Kabel Deutschland schreibt weiter rote Zahlen

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Bild: © soupstock - Fotolia.com
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Der Verlust konnte aber im Gegensatz zum Geschäftsjahr 2004/05 von 102,6 Millionen Euro auf 76,8 Millionen Euro gesenkt werden.

Der größte Kabelnetzbetreiber mit 9,58 Millionen Kunden deutschlandweit investiert kräftig in den Netzausbau.

Vor allem deswegen ist Kabel Deutschland auch dieses Jahr wieder in den roten Zahlen gelandet. 152 Millionen Euro gab der Kabelriese für die Umrüstung seiner Netze aus, welche Triple-Play ermöglicht. Denn für das Internet und die dadurch mögliche Internettelefonie muss das Kabelnetz um einen Rückkanal erweitert werden, was viel Geld kostet.
 
Dabei handelt es sich aber um notwendige Investitionen in die Zukunft, denn das Angebot von Fernsehen, Breitbandinternet und Telefonanschluss über das Kabelnetz ist für Kabel Deutschland höchst lukrativ: Nach Angaben eines Marktforschungsunternehmens liegt der Umsatz für die Kabelunternehmen pro Triple-Play-Kunden zwischen 40 und 60 Euro. Zum Vergleich: Derzeit verdienen Kabelanbieter an einem herkömmlichen TV-Kunden nur sieben Euro.
 
Bisher nutzen zirka 100 000 Haushalte das Triple-Play-Angebot von Kabel Deutschland. Die Kabelunternehmen in Deutschland sind in Sachen Breitbandanschlüsse im europäischen Vergleich weit im Hintertreffen. In vielen Nachbarländer nutzen 50 Prozent aller Breitbandkunden die Angebote der Kabelfirmen, in Deutschland hingegen liegt die Zahl der Kabel-Internetnutzer bei nur 1,5 Prozent. Deutschland ist die europäische DSL-Hochburg.
 
Damit sich dies ändert – die Kabelunternehmen möchten bis 2010 zwischen acht und zehn Prozent der Breitbandanschlüsse auf sich vereinen – führt Kabel Deutschland auch im laufenden Jahr seine Ausbaupolitik gezielt fort. 220 Millionen Euro investiert Kabel Deutschland auch dieses Jahr in die Netze, um vor allem den Kunden in Bayern eine Alternative zum DSL-Angebot der Telekom zu bieten, die derzeit 97 Prozent der Breitbandanschlüsse in Deutschland für sich verbuchen kann. Bis Ende 2009 sollen dann 90 Prozent der Kabel-Deutschland-Haushalte Triple-Play bestellen können.
 
Eine weitere positive Entwicklung bei Kabel Deutschland ist das Voranschreiten der Digitalisierung im Fernsehbereich: Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat sich die Zahl der Digitalfernsehkunden auf 479 000 erhöht, was einer Verdopplung zum Vorjahr entspricht.
 
Weitere hohe Kosten haben im letzten Jahr die Kundenneugewinnung sowie die Zinsbelastung verursacht. Alles in allem ist das operative Ergebnis um sieben Millionen Euro auf 401 Millionen Euro zurückgegangen. [lf]

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  • Empfang_Kabel_Artikelbild: © soupstock - Fotolia.com

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