Radio-Hörerzahlen in Norwegen seit UKW-Ende weiter im Sinkflug

22
47
Bild: © jakkapan - Fotolia.com
Bild: © jakkapan - Fotolia.com
Anzeige

Seit Abschaltung des UKW-Netzes hören in Norwegen immer weniger Menschen Radio. Die dortige Digitalradio-Initiative interpretiert die Zahlen anders.

Im Juli schaltete nicht einmal mehr jeder zweite Norweger einen der jetzt rund digitalen 30 Sender ein. Die Hörerzahlen sanken nach offiziellen Angaben stark von rund 68 Prozent im Januar 2017 auf 48,2 Prozent Mitte Juli 2018.

Die Initiative Digitalradio Norwegen hält dagegen, dass beispielsweise der landesweite Privatsender P4 im geringeren Zeitraum zwischen Frühjahr 2017 und 2018 „nur“ 138.000 Hörer nach der UKW-Abschaltung verloren hätte. Dies entspricht rund 12 Prozent Rückgang. Die Zahlen erholen sich den Angaben nach bereits und man gehe in den nächsten Quartalen von einer weiteren Annäherung an die Zeiten vor dem UKW-Ende aus.

Norwegen hatte als erstes Land der Welt im vergangenen Jahr die Radio-Übertragung über Ultrakurzwelle abgeschaltet. Lediglich kleine Lokalradios dürfen noch über UKW senden. Auch in Deutschland wird eine Umstellung auf digitales Radio diskutiert. Besserer Empfang und mehr Sender sind die Hauptargumente.

Viele Norweger sind über das Ende der UKW-Ära unglücklich – obwohl laut Regierung mehr als 99 Prozent der Haushalte sicheren Digitalempfang haben. Autoradios allerdings mussten umgerüstet werden. Auch politisch gibt es Forderungen, das UKW-Netz wieder zu aktivieren – vor allem von der rechtspopulistischen Fortschrittspartei, die Teil der norwegischen Regierung ist.

Die Digitalradio-Initiative betont jedoch, dass ebenjene Partei einst für den UKW-Ausstieg mitstimmte und dass eine Rückkehr zum alten Standard ohnehin nicht finanzierbar wäre, da die hierfür benötigten Sendeanlagen bereits verkauft sind. [bey/dpa]

Bildquelle:

  • Empfang_Radio_Artikelbild: © jakkapan - Fotolia.com

22 Kommentare im Forum

Alle Kommentare 22 im Forum anzeigen

Kommentieren Sie den Artikel im Forum