Hessischer Rundfunk: HR 2 soll reiner Klassiksender werden

22
115
Bild: © jakkapan - Fotolia.com
Bild: © jakkapan - Fotolia.com
Anzeige

Das Radioprogramm des Hessischen Rundfunks (HR) steht vor einem tiefgreifenden Umbruch. Ausschlaggebend für den Sender ist dabei das Verhalten der Nutzer.

Im Zuge des Umbaus soll der Sender HR 2 zu einer reinen Klassikwelle ausgebaut werden. Die Wortsendungen sollen demnach einen neuen Sendeplatz entweder im Programm von HR-Info oder im Internet erhalten.

Der Sender hat eineinhalb Jahren analysiert, wie Beiträge zu kulturellen Themen in der heutigen Zeit konsumiert werden. Wie die „FAZ“ berichtet, hat sich die Geschäftsleitung dann die Vorschläge einer Arbeitsgruppe zu eigen gemacht.

HR 2 sendet derzeitig ohnehin schon viel klassische Musik im Wechsel mit Wortbeiträgen. Die Analysen haben ergeben, dass das Programm in dieser Form immer weniger Zuspruch erfährt. In den letzten zwei Jahren sind die Hörerzahlen um ein Fünftel gesunken.

Mit dem Umbau zielt der Sender vor allem auf ein jüngeres Publikum. Und mit der Ausrichtung von HR 2 als Klassikwelle sollen auch die eigenen Orchester, die HR-Bigband sowie das Sinfonieorchester, eine neue Heimat bekommen. [jrk]

Bildquelle:

  • Empfang_Radio_Artikelbild: © jakkapan - Fotolia.com

22 Kommentare im Forum

  1. Und wieder kann man die Frage stellen: Braucht es Dudelprogramme (egal welcher Musikrichtung) von jeder ÖR Regionalanstalt? Würde nicht ein bundesweites Klassikprogramm reichen? Und ein bundesweites Schlagerprogramm? ... ich weiß, Rundfunkstaatsvertrag usw. Aber diese Häufung von Sendern ohne wirkliche regionale Ausrichtung ist schlicht Geldverschwendung.
  2. Gute Idee. Nach Bayern 4 also eine weitere Klassikwelle, die man europaweit über Satellit und im Internet hören kann. Wenn der Hessische Rundfunk jetzt noch den Mut hätte, volle Power von der Sackpfeife digital auf Kanal 7B Richtung Westfalen zu senden, könnte sich die Hörerzahl glatt verdopleln. Erst nimmt man dem Klassik-Programm die rechweitenstarke, weit nach Westfalen einstrahlende UKW-Frequenz 99,6 weg - und dann beschwert man sich, dass man keine Hörer mehr hat. Die Sackpfeife ist ein imposanter terrestrischer Sendeturm. Dumm nur, dass das dort ausgestrahlte DAB-Signal hier absolut unhörbar ist. Man darf dem Hessischen Rundfunk also bescheinigen, dass er von Deppen und Idioten geleitet wird, die im Digitalzeitalter eine vernünftige terrestrische Verbreitung nicht auf die Reihe bekommen. Will ich im Internet Klassik hören, brauche ich kein HR-Klassik. Da gibt es weltweit zahlreiche gute Anbieter, z. B. KUSC von der University of Southern California in Los Angeles. Oder eben das Angebot des Bayerischen Rundfunks. Das ist in den Nachtstunden bereits mit HR 2 (und anderen "Kultur-Wellen") identisch. Das Bedürfnis nach Klassik zeigt, dass es gut wäre, einen DAB- Bundesmux aus ARD-Programmen zu haben. Wir haben 62 ARD-Programme, von denen 52 über DAB bei mir nicht ankommen. Das ist schlecht geregelt. Da sieht es im TV-Bereich wesentlich besser aus: Das HR Fernsehen ist in Koblenz auf dem Kühkopf - das HR Klassik-Radio jedoch nicht. Was soll diese Benachteiligung des Radios? [USER=120866]@Prof. Barabas[/USER] kann zumindest ein Klassik-Radio über DVB-T empfangen. Warum darf der deutsche Otto-Normalverbraucher das nicht?
  3. Erst verbannt man alles dahin was nicht in ein Formatradio passt, schaltet UKW ab und wundert sich über die Einschaltquoten? "Voyage" z.B. passt sowieso besser nach YouFM und dann am besten täglich Ob ein reines Klassikformat die Lösung ist? Das gab es in Hessen doch schon mal vom hr. (Light-)Jazz könnte von mir aus noch gestärkt werden. Eher sollte endlich mal die Überschneidungen zwischen hr1-3-5 aufgehoben werden.
Alle Kommentare 22 im Forum anzeigen

Kommentieren Sie den Artikel im Forum