Kabel Deutschland stänkert gegen VDSL

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Bild: © soupstock - Fotolia.com
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Köln – Als „größter und gleichermaßen chancenreichster Mitspieler im deutschen Telekommunikationsmarkt“ sieht der Vorstand Technik bei Kabel Deutschland, Lorenz Glatz, sein Unternehmen.

Auf der „Telecom Trends 2007“ sagte der Kabel Deutschland-Vorstand, dass das Kabelnetz mit seiner Übertragungskapazität von 4,85 Gbit pro Sekunde „ungleich bessere Voraussetungen für eine TV-Versorgung als die Kupfer- und Glasfasernetze der Telekommunikationsfirmen“ besäße.

Dem kann die Telekom nicht beipflichten: „Das VDSL-Netz hält jeden Vergleich mit dem Kabel stand“, antwortete ein Telekom-Sprecher gegenüber DIGITAL FERNSEHEN auf die Spitzen des Kabelriesen. Außerdem seien die beiden Netze mit ihren Angeboten technisch nicht so ohne weiteres über bloße Bandbreitenzahlen vergleichbar.
 
Sogar die HDTV-Fähigkeit des Internet-TV-Angebot der Telekom bezweifelt der Kabel Deutschland-Vorstand. So sagte Glotz, dass ein einziger HDTV-Kanal allein zehn Mbit/s an Kapazität benötige. Da reiche auch das neue VDSL-Glasfasernetz der Deutschen Telekom AG mit seiner Geschwindigkeit von maximal 60 Mbit/s nicht aus.

Ob der Technik-Vorstand von Kabel Deutschland hier bloß schlecht informiert ist, oder aber absichtlich falsche Informationen verstreut, um für sein Kabelnetz zu werben, bleibt unklar. Die VDSL-Technologie spart sich nämlich Bandbreiten, indem der Rückkanal stärker genutzt wird: Während im Kabelnetz immer alle Sender gleichzeitig anliegen, wird bei IPTV immer nur ein Sender abgerufen.
 
Deswegen braucht das VDSL-Netz, so der Telekom-Sprecher, eben nur die acht bis zehn Mbit/s für den HD-Sender, dazu noch vier bis sechs Mbit/s Puffer, damit auch schnelle Umschaltzeiten garantiert werden können. „Und das schafft VDSL ganz locker, deswegen ist eine bloße Nennung der Mbit/s hier eben irreführend“, so der Telekom-Sprecher. „Wir sind weiterhin der Meinung, mit unserem IPTV-Angebot die zukunftsweisendere Technologie zu haben, da die Interaktivität im Bereich des Fernsehens immer wichtiger wird.“ Ob diese Technologie allerdings auch bald größeren Bevölkerungsgruppen zugänglich wird, vor allem zu attraktiveren Preisen, ist noch fraglich. [lf]

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