Kohl: Vectoring der Telekom „nicht mehr zeitgemäß“

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Bild: © soupstock - Fotolia.com
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Die Deutsche Telekom ist aktuell dabei, Ort für Ort schnelleres Internet auf Basis von Vectoring einzuführen. Helmut Kohl, Präsident des Verbands Telecom e.V., steht dem sehr skeptisch gegenüber und hält Vectoring schon heute für veraltet.

Dass mit wachsendem Konsum von Internet-TV und VoD-Angeboten auch die Bandbreite in den Haushalten wachsen muss, steht seit Langem fest. Allerdings habe sich die Deutsche Telekom beim Ausbau ihrer Netze zu viel Zeit gelassen, wie Helmut Kohl, Präsident des Telecom e.V. gegenüber der DF-Schwesterpublikation DIGITAL INSIDER erklärt.
 
Der Experte geht dabei sogar noch einen Schritt weiter und erklärt, dassVectoring schon heute überholt sei: „Diese Technik bietet nurunzureichende, asymmetrische Bandbreiten und hat ein hohesStörungspotential. Zudem hängt die Bandbreite stark von der Länge derverbleibenden Kupferleitung ab. Das benachteiligt systematisch denländlichen Raum.“ Bereits seit Jahren hätte der deutsche Telekomriese inden aktiven Glasfaserausbau investieren müssen“, erklärt Kohl weiter.Die Finanzierung des Ausbaus sollte laut des Breitband-Experten dabeikein Problem für die Deutsche Telekom sein, schließlich habe sie in denletzten 17 Jahren für jede Teilnehmeranschlussleitung ein von derBundesnetzagentur reguliertes Entgelt von nun mehr immer noch etwas mehrals zehn Euro pro Monat kassiert. Früher sei es laut Kohl sogar noch mehrgewesen.

Der Experte betont im Gespräch, dass die Telekom keine weiteren Netze bauen sollte, die nur gerade den aktuellen Streamingbedarf decken können: „Wir müssen da mehr in die Zukunft schauen. Das renommierte WIK, Forschungsinstitut des Bundes, hat bereits vor drei Jahren in einer gut nachvollziehbaren Studie für 2025 einen Breitbandbedarf von 350 Mbit/s oder mehr Down- und 320 Mbit/s oder mehr Upstream prognostiziert“. Dies könne die Telekom den Kunden mit Vectoring jedoch nicht zuverlässig und flächendeckend bieten – und auch nicht mit ihrer bisher noch gar nicht am Markt verfügbaren Nachfolgegeneration Supervectoring.
 
Tim Höttges, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom, hatte im Frühjahr 2015 Supervectoring bereits angekündigt, obwohl nicht einmal einfaches Vectoring zu diesem Zeitpunkt wie geplant in seinem Konzern funktionierte. Diese leere Ankündigung bringt ihm nach wie vor viel Kritik innerhalb der Branche ein.
 
Das komplette Interview mit Helmut Kohl lesen Abonnenten in der werktäglichen Business-to-Business-Publikation DIGITAL INSIDER, die es im Abo unter Heftkaufen.de und per Mobile-App für iOS und Android gibt. [kw]

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26 Kommentare im Forum

  1. AW: Kohl: Vectoring der Telekom "nicht mehr zeitgemäß" Kurz dachte ich ich bin in einer Zeitschleife gefangen. Bei dem Namen kam ich ins Grübeln, ob die Bilder die man von DEM Helmut kennt wirklich zu dem Artikel passen oder ob ich nicht ins 1995 zurückgekehrt bin. Sorry für den OT
  2. AW: Kohl: Vectoring der Telekom "nicht mehr zeitgemäß" Der Helmut scheint mir ja ein ausgemachter Wirtschaftlichkeitsfuchs zu sein. Wie lange der Teilnehmer für die 10 EUR p. Monat der Telekom die Treue halten muss, damit es sich lohnt, zu ihm eine moderne Rohrpostleistung zu legen sagt er leider nicht.
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