Werbung infiltriert verstärkt Radiobeiträge

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Bild: © jakkapan - Fotolia.com
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Düsseldorf – In Radiobeiträgen ist immer häufiger Werbung und PR versteckt. Das hat die Landesanstalt für Medien in Nordrhein-Westfalen (LfM) im Rahmen einer Studie ermittelt.

„Oftmals werden so genannte Audio-PR-Beiträge ausgestrahlt, ohne dass sie zuvor journalistisch bearbeitet oder relativiert worden wären. Die Einflussnahme von Public Relations auf den Journalismus geht damit weit über eine Festlegung von Themen und Inhalten hinaus“, heißt es in einer Pressemitteilung der Medienanstalt.

Die Stilisierung von Audio-PR-Beiträgen zu journalistischen Einspielungen bezeichnet Prof. Dr. Helmut Volpers, Leiter des Projektes, als „Infiltrationsprozess“. Auch LfM-Direktor Norbert Schneider betrachtet diese Entwicklung zwischen klassischer Werbung und Public Relations als Erosion: „Die Trennung von Werbung und Programm ist ein medienrechtliches Postulat, das nicht wegen kommerzieller Interessen aufgeweicht oder gar aufgegeben werden darf. Wie bei der Schleichwerbung im Fernsehen sind allerdings solche Verstöße nur sehr schwer zu erkennen.“
 
Was beim Fernsehen bereits gelungen ist, muss im Bereich Radio erst noch etabliert werden: eine öffentliche Debatte über Werbe-Einflüsse im redaktionellen Programm. Das gilt für das Frühstücksverhalten von Moderatoren, die ihre Joghurt-Marke nennen ebenso wie für Interviews, mit denen Produktwerbung von Firmen getarnt wird. [ft]

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  • Empfang_Radio_Artikelbild: © jakkapan - Fotolia.com

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