Medientage München: VPRT präsentiert aktuelle Hörfunkstudie

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Bild: © jakkapan - Fotolia.com
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Berlin – Die Studie liefert eine Bestandsaufnahme der deutschen Hörfunklandschaft und der Wettbewerbssituation in Deutschland.

Der Verband Privater Rundfunk und Telemedien e. V. (VPRT) konstatiert darin gravierende Vorteile der gebührenfinanzierten Radioprogramme bei Einnahmen, Frequenzversorgung, Sendeleistung, Satelliten- und Kabelreichweite. Hans-Dieter Hillemoth, Vizepräsident des Fachbereiches Radio, sprach sogar von einer alarmierenden Schieflage diesbezüglich im deutschen Radiosystem.

Weiter bedrohe die unklare zukünftige digitale Marktausgestaltung die Existenz dergewachsenen Hörfunkstruktur. Es sei Aufgabe der Politik, die Verfügbarkeit aller digitalen Übertragungswege für Radio sicherzustellen, da sonst die Zukunft der privaten Hörfunklandschaft infrage gestellt sei.
 
Das Missverhältnis zwischen Privaten und Öffentlich-Rechtlichen auf dem Hörfunkmarkt belegt die Studie mit aktuellen Zahlen: Die Letztgenannten haben demnach 3,2 Milliarden Euro aus Gebühren und Werbung erzielt, den Privaten stehen Einnahmen in Höhe von 642 Millionen Euro zur Verfügung. Darüber hinaus verfügen die öffentlich-rechtlichen Radiostationen über die dreifache Sendeleistung und eine erheblich höhere Kabel- und Satellitenreichweite im Vergleich zu den privaten. Angesichts der Zahlen sprach sich Hillmoth für eine Förderung der Privaten beim Digitalumstieg aus, nachdem die ARD bereits mehr Geld für die Umsetzung der Digitalisierung bekomme.
 
Die Studie erhellt hinsichtlich der Frequenzverteilung zudem, dass die ARD einen großen Teil ihrer UKW-Frequenzen als Reserve im Wettbewerb mit dem privaten Hörfunk verwende und nach dem Vorbild privater Anbieter ihre Hörfunkprogramme in Format- und Spartenradios umgewandelt hat.
 
Karlheinz Hörhammer, Geschäftsführer Antenne Bayern, bestätigte die Schieflage zum Nachteil der Privatradios auch für Bayern, dort seien Pläne des BR für eine neue Jugendwelle noch immer in der Schwebe. Der VPRT forderte vor diesem Hintergrund die Neuverteilung der bestehenden UKW-Frequenzen für alle Marktteilnehmer. Davon könnten auch die gebührenfinanzierten profitieren und ihren Frequenzbestand optimieren. Dies sollten die Länder im Rahmen der anstehenden Frequenzneuordnung als Tagesordnungspunkt einfügen. Außerdem sprach sich Hörhammer für eine Verlängerung der UKW-Frequenz-Nutzung angesichts der vielen offenen Fragen der Digitalisierung aus, bis für alle Beteiligten ausreichende Planungssicherheit bestehe. [sch]

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  • Empfang_Radio_Artikelbild: © jakkapan - Fotolia.com

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