Medientreffpunkt: Ist Mehrwert von DAB vermittelbar?

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Bild: © jakkapan - Fotolia.com
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Leipzig – Geht es nach den Rundfunkgesetzen einiger Bundesländer, dann gehört das UKW-Radio schon bald der Vergangenheit an.

Einzelne Landesregierungen und öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten setzen auf Radioübertragung in den digitalen Formaten DAB und DAB plus.
 
Ob die Abschaltung der analogen Frequenzen eine Chance hat, diskutierten auf dem Medientreffpunkt Mitteldeutschland Uwe Hornauer, Leiter der Landemedienzentrale Mecklenburg-Vorpommern, Alexander Jereczinsky vom Mitteldeutschen Rundfunk und Bernd Sörries, der für den Mobilfunkanbieter E-Plus im Bereich Corporate Affairs und Frequenzregulierung arbeitet.

In der Diskussion täten sich Gräben auf, stellte der Moderator der Runde, Medienjournalist Manfred Kloiber. Alexander Jereczinsky verteidigte den Ausbau der öffentlich-rechtlichen Angebote imÜbertragungsstandard DAB, Uwe Hornauer wusste zu berichten, wie ablehnend sich die privaten Rundfunkanbieter zu DAB verhalten. Bernd Sörries versuchte, an einem Pilotprojekt in Mecklenburg-Vorpommern den Nutzen der sogenannten digitalen Dividende zu erklären.
 
Der Begriff besagt, dass durch die Umstellung von analogem auf digitalen Rundfunk Frequenzen frei werden, die ein breiteres Angebot als bisher zur Folge haben können. In einem Dorf in der Region Müritz nutzt E-Plus eine alte Fernsehfrequenz für die gleichzeitige Übertragung von digitalem Rundfunk und Breitband-Internet. Sörries: „Das ist ein Mehrwert für die Nutzer.“
 
Auf die Frage von Moderator Kloiber, ob sich die Radionutzer überhaupt für den digitalen Standard interessierten, sagte Hornauer: „Es darf bezweifelt werden, dass der Mehrwert von DAB den Hörern vermittelbar ist.“ Die Geräte seien verhältnismäßig teuer, der qualitative Vorsprung gegenüber analogem Radio interessiere bei der vorherrschenden Nutzung des Radios als „Nebenbei-Medium“ kaum jemanden, und schließlich sei das Angebot derzeit noch begrenzt.
 
Was nicht zuletzt daran liegt, dass sich die privaten Rundfunkanbieter dem Thema DAB gegenüber skeptisch verhalten. Deren Vertreter im Publikum sorgten für eine kontroverse Diskussion. Der gebührenfinanzierte Ausbau von DAB verlängere das Ungleichgewicht zwischen privaten und öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ins digitale Netz, sagte die Geschäftsführerin des Verbandes Privater Rundfunk und Telekommunikation, Ursula Adelt: „Der Markt will DAB nicht.“
 
Ebenfalls aus dem Auditorium fragte Boris Lochthofen von der Medienholding Regiocast, warum die Politik mit dem UKW-Netz ein zu „knapp 90 Prozent genutztes, erfolgreiches Medium“ abschalten wolle: „Wo ist der Nutzen?“
 
Moderator Kloiber fasste den kontroversen Verlauf des Panels so zusammen: Die Befürchtung, jemand säge am UKW-Radio, sehe er nicht. „Aber für DAB und DAB plus sehe ich auch keine Perspektive.“[cg]

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  • Empfang_Radio_Artikelbild: © jakkapan - Fotolia.com

8 Kommentare im Forum

  1. AW: Medientreffpunkt: Ist Mehrwert von DAB vermittelbar? ... und UKW (analog) lebt noch 20 Jahre! Sehr wahrscheinlich weis auch 2030 (zu mindest in Norddeutschland) so mancher nix mit dem Begriff DAB anzufangen. Außer einer großen Biermarke aus Dortmund
  2. AW: Medientreffpunkt: Ist Mehrwert von DAB vermittelbar? Prinzipiell NEIN. Die hauptsächliche Nutzung des Radios, zumindest bei der berufstätigen Gruppe, wird sich inzwischen auf ein Hören während des Autofahrens, nicht zuletzt wg. aktueller Verkehrsinformationen, beschränken. Mit der Entwicklung und Weiterverbreitung von Navi-Geräten wird dies wohl ebenso bald hinfällig. Auf der Arbeitsstätte(Amt/Büro/Geschäft/Praxis...) können die Meisten überwiegend kein Radio hören, daheim gibt es zahlreiche (bessere) Alternativen... Mit ausführlichen Blitzertipps und über ganze Tageszeiten übergreifenden Gewinnspielen versucht man bereits zusätzlich geschickt die Hörer zu ködern. Meist greife ich jedoch im Auto zur Audio-CD mit der persönlichen Lieblingsmusik und lasse nur die Verkehrsinfo einblenden... Nach dem Abwrack-Tausch von PKW wird man kaum noch den Austausch aller UKW-Autoradios in die Wege bringen, und wenn, dann nur auf einer langen Zeitschiene. Obendrein ist es jetzt erst mal Zeit für HDTV, da sehe ich wahrlich echt mehr (Details), aber mit DAB "mehr" hören... Ich benutze eh (regelmäßig) nicht mehr als 3 meiner 6 gespeicherten Programme in der Region.
  3. AW: Medientreffpunkt: Ist Mehrwert von DAB vermittelbar? @ Gunnar, was hat deine Aussage eigentlich mit Norddeutschland zu tun In MV gibts 7 Sender die via DAB zu empfangen sind, in Bayern ist es nur 1 mehr.
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