Digitale Dividende: Digitalradio will zehn Prozent

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Bild: © jakkapan - Fotolia.com
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Das digitale Radio in Deutschland kommt nicht so recht aus den Startlöchern. Vor allem die Privaten haben Angst, dass sich ihre Investitionen nicht rechnen könnten. Deshalb fordern Hörfunkbetreiber nun Geld aus der sogenannten Digitale Dividende für den Ausbau des Digitaradios.

Zehn Prozent aus den Versteigerungserlösen der Digitalen Dividende sollten für die Digitalisierung des Hörfunks in Deutschland verwendet werden. Michael Richter, Vorstandsvorsitzender der Digital Radio Plattform, forderte auf der Funkausstellung in Berlin die Bundesregierung auf, von den insgesamt 4,4 Milliarden Euro, die durch die Versteigerung eingenommen wurden, 440 Millionen Euro für die Hörfunkdigitalisierung zur Verfügung zu stellen.

Aber auch die anderen Akteure müssten handeln: „Der Handel und die Industrie müssen jetzt schon auf die privaten Programmveranstalter hinzugehen und gezielte Unterstützung beim Marketing in Aussicht stellen. Die Industrie sollte beispielsweise durch die gezielte Schaltung von Werbespots auf den neuen bundesweiten Programmen ihren Beitrag zur Digitalisierung des Hörfunks leisten.“

Auch die Autoindustrie sendet bereits positive Signale. Gerd Bauer, Hörfunkbeauftragter der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM), sagte Autobauer hätten bereits signalisiert, sich am Marketing für Digital Radio zu beteiligen. Bauer: „Die Digitalisierung des Hörfunks ist eine nationale Aufgabe, an der nicht jeder vor sich hinarbeiten kann. Daran muss sich auch die Industrie beteiligen und das wird auch von vielen Beteiligten schon so gesehen.“

„Von BMW und Audi wissen wir, dass sie sofort digitale Radiogeräte mit DAB+ einbauen könnten.“, bestätigte Johannes Trottberger, Geschäftsführer des Sendernetzbetreibers Bayern Digital Radio. Chris Weck, Hauptabteilungsleiter Rundfunk- und Informationstechnik des Deutschlandradio, sieht das Digitalradio auf einem guten Weg. Es seien schon die ersten 27 Sendestandorte festgelegt. Dass es einen Bedarf an neuen Radio-Frequenzen gibt, sieht er durch eine aktuelle Ausschreibung im Raum Berlin bestätigt. Auf zwei UKW-Sendeplätze haben sich dort 29 Bewerber gemeldet.

Die ARD und Deutschlandradio warten noch auf das grüne Licht von der KEF (Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Medienanstalten). Erst wenn die Verhandlungen zum nationalen Multiplex erfolgreich abgeschlossen wurden will die KEF die Gelder freigeben. [mw]

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