Kabel Deutschland möchte Kunden nicht zusätzlich belasten

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Sollten die Kabeleinspeisegebühren für Kabel Deutschland dauerhaft wegfallen, möchte es der Netzbetreiber nach Möglichkeit vermeiden, die Kunden für den Einnahmemausfall zusätzlich zu belasten. Über alternative Maßnahmen wie eine Zeitpartagierung von Sendern wurde allerdings schonmal spekuliert.

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Rund 27 Millionen Euro im Jahr gehen Kabel Deutschland seit dem Wegfall der Kabeleinspeisegebühren von ARD und ZDF Anfang 2013 verloren. Seit Dienstag verhandelt der Bundesgerichtshof in einem Berufungsverfahren über die Frage, ob die öffentlich-rechtlichen Sender grundsätzlich zu einer Zahlung von Einspeisegebühren für die Kabelweitersendung ihrer Sender verpflichtet sind oder nicht. Ein Urteil wird frühestens im Sommer erwartet.

Aus Sicht von Kabel Deutschland droht dabei schlimmstenfalls ein dauerhafter Verlust der Einspeiseentgelte. Sollte es dazu kommen, möchte man die Kosten dafür nach Möglichkeit nicht auf die Kunden ummünzen. Gegenüber der dpa hatte ein Sprecher des Netzbetreibers am Dienstag erklärt, dass es jedoch vor diesem Hintergrund zu Auswirkungen auf das Angebot im Kabelnetz kommen könne. Angesprochen wurde dabei die Möglichkeit, einzelne Sender zeitlich zu partagieren, wobei sich beispielsweise zwei Programme einen Kanalplatz teilen müssten und ein Sender nur morgens, der andere nur abends zu sehen wäre.
 
Als konkret geplante Maßnahme möchte man die Aussage bei Kabel Deutschland jedoch nicht verstanden wissen, wie Unternehmenssprecher Marco Gassen auf Nachfrage von DIGITAL FERNSEHEN erläuterte. „Wichtig war uns bei der Aussage festzuhalten, dass eine Anhebung der Kabelanschluss-Entgelte für die Endkunden nicht im Fokus steht. Es gibt noch keine konkreten Planungen, welche Maßnahmen wir eventuell ergreifen würden“, so der Sprecher. Die Äußerungen gegenüber der dpa seien vor diesem Hintergrund rein spekulativer Natur gewesen.
 
Die Frage, die sich stellt ist allerdings, ob der Kunde nicht auch indirekt für den Wegfall der Einspeisegebühren zahlen würde, wenn an Stelle einer Gebührenerhöhung das Angebot beschnitten würde. [ps]

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68 Kommentare im Forum

  1. AW: Kabel Deutschland möchte Kunden nicht zusätzlich belasten Sollte Kabel Deutschland die Leistung weiter verschlechtern, werden die Kunden entsprechend zu reagieren wissen. Es gibt ja mittlerweile immer mehr Alternativen. Die Einnahmesituation der KDG wird das nicht verbessern. Diese Aussagen sind der Hohn, wenn man bedenkt, dass die KDG extra für teures Geld Encoder einsetzt um das bereits encodierte Signal der öffentlich-rechtlichen Sender künstlich zu verschlechtern bzw. um Sender rauszublocken, obwohl ARD und ZDF es in einer Form liefert, dass sie es so verwenden können...
  2. AW: Kabel Deutschland möchte Kunden nicht zusätzlich belasten Hört sich fast so an, als würden sie selbst damit schon rechnen... fakt ist, echte Verbesserungen für die Kabelkunden werden sich nur dann ergeben, wenn die Kabelkunden in großer Zahl Druck ausüben. Man muss seine Unzufriedenheit über das Angebot zum Ausdruck bringen, sonst wird sich nix tun.
  3. AW: Kabel Deutschland möchte Kunden nicht zusätzlich belasten Man kann Dinge nur verlieren wenn man sie schon mal besessen hat
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