Big FM bleibt im Gerede – Irritationen um internes Schreiben

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Radio UKW Bild: © jakkapan - Fotolia.com
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Die Irritationen um das rheinland-pfälzische Privatradio Big FM reißen nicht ab. Im Internet kursiert ein von Branchenkennern als authentisch eingestuftes Schreiben, das ein denkbar schlechtes Licht auf die Muttergesellschaft des Senders wirft.

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In dem Schreiben wird dem BigFM- und RPR1-Betreiber Rheinland-Pfälzischer Rundfunk GmbH mit Sitz in Ludwigshafen vorgeworfen, er verfolge die strategische Absicht, den Privatradiosender RPR1 in seiner Akzeptanz beim breiten Publikum zu schwächen, um den wirtschaftlichen Erfolg der Jugendwelle Big FM zu forcieren und diese somit als deutschlandweite Marke zu etablieren.
 
Langjährige Mitarbeiter würden entlassen und durch junge, billigere Big-FM-Mitarbeiter ersetzt. Darüber hinaus sei die Programmfarbe veraltet, hieß es in dem Schreiben, weil die jungen Menschen auf „alte“ Musik stünden. Mehr noch, das „neue Programm“ von RPR1 bestehe zunehmend aus Eigenpromotion, Gewinnspielen und Programmankündigungen, obwohl die Geschäftsführung selbst solche Elemente als „vom Hörer nicht akzeptiert“ einstufe.
 
Neben dem Schreiben wurde in der Community „Radioforen.de“ zudem ein anonymer Beitrag veröffentlicht, der Big FM beschuldigte, sein Arbeitsweise für das Lizenzverfahren „gepimpt“ zu haben. So würden RPR1-Mitarbeiter in Ludwigshafen teilweise unter falschem Namen, angeblich ebenfalls Nachrichten für die regionalisierte Newsstrecke von Big FM produzieren. Ein eigenständige Redaktion von Big FM gebe es in Ludwigshafen nicht.
 
Die anonyme Userin schrieb weiter, dass anlässlich der Sitzung der Landesmedienanstalt zur geplanten Lizenzentscheidung der Eingangsbereich des Rheinland-Pfälzischen Rundfunks, der im gleichen Gebäude wie die LMK angesiedelt ist, umdekoriert worden sei. Wo sonst nur RPR-Plakate zu sehen wären, habe man angeblich gezielt prominent sichtbare Big-FM-Werbung platziert.

Nachdem am Montag die Glaubwürdigkeit der rheinland-pfälzischenLandesmedienanstalt (LMK) durch eine Datenpanne im Zusammenhang mit derLizenvergabe an Big FM in Frage gestellt worden war (DIGITAL FERNSEHEN berichtete), sorgte das in einem Internetforum kursierende Schreiben nun für noch größeren Wirbel. Wie der Branchendienst „Newsecho“ am Mittwoch mitteilte, stammeder Brief, der bei „Radioforen.de“ veröffentlicht wurde, von einer“Gruppe loyaler und engagierter Mitarbeiter des Hauses RPR“, die seitMonaten Existenzängsten ausgesetzt seien.
 
Ulrich Köring, Chefredakteur des Branchenportals „Radioszene“, dasmit „Radioforen.de“ kooperiert, bestätigte gegenüber „Newsecho“, dass der Redaktion das Schreiben bereits vorher von einem anderen Informanten zugespielt worden sei.Köring halte das Dokument für authentisch, hieß es weiter. DasSchreiben sei wohl zunächst an die Gesellschafter des Senders und anschließend an dieLandesmedienanstalt verschickt worden. [js]

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3 Kommentare im Forum

  1. AW: Big FM bleibt im Gerede - Irritationen um internes Schreiben Alles nichts Neues: 1997 hat man Energy Rheinland-Pfalz abgeschaltet um Rockland Radio zu starten. Und dies obwohl eine Mehrheit für Engery war. Die LMK will keine Konkurz zur RPR. Das klang damals schon sehr nach Korruption. Noch viel schlimmer: Man gab damals die Frequenzen von RadioRopa Info an den Deutschlandfunk. Eine einmalige Katastophe. Man muss hier bedenken, dass eine Landesmedienanstalt, welche geschaffen wurde um den Privatfunk zu regulieren, eine von einem privaten Rundfunkveranstalter genutzte Frequenz an den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk weitergab anstatt diese neu auszuschreiben. In der Schule hätte man gesagt: Aufsatz ungenügend- Thema verfehlt. In keinem anderen Bundesland betreibt ein Veranstalter gleich beide reichweitenstärkste Frequenzketten. Die LMK sollte mal lernen was Wettbewerb ist. bigFM hat mit Rheinland-Pfalz soviel zu tun wie der Saarländische Rundfunk mit Bayern. Hier stinkts nach Schiebung bis in den Himmel. Heute geht man Frequenzen suchen, um flächendeckend Lokalradio einführen zu können. Aus dem einstigen Pioneer, der Lokomotive des Privatfunks in Deutschland (Rheinland-Pfalz) wurde der letzte Wagon. Leider. Gott sei Dank kann man hier in Trier noch Radio Luxemburg und Radio Salü aus Saarbrücken auf UKW empfangen um wenigstens etwas Wettbewerb zu haben. Hier sollte das Kartellamt endlich mal die Augen auf machen. Allein die Tatsache das die Landesmedienanstalt und der Sitz von RPR in dem selben Gebäude sind, sollte schon zu denken geben!
  2. AW: Big FM bleibt im Gerede - Irritationen um internes Schreiben Das was dort geschieht ist ein Riesenskandal. bigFM wird aus Stuttgart zugeliefert, schafft kaum Arbeitsplätze in Rheinland-Pfalz, und nur weil der Sender von RPR betrieben wird, wird er gegenüber zwei Mitbewerbern mit sehr guten Konzepten, die tatsächlich aus dem Land senden wollen, weiter lizenziert. Sorry, aber das erinnert mich fast an Weißrussland mit 75 Prozent Wahlergebnis für Lukaschenko. In Sachen Medienpolitik ist Deutschland keine Demokratie.
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