Kabelfernsehen wird modern

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Bild: © soupstock - Fotolia.com
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Düsseldorf – Den Stillstand im deutschen Kabelmarkt will die Kabel Deutschland GmbH (KDG) mit der Einführung seiner Settop-Boxen und dem Start digital verbreiteter TV-Programme im April 2004 überwinden.

Auf der 10. Euroforum-Jahrestagung „Die Zukunft der Kabel-TV-Netze“ gab Christof Wahl, COO der KDG, bekannt die Digitalisierung der Kabel-Netze voranzutreiben. Wahl betonte vor den rund 150 Teilnehmern, „dass die Digitalisierung für ihn mehr ist als ein technischer Prozess.“ Vielmehr biete die Digitalisierung die Möglichkeit, das Kabel im Wettbewerb besser zu positionieren. Digitalisierung heißt für ihn: „vielfältigere Inhalte, eine höhere Bild- und Ton-Qualität, mehr Bedienungskomfort und individualisierte Angebote (pay per view).
 
„Ingrid Hass, Generalsekretärin der RTL Television, sieht in der Kooperation zwischen Programmanbietern und Kabelbetreibern ebenfalls den Weg, die Digitalisierung der Kabel-Netze voranzutreiben. Allerdings: „Die Bedürfnisse des Kunden müssen im Zentrum stehen.“ Haas forderte einen klaren Mehrwert, „echte“ neue Möglichkeiten und Inhalte sowie eine einfache Bedienbarkeit. Sie gab weiter zu bedenken, dass die Produktion von Inhalten für rein digitale Spartenprogramme für Sender wie RTL wegen der begrenzten Zahl von Zuschauern nicht wirtschaftlich sei. Eine Zusammenarbeit mit den Kabelbetreibern müsse stets auch den Programmanbietern garantieren, ein breites Publikum zu erreichen.
 
Die Chancen der Digitalisierung für die NE4-Betreiber stellte Dietmar Schickel, Vorstandsmitglied der TeleColumbus, vor. Für ihn bietet vor allem der Ausbau von Breitband-Internet-Angeboten einen Mehrwert für den Kunden. „Das Internet ist für die Weiterentwicklung maßgeblich“, so Schickel. Weiter betonte er: „Ohne Kooperationen mit den NE3-Betreibern und Programmanbietern kann man den Markt nicht weiter ausbauen.“ Die Preisfrage würde letzten Endes nicht den Wettbewerbsvorteil sichern, sondern vielmehr die eigene Angebotsvielfalt, wie sie TeleColumbus schon durch ein breites Fremdsprachenprogramm anbietet. So könne auch eine Unabhängigkeit gegenüber anderen Anbietern gewährleistet werden. Damit unterstützte Schickel die These von Prof. Dr. Torsten J. Gerpott (Universität Duisburg): „Fernsehen und Radio sind zwar weiterhin das Kerngeschäft im Kabel. Aber nur durch zusätzlichen Content und den Ausbau neuer Breitband-Internet-Angebote jenseits vom Rundfunk kann ein Mehrwert für den Kunden geschaffen werden.“
 
Ein deutliches Bekenntnis zu den Kabel-TV-Netzen formulierte Wolfgang Hahn-Cremer, Vorsitzender der Medienkommission, Landesanstalt für Medien, in der Diskussionsrunde: „Das Kabel ist der Königsweg! Wenn er aufgerüstet wird, dann entsteht ein echter Mehrwert“. Die Medienanstalten hätten ein großes Interesse daran, dass das Kabel digitalisiert werde. Die Übertragung von analog zu digital wurde ebenfalls diskutiert. Ingrid Haas nannte die Gestaltung der Migration als den Knackpunkt für RTL im Hinblick auf die Unterstützung der digitalen Welt. Programme müssten weiterhin diskriminierungsfrei und unkompliziert zu empfangen sein. Als Vertreter der Wohnungswirtschaft forderte Burghard Schneider, Direktor des Verbandes der Wohnungswirtschaft, Planungssicherheit. Die Kabel Deutschland GmbH will bereits 2004 in den Ausbau der Netze investieren. Als Beispiel nannte Wahl die Aufrüstung des Netzes in München. Einig waren sich die Diskutanten darüber, dass auch mittelfristig analoge und digitale Angebote weiter koexistieren sollten. [fp]

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  • Empfang_Kabel_Artikelbild: © soupstock - Fotolia.com

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