Bayerische Regionalradios halten an DAB fest

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Bild: © jakkapan - Fotolia.com
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München – Nachdem das digitale Radio (DAB) sich noch immer nur langsam durchsetzt, betont der Verband Bayerischer Lokalrundfunk die Bedeutung von digitalen Übertragungswegen.

„Die Mediengattung Radio benötigt langfristig eine wirtschaftlich sinnvolle und standardisierte digitale Übertragungstechnologie, die überall verfügbar ist“, verlangt der Vorsitzende des Verbandes Bayerischer Lokalrundfunk (VBL), Willi Schreiner laut Branchenmagazin Kontakter. Zwar halte der VBL die UKW-Radioübertragung auch in den nächsten Jahren für die Leittechnologie, gleichzeitig müsse jedoch die Digitalisierung offensiv betrieben werden, um die Zukunftschancen zu bewahren.

Wer sich aus kurzfristigen Überlegungen heraus gegen den weiteren Ausbau des digitalen Übertragungsweges wende, handle gegen die langfristigen Interessen der Gesellschafter der privaten Sender, sagte Schreiner nach Kontakter-Angaben.
 
„Aufgrund der unsicheren Lage überlegt die Gebührenkommission KEF immer noch, wie viel Geld für DAB & Co. sie für die ARD-Wellen freigeben wird. Kürzungen wurden insgesamt in Höhe von rund 185 Millionen Euro vorgenommen; davon entfallen allein rund 166 Millionen Euro auf das Projekt DAB“, teilte die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) noch Mitte Januar mit.
 
Hier sei die Kommission zu dem Ergebnis gekommen, „dass eine Fortführung der DAB-Finanzierung nicht in Frage kommt, da weder die Zahl der DAB-Empfangsgeräte signifikant vergrößert werden konnte, noch eine Abstimmung mit den privaten Programmanbietern erreicht wurde. Mittel wurden nur in einer Größenordnung anerkannt, die den Betrieb der DAB-Sender über die aktuelle Gebührenperiode hinaus ermöglicht. Dagegen wurden Mittel in Höhe von 42 Millionen Euro für ein neu zu beantragendes Entwicklungsprojekt zum Digitalen Hörfunk eingesetzt, über deren Freigabe die Kommission nach Vorlage des Projektantrages entscheiden wird“, so die KEF.
 
Die privaten Radiobetreiber hingegen sind nicht bereit, die Kosten für die Digitalisierung zu tragen. „Die privaten Radios sind nicht bereit, alleine das Risiko für die Digitalisierung zu tragen“, so Hans-Dieter Hillmoth, Vorsitzender des Fachbereichs Hörfunk beim Verband privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT) laut Online-Magazin „Rein-Hören“. „Weder Endgerätehersteller noch Netzbetreiber sind derzeit bereit, sich an den Anfangsinvestitionen zu beteiligen.“ [ar]

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