhammer – Mit kritischem Blick hat der Fachverband Rundfunkempfangs- und Kabelanlagen (FRK) den gestrigen Verkauf der Orion-Cable-Netze an Kabel Deutschland beobachtet. Dafür begrüßt der Kabelverband für die kleinen und mittelständischen Netzbetreiber eine Primacom-Übernahme durch Orion Cable.

„Der FRK erwartet eine kartellrechtlicheÜberprüfung der Auswirkungen des Verkaufs der Telecolumbus-Kabelnetze (Anm. der Redaktion: Telecolumbus gehört zu Orion Cable) an Kabel Deutschland um den Wettbewerb auf lokaler undregionaler Ebene der Netzebene 3 zu erhalten,“erklärte der FRK-SprecherHeinz-Peter Labonte.

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass Kabel Deutschland Netze aus acht Bundesländern von Orion Cable für mehr als eine halbe Milliarde Euro erworben hatte (DIGITAL FERNSEHEN berichtete). Dabei äußerte Labonte sehr deutlich die Besorgnis, dass Kabel Deutschland durch die Übernahme weiterer Gebiete auf der Netzebene 3 (von der Kabelkopfstation bis zu den Grundstücken) eine marktbeherrschende Stellung einnehmen könnte. Um eine Einschränkung des lokalen undregionalen Wettbewerbs zu verhindern, will sich der FRK wehren und hat eine Beiladung beim Genehmigungsverfahren vor dem Kartellamt beantragt.
 
Möglich geworden war der Deal zwischen Kabel Deutschland und Orion Cable jedoch nur, weil Kabel Deutschland im Gegenzug sein Interesse an den Netzen der Primacom aufgegeben hat. Gleichzeitig veräußerte Kabel Deutschland seine Anteile an der Primacom an Orion Cable, und das zu den Konditionen des offiziellen Übernahmeangebots (DF berichtete).
 
Dieser Schritt trifft beim FRK auf vollste Zustimmung, erhofft sich Labonte doch aus einer möglichen Primacom-Übernahme durch Orion Cable mehr Konkurrenz unter den großen Kabelnetzbetreibern. Die Situation ist klar: Labonte vertritt vor allem die kleinen Kabelnetze auf der Netzebene 4 (vom Grundstück in die Wohnungen), die ihr ihre Programme von den großen Anbietern auf der Netzebene 3 erhalten. Mehr Konkurrenz auf der NE3 bedeutet natürlich auch mehr Wettbewerb – und damit eventuell bessere Konditionen für die NE4-Betreiber. [lf]

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1 Kommentare im Forum

  1. AW: FRK fordert Kartellamtsuntersuchung des Kabelgebiet-Verkaufs Da sind sie wieder die Hühnerhälse. Bauen keine eigenen Kopfstationen, verlegen keine eigenen Kabel unter die Straßen, versuchen zu verhindern, dass der NE3-Betreiber Smartcards ins Haus schickt ... nur kassieren wollen sie.
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