Medientage München: Kabelnetzbetreiber setzen auf Multimedia

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Bild: © soupstock - Fotolia.com
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München – Fernsehen, Telefonieren, im Internet surfen, interaktive Dienste wie Video-on-Demand – Das sind die multimedialen Angebote, mit denen sich deutsche Kabelnetzbetreiber auf dem Markt einen Namen machen wollen.

Auf einer Veranstaltung auf den Medientagen München, „Cable beyond the Wires: From Triple Play to Multi Play“, erklärte Dr. Ralf Heublein, Geschäftsführer des Deutschen Kabelverbandes, der Frage, was das Kabel in Zukunft leisten kann, müsse die Frage angefügt werden, was das Kabel heute behindere. Die Kabel-Netzbetreiber fühlen sich benachteiligt. „Wir wünschen uns, dass das Kabel im Vergleich zu Satellit und DVB-T nicht diskriminiert wird“, kritisierte Heublein die Tatsache, dass die beiden großen deutschen Senderfamilien ihre Free-TV-Programme bislang nur analog in die Kabelnetze einspeisen lassen. Heublein warf der RTL Group und der ProSiebenSat.1 Media AG eine „Blockadehaltung“ vor.
 
Die deutschen Kabelanbieter setzen große Hoffnungen in das Triple Play. 5,8 Millionen Haushalte in Deutschland könnten mit ihrem Kabelanschluss auch einen breitbandigen Internet-Zugang nutzen, erläuterte Georg F. Hofer, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Kabel Baden-Württemberg. Die Kabelnetzbetreiber hätten in den vergangenen Jahren viel investiert und wollten mit dem Triple Playnun neue Geschäftsfelder erschließen, sagte Heublein.
 
Große Konkurrenz erwächst dem Kabel allerdings durch DSL. Die Breitband-Internetanbieter wollen ihren Vorsprung im Internet-Geschäft ausbauen und im Bereich der TV-Anschlüsse mit dem Kabel in Wettbewerb treten. „Auch DSL-Provider können ein Triple-Play-Angebot machen“, sagte Andreas Karanas von Telefonica Deutschland und kündigte an: „Wir reden mit den Sendern, wir wollen Free-TV anbieten.“
 
Die Kabelanbieter in Deutschland wollen sich künftig nicht mehr allein auf das Thema Triple Play beschränken, sondern zunehmend auch interaktive Dienste offerieren und W-LAN-Anschlüsse bereitstellen. Dass sich die Kabelnetzbetreiber vom technischen Dienstleister zum Inhalte-
Anbieter wandeln, deutete Heublein an. Wegen der großen Programmvielfalt in Deutschland müsse sich ein neues Produkt einer starken Konkurrenz stellen und deshalb hochwertige Inhalte bieten. [mg]

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