Unitymedia und Mutter Liberty Global bleiben in den roten Zahlen

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Bild: © soupstock - Fotolia.com
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Der US-amerikanische Kabelriese Liberty Global hat im zweiten Quartal 2011 erneut einen Verlust erwirtschaftet. Mit 330,7 Millionen US-Dollar konnte der Fehlbetrag gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres (656,8 Millionen) immerhin fast halbiert werden.

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Zum Quartalsumsatz von 2,618 Milliarden Dollar, der sich damit exakt auf dem gleichen Niveau wie zwischen April und Juni 2010 bewegte, steuerte die deutsche Tochter Unitymedia 360,4 Millionen Euro – und damit 22,6 Prozent mehr als noch im Vorjahr bei. Am besten liefen die Geschäfte für die belgische Telenet-Tochter, die ihre Einnahmen von 410,2 auf 487,8 Millionen Euro ausbauen konnte.

Auch in Chile (VTR Group), Australien (Austar) und bei Beteiligungen in den Niederlanden, der Schweiz sowie Zentral- und Osteuropa erwirtschaftete Liberty Global durchgehend Zuwachsraten zwischen 17 und 30 Prozent. Weltweit versorgte der Konzern zum Stichtag 30. Juni 17,57 Millionen Kunden mit Kabelnetzdiensten. Das sind 0,9 Prozent weniger als im vergangenen Jahr (17,74 Millionen). 23,1 Prozent der Kunden beziehen Triple-Play-Dienste (TV/Internet/Telefonie) über Liberty Global, 15,1 Prozent mindestens zwei Breitbandprodukte, 61,8 Prozent beschränken sich auf einen Dienst.

Liberty-Global-Präsident Mike Fries sagte bei Vorlage der Ergebnisse in Englewood im US-Bundesstaat Colorado, mit den Ergebnissen demonstriere sein Unternehmen weiterhin Stärke im Kabelkerngeschäft, das besonders durch den westeuropäischen Markt angetrieben werde. Die hohe Nachfrage nach Triple-Play-Diensten in Deutschland hob er dabei besonders hervor. Bezüglich der geplanten Übernahme von Kabel BW sagte Fries, man befinde sich „auf einem guten Weg“. Der Manager zeigte sich optimistisch, die Transaktion trotz Prüfung durch das Bundeskartellamt bis Jahresende abzuschließen.

Laut separat vorgelegten Unitymedia-Zahlen konnte die deutsche Tochter zwischen 1. April und 30. Juni 99 400 neue Abonnements aus Internet, Telefon und TV generieren und damit das Netto-Wachstum um 37 Prozent steigern. Angesichts von 4,553 (4,562) Millionen Kunden im Versorgungsgebiet, die insgesamt 6,256 (5,873) Millionen Dienste abonnieren, hielt sich der Zuwachs aber in überschaubaren Größen.

Unter dem Strich verblieb bei dem deutschen Kabelnetzer im ersten Quartal ein Fehlbetrag von 34 Millionen Euro. Hinzu kommt als Dauerlast ein Schuldenpolster in Höhe von 3,3 Milliarden US-Dollar. Vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) verblieb ein Gewinn von 154 Millionen Euro. Der monatliche Durchschnittsumsatz pro Unitymedia-Kunde (ARPU) konnte zwar gegenüber dem Vorjahr um 10 Prozent zulegen, blieb aber mit 16,28 Euro auf einem für die Branche niedrigen Wert.

Lediglich 17,4 Prozent der Kunden – und damit weniger als im Konzernschnitt – haben ein Paketangebot aus Internet, Telefon und Digital-TV gebucht. Die Basis der Fernsehkunden konnte mit 4,5 Millionen zumindest stabil gehalten werden. Um jeweils rund 54 000 Verträge ging es auf 894.600 Internet- und 892.500 Telefonanschlüsse hinauf. 43 800 Kunden sind laut Unitymedia auf digitales Fernsehen umgestiegen, allerdings lag die Zahl der analogen Vertragskndigungen mit 52 600 höher. Satte 63,4 Prozent der Haushalte nutzen nach wie vor analoge Anschlüsse.

Um das Wachstum bei den digitalen Diensten anzukurbeln, will das Unternehmen weiterhin in den Netzausbau investieren. Mit 95 Prozent aller 8,7 Millionen erreichbaren Haushalte sei annähernd das gesamte Netz rückkanalfähig ausgebaut, betonte CEO Lutz Schüler. 7,2 Millionen Haushalte seien bereits auf den Übertragungsstandard Euro-DOCSIS 3.0 aufgerüstet, der Downloadgeschwindigkeiten von aktuell bis zu 128 Mbit/s ermöglicht. [frt]

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25 Kommentare im Forum

  1. AW: Unitymedia und Mutter Liberty Global bleiben in den roten Zahlen Oh, das kann ich ja garnicht glauben. ... und deshalb haben wir bei UM gekündigt. (keine Sky HD Sender)
  2. AW: Unitymedia und Mutter Liberty Global bleiben in den roten Zahlen Tja ohne Sky HD und mit Grundveschlüsselung sind auch weiterhin keine Gewinne zu erwarten
  3. AW: Unitymedia und Mutter Liberty Global bleiben in den roten Zahlen Der Kündigungswaaahn geht weiter. Ich hab mich schon von einigen Programmen verabschiedet. Weitere werden folgen. Und auch SKY hat es schon erwischt. 55 € gespart. Als nächstes rasieren ich die Türken mit ihren LIG TV. Dann die Griechen und das Fremdsprachen Paket. Entweder hier passiert noch irgendwas in Sachen HD oder ich bin spätestens 2012 ganz weg. Pech gehabt U.M. Ihr solltet mal lieber euern Produktmanager wegen "UNFÄHIGKEIT" feuern. Internet und TV gibt es ja nun auch von anderen Anbietern. Jaja die Zeiten ändern sich.
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