Schweizer Kabelnetzbetreiber schaltet UKW ab

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Bild: © jakkapan - Fotolia.com
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Der Kabelnetzbetreiber UPC hat in der Schweiz kurzerhand das UKW-Signal abgestellt und auf DAB Plus umgesattelt – und zwingt Kunden damit zum Kauf von UPC-Radios.

Kabelnetzbetreiber UPC hat in der Schweiz die Radiosignale digitalisiert. Wie die Schweizer „Handelszeitung“ berichtet, wird die Umstellung sofort beziehungsweise teilweise mit einer Übergangsfrist vollzogen. Gestartet wird damit in Luzern. Die Umstellung könnte bei vielen Kunden zu großem Unmut führen.

Abgelöst wird das UKW-Signal mit DAB Plus. Das Problem ist allerdings: Das digitale UPC-Signal ist laut dem Bericht der „Handelszeitung“ mit heutigen Empfangsgeräten nicht kompatibel.

Die DAB-Sender von UPC sollen auf einer höheren Frequenz als bisher üblich ausstrahlen. Gängige Stereoanlagen und DAB-Plus-Radios könnten das nicht entschlüsseln. Auf einer Website des Unternehmens heißt es: „Damit sie DAB Plus über Kabel geniessen können, benötigen die Kunden, welche am Pilotprojekt in Luzern partizipieren, ein neues DAB-Plus-Cable-Empfangsgerät, welches an das UPC-Kabelnetz angeschlossen werden kann. Heutige im Handel erhältliche DAB-Plus-Geräte unterstützen diesen erweiterten Standard nicht.“

Kritik hagelt es dafür unter anderem von der „Stiftung für Konsumentenschutz“. Kunden, die weiterhin Radio hören wollen, würden gezwungen, einen UPC-Cablecom-Empfänger für umgerechnet 110 Euro zu erwerben. UPC hingegen verweist darauf, dass es sich lediglich um einen Testlauf handelt. Man rechne damit, dass bald weitere kompatible Geräte auf den Markt kämen. Außerdem könne UKW und DAB Plus weiter über Zimmerantennen empfangen werden. [km]

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56 Kommentare im Forum

  1. Zwingen muss man nicht unbedingt zum Kauf. Es ist schon eine schlimme Sache was sich Kabelnetzbetreiber erlauben dürfen.
  2. Juhuu - hoffentlich auch bald bei Unitymedia in Deutschland. Und dann so schnell, wie möglich DOCSIS 3.1 einführen. DOCSIS 3.1 wird wohl auch in der Schweiz die Motivation gewesen sein... Aber das wird wohl auch in der Schweiz noch etwas dauern, bis alle Linienverstärker vom Rückkanalbandbreiten 5....85 MHz auf 5 .... 208 MHz umgerüstet sind ... In die Schiene "DOCSIS 3.1" passt auch, daß man DAB+ auf einem exotischen Frequenzband übertragen möchte, denn "normales" DAB+ ist auch im VHF-Band, das man auch für DOCSIS 3.1 freischaufeln möchte. Ziemlich mutige Entscheidung.... Ich hätte an der Stelle von UPC aber eine Hardware entwickelt, die in Form einer kleinen "UKW-Kopfstation" die bisherigen UKW-Signale auf den gewohnten Frequenzen auf Hausnetzebene auf Wunsch wieder verfügbar macht. Dann wird in diesen Häusern natürlich Kabel-Internet schwieriger ...
  3. Spielt der "Kabel-UKW-Dosen-Antennenanschluss" der Kabelbetreiber überhaupt eine Rolle beim Empfang in Deutschland? Ich kenn keinen, der jemals ein Radio an der Dose angeschlossen hatte, trotz unbestritten gutem Empfang. Per Wurfantenne oder normaler Auszieh-Antenne ist doch die Regel.
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