Eutelsat-Zwei-Wege-Internet startet Ende September

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Satellit, Bild: © twobee - Fotolia.com
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Berlin – Nach SES Astra startet nun auch Eutelsat zusammen mit den Experten von Viasat einen Zwei-Wege-Internetanschluss über Satellit. Zukünftig können dann auch Haushalte in DSL-freien Regionen mit bis zu zwei Mbit/s im Internet surfen.

Vor Ende des Jahres soll „Tooway“ dann auf weitere europäische Märkte ausgeweitet werden. Zwar stehen noch keine genauen Preise fest, jedoch spricht Eutelsat von „ähnlichen Preisen und Geschwindigkeiten wie terrestrische Breitband-Dienste“.

Und auch die Hardware soll „nur einen Bruchteil im Vergleich zu bereits existierenden Satellitendiensten für Unternehmen“ kosten. Die ersten beiden Vertriebspartner für den deutschen Raum stehen mit der Internetagentur Schott und dem Unternehmen Teles bereits fest.
 
Der Dienst wird über Ka-Band-Kapazität des Eutelsat-Satelliten Hot Bird 6 auf 13 Grad Ost sowie via Ku-Band-Kapazität auf Eurobird 3 bereitgestellt. Ka- und Ku-Band Hubs mit Equipment für die Steuerung des neuen Dienstes hat Viasat schon ausgeliefert, diese sind bereits in Skylogic’s Sky Park Teleport in Turin einsatzbereit.
 
Der Dienst steht zunächst für Internetzugänge bereit. Zudem sind der Empfang von direkt über die Hot-Bird-Satelliten ausgestrahlten TV-Programmen und VoIP-Dienste mit Zusatzzubehör leicht möglich. Der Ausbau zu Triple-Play-Diensten mit IPTV ist über die Distributoren angedacht.
 
Der neue Dienst basiert dem bewährten Surfbeam Docsis Zwei-Wege Breitband Satellitensystem von Viasat, das bereits mehr als 250 000 Haushalte in Nordamerika nutzen. Das System ist eine hochskalierbare, auf offenen Standards beruhende Plattform. Durch den Einsatz der auf dem Docsis 1.1 Standard basierenden Modemtechnologie, welcher vor allem in Kabelnetzen zum Einsatz kommt, konnten die Kosten für Hardware und Service gesenkt werden.
 
Um den Standard für Satelliten zu adaptieren, hat Viasat ein eigenes Satelliten Air-Interface entwickelt, das in ein Docsis Headend Terminationsystem integriert ist. Es nutzt dabei preisgünstige Docsis-Chips und Software, die bereits in mehr als 20 Millionen Kabelhaushalten rund um den Globus zum Einsatz kommen.
 
Die Komponenten von Tooway bestehen aus einer Ausseneinheit (ODU) sowie einem Modem, das sich über einen Standard Ethernet Anschluß (10/100 Mbit/s) mit dem PC oder an das Hausnetz anschließen läßt. Die Ausseneinheit fürs Ka-Band besteht aus einer 68-cm Sat-Antenne. Für das Ku-Band gibt es eine 96-cm Sat-Antenne.
 
Die Ku-Band Ausseneinheit besteht zudem aus einem Low Noise Block (LNB) Konverter mit linearer Polarisation, mit dem Datendownloads bis zu vier Mbit/s möglich sind. Die Ausseneinheit ist zudem mit einem leistungsstarken Zwei-Watt-Sender für Übertragungen an den Satelliten mit Geschwindigkeiten bis zu über einem Mbit/s bestückt. Im Ka-Band sind LNB und Sender in ein Sende-Empfangsgerät integriert.
 
Tooway wird in den beiden Frequenzbändern Ku und Ka in drei verschiedenen Dienstklassen mit Downlink-Geschwindigkeiten bis maximal 2048 kbit/s und Uplinkgeschwindigkeiten bis maximal 384 kbit/s vermarktet. Die Endverbraucherpreise für Hardware und Dienste legen die lokalen Service Provider fest, die den Tooway Dienst in ihren Märkten anbieten.
 
Eutelsat erwartet, Tooway im Jahr 2010 auf seinen Ka-Band Hochleistungssatelliten mit multiplen Spotbeams für ganz Europa ausdehnen zu können, den das Unternehmen dann auf 13 Grad Ost positionieren will. [lf]

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  • Empfang_Satellit_Artikelbild: © twobee - Fotolia.com

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