Deutschlandradio-Intendant will Sender 2012 neu ausrichten

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Radio UKW Bild: © jakkapan - Fotolia.com
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Deutschlandradio-Intendant Willi Steul will seinen Sender gegen internen Widerstand zum 50. Jubiläum im kommenden Jahr komplett neu ausrichten. Von ihm formulierte „Ziele, Leitlinien und Profile“ sollen Anfang Januar bei einem Kongress diskutiert werden.

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„Wir erleben rasante Veränderungen der Mediennutzung in einer komplexen politischen und gesellschaftlichen Situation“, sagte Steul dem Nachrichtenmagazin „Focus“ (aktuelle Ausgabe). Entsprechend sei es für den Deutschlandfunk angemessen, „sich öffentlich mit der Frage zu beschäftigen, was seine Rolle ist“.
 
Steul zufolge müssen Deutschlandfunk und Deutschlandradio-Kultur „in sich Vollprogramme bleiben“. Zulieferungen zwischen den Programmen seien nicht geplant. Ein Sender habe hohe Kosten für Organisation, Herstellung und Verbreitung. „Bevor wir an den Inhalten sparen, gehen wir da ran“, umriss er seine Überlegungen für die künftige Budgetplanungen.

Die heftigen Reaktionen auf seine Überlegungen innerhalb des Senders hätten ihn „überhaupt nicht“ überrascht, so Steul gegenüber dem Nachrichtenmagazin. Die Radiobranche gehöre zu den konservativsten überhaupt, wenn es um Anpassungen gehe. Wer keinen Grund für Veränderungen sehe, „der zieht sich doch die Bettdecke über den Kopf“.
 
Anfang Dezember hatte der Hörfunkrat des Senders den Wirtschaftsplan für 2012 genehmigt. Er sieht eine Deckungslücke von 300 000 Euro vor, der durch die Auflösung von Rücklagen ausgeglichen werden soll (DIGITALFERNSEHEN.de berichtete). [ar]

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2 Kommentare im Forum

  1. AW: Deutschlandradio-Intendant will Sender 2012 neu ausrichten Guter Weg in die richtige Richtung. Eigentlich sollten die ganzen redundanten Nachrichtensender wie WDR5 oder NDR Info und so weiter aufgelöst werden und deren Finanzmittel in die Stärkung der Sender DLF, DKULTUR und DRadio Wissen gesteckt werden. Das würde ich auf jeden Fall begrüßen. Leider aber nur ein Wunschdenken.
  2. AW: Deutschlandradio-Intendant will Sender 2012 neu ausrichten Den DLF verändern Wehe den Anfängen, der letzte Sender mit Niveau soll jetzt im Sinne des allgemein vorherrschendem Kulturpessimismus gleichgeschaltet werden
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