Kabelnetzbetreiber drohen im Internet-Geschäft zu scheitern

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Bild: © soupstock - Fotolia.com
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Die TV-Kabelnetzbetreiber haben nach längerem Zögern Internet und Telefonie für sich entdeckt und einige Millionen investiert. Schnell und preisgünstig wollen sie sein, doch den Betreibern fehlt die Erfahrung im Vertrieb.

Wie die „Financial Times Deutschland“ berichtete, läuft das Geschäft mit den Breitbandanschlüssen für die Kabelnetzbetreiber schleppend. Während im ersten Quartal 2007 bundesweit insgesamt 1,22 Millionen Breitband-Zugänge verkauft worden seien, würden davon weniger als 50 000 auf die beiden großen Kabel-Anbieter Kabel Deutschland und Unitymedia entfallen.

Dabei seien die Hoffnungen auf Gewinn sehr groß gewesen, seit Monaten ist Triple-Play (Bündelung von digitalem TV-Anschluss, Internet und Telefon) bei den Netzbetreibern in aller Munde. Allein Kabel Deutschland investierte im vergangenen Geschäftsjahr mehr als 260 Millionen Euro in die Aufrüstung seines Netzes. Das Ergebnis ergibt eine ziemlichen Misserfolg: Die DSL-Anbieter haben mittlerweile insgesamt fast 14 Millionen Anschlüsse verkauft, Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber schaffte bislang nur 286 000.
 
Dass DSL-Anbieter erfolgreicher sind, ist eigentlich verwunderlich, denn im Grunde ist das TV-Kabel aus Glasfaser dem dünnen Kupferdraht technisch überlegen: Die aufgerüsteten Netze böten weit höhere Datenraten als der alte Telefondraht, so Branchenexperte Martin Fabel vom Unternehmensberater A.T. Kearney gegenüber der „FTD“.
 
Wie die „FTD“ mitteilt, fußt die Misere bei Unitymedia und Kabel Deutschland auf mangelnder Erfahrung im Geschäft mit dem Verbraucher. Einzig Kabel Baden-Württemberg soll ein geeignetes Konzept gefunden haben. Vorstandschef Klaus Thiemann, dessen Name, laut“Wirtschaftswoche“ für aggressives Wachstum stehe, bringt jahrzehntelange Vertriebserfahrung von Arcor, E-Plus und Moulinex mit .
 
Diese scheint sich auszuzahlen, denn mit der neuen Marke Clever-Kabel schaffteKabel BW im Juni etwa 23 Prozent Marktanteil beim Geschäft mit Internet-Neukunden. Damit ist das Heidelberger Unternehmen an Arcor und United Internet vorbeigezogen und hat sich auf Platz zwei hinter der Telekom vorgearbeitet. [lf]

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10 Kommentare im Forum

  1. AW: Kabelnetzbetreiber drohen im Internet-Geschäft zu scheitern ...und die Erde dreht sich weiter...
  2. AW: Kabelnetzbetreiber drohen im Internet-Geschäft zu scheitern Nicht die Erfahrung im Vertrieb ist das Problem sondern deren Verfügbarkeit. die ist nämlich extrem schlecht.
  3. AW: Kabelnetzbetreiber drohen im Internet-Geschäft zu scheitern Bidirektionale Multiplexe sind den meisten unheimlich.
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