Mehr oder weniger Wettbewerb durch Tele-Columbus-Übernahme?

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Bild: © soupstock - Fotolia.com
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Kabel-Deutschland-Chef Adrian von Hammerstein bestätigte, dass man im Zuge der Übernahme von Tele Columbus bei der KDG nicht plane, die Netzebene-3-Netze in Hessen und Nordrhein-Westfalen zu veräußern. Stattdessen wolle man Wettbewerb mit Unitymedia.

Kabel-Deutschland-Chef Adrian von Hammerstein bei der Übernahme des Konkurrenten Tele Columbus auch die Teile der Tele-Columbus-Netze behalten, die sich in Hessen und Nordrhein-Westfalen befinden. Dies sagte der Unternehmenschef gegenüber der „Welt am Sonntag“. „Wenn der Zusammenschluss genehmigt wird, werden wir in Nordrhein-Westfalen und Hessen in den Wettbewerb eintreten.“, so von Hammerstein. Einen Großteil der Bestände wolle man mit Glasfaser verbinden und darüber anschließend das gesamte Produktspektrum anbieten. Von der Wohnungswirtschaft in den betroffenen Gegenden würden bereits erste Signale ausgehen, die dieses Vorhaben begrüßen.

Bereits auf der Hauptversammlung von Kabel Deutschland am 12. Oktober 2012 hatte Vorstandmitglied Andreas Siemen diese Strategie angekündigt (DIGITALFERNSEHEN.de berichtete). Dieser hatte mitgeteilt, dass Kabel Deutschland im Falle einer erfolgreichen Übernahme keineswegs plane, die Tele-Columbus-Netze der Netzebene 3 (N3), die außerhalb des Versorgungsgebietes der KDG liegen, zu veräußern.
 
Mit der Übernahme von Tele Columbus durch Kabel Deutschland könnte somit mehr Bewegung in den deutschen Kabelmarkt kommen, als bisher angenommen. Bisher hatten sich die großen Betreiber Unitymedia und Kabel Deutschland die Versorgungsgebiete der Netzebene 3 räumlich aufgeteilt und nicht im Gebiet der jeweiligen Konkurrenz „gewildert“. Sollte die KDG die N3-Netze von Tele Columbus im Falle einer erfolgreichen Übernahme tatsächlich behalten, würden die großen Netzbetreiber zu direkten Konkurrenten.
 
Ob durch die Übernahme aber tatsächlich mehr Wettbewerb am deutschen Kabelmarkt entsteht, ist fraglich. Schließlich übernimmt die KDG mit Tele Columbus einen Konkurrenten, mit dem sie vor allem in Ostdeutschland bislang in Wettbewerb stand. In Hessen und Nordrhein-Westfalen würde Kabel Deutschland nur solche N3-Netze übernehmen, die bisher ohnehin nicht zu Unitymedia gehörten. Fraglich bleibt zudem, welche Auflagen das Kartellamt für eine Übernahme von Tele Columbus durch Kabel Deutschland machen wird. [ps]

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14 Kommentare im Forum

  1. AW: Mehr oder weniger Wettbewerb durch Tele-Columbus-Übernahme? Das ist auch das was KDG will, sich im Westen ausbreiten.
  2. AW: Mehr oder weniger Wettbewerb durch Tele-Columbus-Übernahme? Wo bitte entsteht Konkurrenz? In der Regel machen die Wohnungsgesellschaften ohne Mitspracherechte der Mieter die Verträge und der Kunde muss nehmen was aus der Dose kommt, auch wenn er was anderes möchte.
  3. AW: Mehr oder weniger Wettbewerb durch Tele-Columbus-Übernahme? Und der Vermieter kann sich dann entscheiden mit welchem Anbieter er Verträge schließt. Nur weil du als Mieter nicht wählen kannst, heisst es nicht, dass anderen nicht zwischen diesen Konkurrenten wählen können.
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