Studie: Geringe Erfolgsaussichten für DAB Plus in Österreich?

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Bild: © jakkapan - Fotolia.com
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Glaubt man einer Studie der Rundfunk- und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR), sind die Aussichten für DAB Plus in Österreich nicht sehr rosig. Dennoch will die Medienbehörde Komm Austria eine Ausschreibung für 2017 vorbereiten.

Nicht nur in Deutschland ist die Einführung des digital-terrestrischen Hörfunks umstritten. Auch im südlichen Nachbarland diskutieren öffentlich-rechtliche und private Radiosender über den Sinn von DAB Plus, wobei in Österreich vor allem der öffentlich-rechtliche ORF sich vehement gegen den Standard ausspricht. Und glaubt man einer am Mittwoch vorgestellten Studie des Fachbereich Medien der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR), sind die Aussichten für DAB Plus nicht besonders gut.

Die aktuellen Voraussetzungen für die Einführung des Digitalradios seien schwierig und mit erheblichen Erfolgsrisiken verbunden, erklärte Dr. Berthold Heil, Leiter der Studie. Zudem fehlten vielen der etablierten Rundfunkveranstalter eine überzeugende Wachstumsstory und ein realistisches Geschäftsmodell für DAB Plus, kritisierte die Studie. Interessierte Veranstalter warnt die RTR vor einem harten Wettbewerb mit den UKW-Martkführern,  denn es gebe über viele Jahre kaum Werbeerlöse zu erzielen.
 
Trotz dieser Prognose will die Medienbehörde Komm Austria eine Ausschreibung für Anfang 2017 vorbereiten. Grundlage für das Vorhaben ist eine Bedarfserhebung, bei der ausreichend Veranstalter ihr Interesse an DAB Plus bekundet hätten. Ob dafür ein oder zwei bundesweite Multiplexe und zusätzliche regionale Multiplexe für die Übertragung von bis zu 15 Programmen benötigt werden, gelte es noch zu prüfen. Und auch die RTR will potenziellen Startern trotz der ungünstigen Prognose unter die Arme greifen und stellt eine Fördersumme von 1,5 Millionen Euro für die Startphase aus dem Digitalisierungsfonds in Aussicht.
 
Über die Pläne der Komm Austria erfreut zeigte sich der Verein Digitalradio Österreich. „Das Ergebnis der Interessenserhebung sowie die daraus abgeleiteten Entscheidungen der Behörde zeugt von Weitsicht in der Planung von digitalem Hörfunk in Österreich“, so Wolfgang Struber, stellvertretender Obmann des Vereins, der nun auf den Aufbau einer Infrastruktur für eine innovative Radiozukunft hofft. [buhl]

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5 Kommentare im Forum

  1. Klarerweise hat der öffentliche Platzhirsch ORF, der mit üppigen UKW-Frequenzen ausgestattet ist, keinen Bock auf mehr Konkurrenz, die die werbeverseuchten Cashcows Ö3 und Regionalradios gefährden. Wenn man die Umrüstkosten und noch gut ein Dutzend weiterer Radiokanäle reingeschoben kriegt, na dann vielleicht... Nachdem man nicht ewig die private Konkurrenz verbieten konnte, kann man diese - bis auf einen leistungsstarken Bundesland-Privaten ja alle auf schwachen UKW-Funzeln dahingammeln lassen. Einwandfreier und gleichberechtigter Empfang aller Programme wäre da wohl der Horror schlechthin.
  2. Gerade Österreich Gebirgsregionen würden massiv vom SFN via DAB profitieren. Allerdings hat der ORF nur 4 Programme und somit schwierig den Mux vollzubekommen, außer man strahlt alle ÖR / OE2 Radios aus.
  3. SFN bringt im Gebirge so gut wie garnichts. Aber man kann ja DAB Netze auch anders konfigurieren. Und so wäre für den Anfang wohl ein gemeinsames Bouquet von ORF und Privaten sinnvoll, 5 ORF Programmr (Österreich 1 International nicht vergessen) und 5-8 Private Programme.
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