Kabel-TV trifft Politik

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Bild: © soupstock - Fotolia.com
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Anlässlich eines Parlamentarischen Abends der ANGA Verband Privater Kabelnetzbetreiber e.V. in Hannover hat Verbandspräsident Thomas Braun die Wünsche der Mitgliedsunternehmen an die Landespolitik formuliert.

Im Vordergrund seines Forderungskataloges stand die Schaffung investitionsfreundlicher Rahmenbedingungen und die Beseitigung bestehender Diskriminierungen. Braun rief die niedersächsischen Politiker auf, einer „Re-Monopolisierung“ der sogenannten Netzebene 3 – also der Zuführungsnetze für die lokale Infrastruktur (Netzebene 4) – entgegen zu wirken.
 
Den Tendenzen zu einem Zusammenschluss der zuvor bewusst regionalisierten Telekom-Netze müsste schon im Ansatz Einhalt geboten werden. „Das Entstehen eines bundesweiten Kabelmolochs erdrosselt den Wettbewerb um Versorgungsverträge der Wohnungswirtschaft und blockiert durch die einseitige Durchsetzung technischer Standards weitere Innovationen“, sagte der ANGA-Präsident vor den knapp 60 hochrangigen Vertretern aus Politik, Wohnungswirtschaft und der Breitbandkabelbranche. Schließlich stünde angesichts der zurückhaltenden Investitionsabsichten der potenziellen Käufer
auch der weitflächige Ausbau des Telekom-Kabels endgültig vor dem Aus. Die ursprüngliche wettbewerbspolitische Begründung der Trennung von Telefon- und Kabelnetzen würde zur Makulatur, so Braun.
 
Walter Hirche, Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, begrüßte in seinem Grußwort die aus der Digitalisierung des Kabels resultierende Entwicklung: „Die Modernisierung des Kabels ist lange überfällig: Denn das Kabel schafft Massenmärkte“, so der Minister. Als
entscheidenden Punkt sieht Hirche nicht die Digitalisierung an sich zumal ein Teil des Kabels bereits seit langem digital sei, sondern ein Maßnahmenbündel u.a. bestehend aus der Einführung preisgünstiger Set-Top-Boxen und der aktiven Vermarktung digitaler Inhalte und Dienste. Das
Land Niedersachsen sei an einer zügigen Modernisierung und Aufrüstung des Breitbandkabelnetzes interessiert. Hirche appellierte an alle Beteiligten, „zu einem positiven Klima beizutragen, welches das Interesse der Investoren für eine Modernisierung und einen Ausbau der Kabelnetze stärken kann“. Die Landesregierung sei bereit, diesen Diskussionsprozess im Rahmen ihrer
Möglichkeiten aktiv zu begleiten.
 
Zustimmung fand bei allen Beteiligten die Aussage von Braun, dass die Digitalisierung weniger ein technisches Thema, sondern vielmehr inhaltegetrieben sei. „Nachfrage im digitalen Bereich kann nur über neue attraktive Programme und Dienste erzielt werden. Die ANGA setzt dabei auf
eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Inhalteanbietern und der Wohnungswirtschaft“, so sein Resümee. [lf]

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