Kabelnetzbetreiber forcieren Digitalisierung

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Bild: © soupstock - Fotolia.com
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Berlin/ Köln – Mit verstärktem Engagement treiben die großen Kabelnetzbetreiber die Digitalisierung des Kabels in Deutschland vor allem in den Bereichen Highspeed-Internet und Kabel-Telefonie voran.

Das Investitionsvolumen von Kabel Deutschland, Ish, Iesy und Kabel Baden-Württemberg belief sich 2004 auf insgesamt rund 172 Millionen Euro, teilte der Deutsche Kabelverband mit. Für 2005 planen die Unternehmen Aufwendungen von weiteren 185 Millionen Euro in die Aufrüstung der Kabelnetze und für die Einführung von Digital-TV, schnellem Internet (Highspeed-Internet) und Telefondiensten als so genanntes Triple Play im Kabel. Über die Netze der großen Betreiber (Netzebene 3) sollen bis Ende 2005 rund 4,1 Millionen Haushalte in der Lage sein, neben dem Fernsehempfang auch Internet und Telefon aus dem Kabelnetz zu beziehen; Ende 2004 waren es 3,65 Millionen. Das Kabel gilt mit 55,9 Prozent Marktanteil gegenüber Satellit mit 38,9 Prozent und Terrestrik mit 5,2 Prozent, so der Deutsche Kabelverband, als Rückgrat der deutschen Medieninfrastruktur und konnte sich 2004 mit stabilen Zahlen bei den angeschlossenen Haushalten im Infrastrukturwettbewerb behaupten.
 
Aufgrund der besonderen Leistungsfähigkeit ihrer Breitband-Netze und der direkten Kundenbeziehung wird der Kabelindustrie eine Schlüsselfunktion für die Wettbewerbsfähigkeit des Medien- und Industriestandorts Deutschlands zugerechnet: So sind die Internetangebote aus dem Kabel konventionellen Übertragungstechniken in Preis und Geschwindigkeit deutlich überlegen (je nach Anbieter bis zu 78-mal schneller als ISDN). Bei Telefondiensten bieten die Kabelbetreiber erhebliche Preisvorteile gegenüber den etablierten Festnetz-Anbietern. Die Kabelbetreiber nutzen die Vorteile der internetbasierten Voice-over-IP-Technologie, bieten dabei jedoch den gewohnten Komfort und die volle Gerätekompatibilität von ISDN-Telefonanschlüssen.
 
Die Kabelnetzbetreiber prognostizieren ein überdurchschnittliches Wachstum in den Produktsegmenten Highspeed-Internet und Kabel-Telefonie. Bereits 2004 konnte in diesen beiden Segmenten ein 300 prozentiger Zuwachs an Abonnenten verzeichnet werden.
 
Rüttger Keienburg, Präsident des Deutschen Kabelverbands, kommentiert am Rande der Branchenmesse Anga Cable in Köln: „Das Kabel ist wie keine andere Infrastruktur in der Lage, die Digitalisierung in Deutschland voranzutreiben. Wenn wir das Kabel jetzt aus seiner derzeitigen politischen und medienrechtlichen Überregulierung befreien, kann es seine Rolle als Innovations- und Jobmotor für den Medien- und Technologiestandort Deutschland richtig entfalten.“[mg]

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