Tele Columbus: Personalkarussell und schwindende Wohneinheiten

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Bild: © soupstock - Fotolia.com
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Jüngst fulminant an der Börse gestartet, wird die Bilanz an Wohneinheiten im Jahre 2015 für den Kabelnetzbetreiber Tele Columbus wohl nicht mehr so rosig aussehen.

Den derzeitigen Schwund an Wohneinheiten bei Tele Columbus zum Positiven zu drehen, sollte Aufgabe eines neuen Direktors für das Wohnungswirtschaftsgeschäft (B2B = Business to Business) Anfang des Jahres 2015 werden. Im Newsletter wurde Jens Opitz als Vertriebsdirektor Wohnungswirtschaft B2B zum Dienstbeginn im Dezember angekündigt. Wörtlich heißt es: „Mit einer personellen Veränderung im Management intensiviert die Tele Columbus AG in die Zusammenarbeit mit den wohnungswirtschaftlichen Partnern.“ 
 
Seit dem 1. Dezember 2014 sei Dipl.-Ing. (FH) Jens Opitz neuer Vertriebsdirektor für den Bereich Wohnungswirtschaft B2B der Tele Columbus AG. In dieser Funktion steuere er bundesweit die Regionalleiter in den Vertriebsniederlassungen vor Ort sowie die Mitarbeiter im zentralen Bereich Housing Industry. Er berichte dabei direkt an CCO Stefan Beberweil und den Vorstand der Tele Columbus AG.

Die so angepriesene Geheimwaffe hat wohl nicht funktioniert – Opitz wurde zum 28. Februar 2015 wieder nach Hause geschickt oder kündigte selbst – so genau war das nicht zu ermitteln. Der Unternehmenssprecher ist zu Nachfragen seit Wochen nicht zu erreichen. Auch wiederholte Rückrufbitten per Telefon und Email blieben erfolglos. Gleichzeitig mit dem Ausscheiden von Jens Opitz wurde der bisherige Regionalleiter Christian Siebert in Berlin durch Martin Lukaschewitsch ersetzt, der von Kabel Deutschland kommt.

Experten sind sich einig, dass Auslöser für dieses Personal-Karussell wohl die enormen Verluste an Wohnungsbeständen sind, die Tele Columbus in letzter Zeit erleiden muss. Die wohnungswirtschaftlichen Markpartner reagieren erstaunt und teilweise verärgert über die immer neuen Ansprechpartner. „Es stehen nur noch die Finanzzahlen im Vordergrund. Kundenkontakte auf Geschäftsführungsebene finden überhaupt nicht mehr statt“, soll ein Vorstand einer großen Berliner Wohnungsgenossenschaft in vertrauter Runde geäußert haben, erzählt man sich. Das Vertrauen in Tele Columbus schwinde.
 
Tele Columbus, dem schon weitere Kunden über die letzten Jahre in drastischer Weise verloren gingen, hatte nun auch noch Anfang 2015 einen seiner größten Kunden im Westen mit weiteren 40 000 Wohneinheiten an Unitymedia verloren. Mit den Verlusten in Städten wie Dessau und Zeitz im Osten an Kabel Deutschland und erst im Oktober 2014 der Verlust von weiteren 26 000 Wohneinheiten der Howoge in Berlin an die Deutsche Telekom, könnten sich nun die Verluste von Tele Columbus auf insgesamt mehr als 100 000 Wohneinheiten summieren, so Schätzungen von Kabelexperten. Es bleibt abzuwarten, ob die Börse irgendwann den Bestandsschwund bei Tele Columbus registriert. [th]

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6 Kommentare im Forum

  1. Dass Telecolumbus lediglich ein aufgeblasener Börsen-Hype ist, war doch zu erwarten. Denen läuft seit Jahren die Wohnungswirtschaft davon, es werden immer weniger Wohneinheiten und trotzdem wird der Unternehmensname an der Börse gehypt, als würden die gerade einen Steilflug nach oben antreten. Das Gegenteil ist wohl der Fall. Der Steilflug geht nach unten. Börsianer merken immer erst sehr spät, was wirklich in der Branche abläuft, die lesen nur geschickt formulierte Hochglanz-Börsenprospekte, die die Welt rosarot malen.
  2. Und ab in die Insolvenz, schön wär's!! Und ab in die Insolvenz, schön wär's!! Dann bekämen wir endlich einen richtigen Kabelnetzbetreiber! Wo bleibt Vodafone, bitte auch aufkaufen, bitte!!
  3. Was ein Blödsinn, Vodafone o. Kabel Deutschland? Künstlich verschlechterte Übertragungsraten ect. noch mieserer Kundenservice, Nein DANKE!
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